Habe gestern noch ein paar Bilder von unserem Zwischenstopp in Zinnwald erhalten:





Weiter gehts mit...
Tag 2
Strecke: Talsperre Flaje- weiter entlang der Erzgebirgsloipe bis Kliny- Mnisek- Nová Ves- Mikulovice Malý Háj- Rudolice- See Rudolicky. *38km
Die Nacht war sehr kurz, da Leni doch anfangs auf jeden Tierlaut reagierte und wir natürlich diesem unweigerlich nachlauschten. Dann fing es auch noch heftig an zu regnen und die kleinen ungewohnten Unebenheiten des Schlaflagers machten sich bemerkbar.
Pünktlich 5 Uhr weckten mich die Waldvögel mit einem schlagartig einsetzenden Konzert, wobei der Kuckuck immer völlig aus dem Takt seinen Kommentar dazugab. Claudia hingegen wandelte noch im Traumland. Nachdem ich aus dem schönen warmen Schlafsack raus- und in meine noch immer nassen Schuhe rein stieg(brrr) empfing mich die feuchtkalte Morgenluft. Leni und Akimo hatten es sich doch tatsächlich unter der für sie aufgespannten Zeltplane gemütlich gemacht und geschlafen. Stolz wedelten sie beide mit ihrem Schwänzen als sie mich sahen, hatten sie doch ihre erste Outdoornacht hinter sich. Ich knuddelte noch ein wenig mit ihnen bis dann auch Claudia erwachte. Wir gingen zuerst alle gemeinsam zum naheliegenden Talsperrenausleger. Durch den tiefhängenden Nebel wirkten die Überreste des Ortes Flaje wie eine Kulisse aus einem alten Krimi. Zwischen den alten Mauern machte ein Hasenpaar seine Morgenrunde und ließ sich von uns nicht stören. Leni und Akimo hatten sowieso nur eins im Sinn, hin zum Wasser! Sie tranken und tranken, wir dachten sie leeren die gesamte Talsperre! Auch wir füllten unsere Wasservorräte auf( das Wasser war wirklich sehr lecker), nahmen alle unser Frühstück ein, packten unsere Behausung zusammen und weiter ging es.
Zu dem schon erwähnten dicken Nebel kam nun auch noch leichter Sprühregen dazu, die Temperaturen bewegten sich um die 7°C (gefühlt „eiskalt“). Den Hunden gefiel dies offensichtlich, denn sie liefen wieder wie aufgezogen. Selbst mein sonst auf Sparflamme laufender Akimo zog mit Freude und Ausdauer als ob es für ihn das Selbstverständigste der Welt wär. So kamen wir natürlich sehr zügig voran, meisterten langatmige Anstiege, genossen die Talabfahrten und ärgerten uns nur nebenher, dass eigentlich gar nichts zu sehen war von der wunderschönen Umgebung.
Als dann aber ein richtig heftiger Regen begann, sank unsere Stimmung schlagartig. Zum Glück waren wir in der Nähe einer Ortschaft und so enterten wir die einzig vorhandene Bushalte(hütte)stelle. Mit Holzbank und -tisch für längere Wartezeiten gut ausgerüstet. Etwas demotiviert von unseren frostig, kaltnassen Füßen entschlossen wir uns diese Nacht in einer Pension zu übernachten…
Nachdem der Regen doch aufhörte, fuhren wir durch sibirisch anmutende Wälder und Moorlandschaften zum nächsten Ort um dort nach einer Pension Ausschau zu halten. Um es vorweg zu nehmen, es gelang uns nicht! Die Orte waren zum Teil wie ausgestorben, die Population der freilaufenden Hunde überstieg die der hier noch wohnenden Menschen. Zu erwähnen sei noch das Leni gerade läufig war und wir uns mit Hilfe Akimos “Das ist meine Hündin-Gebell!!!“den Weg durch die Hunde in dieser und auch den kommenden Ortschaften bahnten. Gab es zu dem freilaufenden Hund einen Menschen sagten wir ihm wegen Leni Bescheid und sie nahmen ihre Hunde zu sich, waren dabei nett und freundlich- wie übrigens überall auf dieser Seite der Grenze!
Für uns besonders erschreckend waren die größtenteils sehr heruntergekommenen Häuser und Kirchen neben wiederum extrem pompösen Eigenheimen (Villen). Und das Ganze in nicht mal 10 km Luftlinie zu Deutschland. Dies machte uns sehr nachdenklich.
Wir fuhren dann über einen schönen Grashügel mit weichem Grasweg (eine Wohltat für die Hundepfoten) bis zum Nachmittag. Die Sonne stattete uns gnädiger weise auch einen Besuch ab. Wir machten eine längere Pause in einer Pizzeria, welche auch Pensionszimmer vermietete, aber leider nicht uns mit unseren dreckigen Hunden. Das Essen war wieder absolut lecker und es fiel uns sehr schwer weiterzufahren. Aber wir brauchten ja noch einen Schlafplatz.
Wir rappelten uns auf. Da bemerkte ich das Akimo humpelte. Rein äußerlich konnte ich nicht sehen, polsterte seine Vorderpfoten aber mit wattebinde ab und zog ihm seine Bootis an. Nun lief er wieder gut.
Wir schlichen noch mit letzte Kraft einen nicht enden wollenden Berg zum Ort Malý Haj hinauf, natürlich schien nun auch die Sonne und wir begannen langsam zu trocknen. Die letzten Kilometer zu unserem Schlafplatz schafften wir nun wieder recht flott da es bergab ging.
Und wir wurden mit einem wahrlich traumhaften Plätzchen belohnt!
Leni und Akimo hatten an diesem Tag wirklich ihr Bestes gegeben. Sie legten sich sofort unter eine Fichtengruppe und schliefen alsbald ein. Interessant war das Leni sich wirklich erst eine Kuhle scharrte in der sie dann schlief, Akimo hingegen sich nur einfach fallen ließ um später mal die Schlafstelle zu wechseln.
Nach dem Zeltaufbau, Trocknungsversuche der feuchten Utensilien( es sah aus wie in einem Zigeunerlager), Abendessen für Mensch und Tier, der intensiven Pfotenkontrolle (Akimo hatte eine kleine Blase am Ballen) und Versorgung der Blessuren ging es noch auf einen schönen Abendsonnenspaziergang.
Alle Strapazen des Tages waren vergessen, wir genossen nur noch diesen schönen Ort und schlüpften erst als es dunkel wurde in unsere Schlafsäcke.
Wir waren alle rechtschaffend müde und hofften auf eine ruhige, angenehme und vor allem trockene Nacht…