Image Hosted by ImageShack.us


Wenn die Zeit gekommen ist...

#1 von Huskyangel , 03.05.2010 16:23

Abschied von seinem geliebten Vierbeiner zu nehmen, beginnt eine schwere Zeit für Hundehalter. Egal, ob der Hund plötzlich stirbt oder man durch seine Krankheit wochenlang auf den Tod vorbereitet wird. Es ist unerträglich, an diesen Abschied denken zu müssen, aber ab und an kommt der Gedanke doch. Und dieser Gedanke reicht manchmal aus, daß mir die Tränen in den Augen stehen. Meine erste Hündin ist nun 10 Jahre alt geworden, somit ein älterer Hund, aber angesichts der Lebenserwartung der nordischen Rassen kann sie noch 5-6 Jahre leben.

Immer wieder frage ich mich, wie ich es wohl schaffen werde, wenn Aska von mir geht. Ich kann es mir nicht vorstellen, daß sie mich irgendwann auf meinen Touren nicht begleiten wird. Man weiß, daß die Geburt und die unbeschwerte Welpenzeit genauso zu unserem Zusammenleben dazugehören, wie der Tod, aber wenn es letztendlich soweit ist, ist es ein unglaublicher Schmerz, der da aufkommt.

Mich interessiert, wie Ihr, die es bereits erlebt haben, damit umgegangen seid. Welche Handlungen oder Gedanken Euch in Eurer Trauer geholfen haben. Ist es wahr, daß die Tiere (z.B. bei einer Einschläferung) spüren, was passiert? Was kann man tun, um dem Tier die letzten Stunden und Minuten so annehmlich, wie möglich zu machen?

Wo habt Ihr Euer Tier beerdigt? Wie reagieren Hunde, die ebenfalls in diesem Rudel leben, auf diesen Tod und den Verlust des Mitglieds?
Stimmt es, daß die Rudelmitglieder am toten Hund riechen sollen/dürfen, damit sie verstehen, daß er nie wiederkommt?

Wie geht man mit Hunden um, die eine enge Beziehung zu dem verstorbenen Tier hatten und nun evtl. leiden?

Fragen, über Fragen.............


--------------
lg tina
http://wandern-mit-huskys.jimdo.com/
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Es gibt 2 Arten von Freunden: Die einen sind käuflich, und die anderen unbezahlbar!




Uploaded with ImageShack.us

 
Huskyangel
Administrator
Beiträge:1.297
Registriert am: 21.09.2009

RE: Wenn die Zeit gekommen ist...

#2 von silvern , 03.05.2010 18:15

Ich glaub es kommt drauf an in welchem gesundheitlichen Zustand das Tier ist. Was das anlangt ob es viel merkt. Ich denke man interpretiert auch viel rein in die letzten großen blicke unserer Hunde. Wie auch immer, zuerst wird der Hund auf jeden Fall narkotisiert bevor die alles erlösende spritze kommt.

Bei der Kira kam der TA ins Haus, wir befanden uns in einem anderen Zimmer als die anderen Hunde. Ich nahm sie auf den schoß und der TA gab ihr die narkose. Sie schlief sofort ein. Ich nahm dann kontakt auf http://www.tierbestattungen.at/

die holen die Tiere österreichweit ab und fahren nach münchen ins Tierkrematorium wo man dann sicher sein kann, daß die Tiere einzeln verbrannt werden. Die Überreste wurden mir auch ins Haus gebracht. Ich nahm dann alle hunde und ein heindl mit und begrub diese überreste in der nähe eines von uns oft begangenen Wanderweges.

Die Box in der Kira die letzten wochen ihres lebens sehr viel gelegen ist hab ich dann hergegeben

Kira hatte zu den anderen Hunden nicht viel KOntakt, von daher glaub ich hatte es nicht sehr viel einfluss auf die anderen.

Wie man persönlich die Sache erlebt hängt auch davon ab, wieiviel Zeit man hat um sich darauf vorzubereiten. Bei Kira war es absehbar und wir haben alle damit gerechnet. Schlimm glaub ich ist es wenn es wie aus heiterem Himmel kommt, man geht wegen einer unpässlichkeit des HUndes zum TA und der stellt fest daß der Hund unoperabel erkrankt ist. DAs ist natürlich schon ein SChock den man schwer verdauen kann.

WAs ich niemals machen würde, einen meiner Hunde "zu Tode therapieren". DAs mag für manche zwar hart klingen, aber was man da manchmal liest, was da alles herumtherapiert wird und nochmal eine OP und nochmal eine OP, solche Dinge würde ich meinen Hunden ersparen. Wenn es schon den Menschen nicht leicht fällt, immer wieder OPs und therapien über sich ergehen zu lassen und immer wieder von vorne anzufangen, wie soll man das dann einem Tier zumuten?

Wovor ich mich fürchte - Dena war sicher mein letzter Hund den ich mir geholt habe. Einerseits ein schöner Gedanke, jetzt mit allen Hunden alt zu werden sofern es mir vergönnt ist. Aber wie wird das dann sein, wenn einer nach dem anderen dann von mir geht. Ein sehr schwer zu ertragender Gedanke.

Nikka ist jetzt 11 einhalb, man merkt schon daß sie "müde" wird. Sie liegt viel mehr, rennt nicht mehr bei jedem Gartengang mit raus, wenn eingespannt wird setzt sie sich wieder ins auto, also das sind schon erste Anzeichen dafür, daß sie lieber kräfteschonend mit sich umgeht :-))) Mal sehen wie es mit ihr weiter geht.


liebe Grüße, heidrun

 
silvern
Tourenprofi
Beiträge:3.802
Registriert am: 21.09.2009
zuletzt bearbeitet 03.05.2010 | Top

RE: Wenn die Zeit gekommen ist...

#3 von Shicoma , 03.05.2010 18:39

Der Tod von Sheila traf uns völlig unvorbereitet, sie ist nur 7 1/2 Jahre alt geworden. Wir haben geglaubt, wir haben noch soviel Zeit.
Sie war bis zum letzten Tag ein unbeschwerter Hund, wir haben nix, aber auch gar nix vom Krebs gemerkt, der in ihr wuchs.
Als die TÄ Sheila auf machte, weil wir einen Fremdkörper vermuteten, sah sie das ganze Ausmass, und ich wurde auf Arbeit angerufen, dass
Bauchspeicheldrüse, Magen und Darm verkrebst sind, der Bauchraum voller Eiter, und es besser wäre, dass sie nicht mehr aufwacht.
Sowohl mein Mann, als auch ich haben tagelang geweint. Wir haben Sheila nach Hause geholt, wo sie ihren letzten Platz gefunden hat.
Acoma war bei der "Beerdigung" dabei.
Ich weine heute noch, 9 Monate danach, wenn ich an Sheila denke (und während ich dies schreibe). Wir haben alle Stadien der Trauer durch, vorallem die Selbstzerfleischung, ob wir nicht eher was hätten merken müssen, und etwas hätten ändern können.
Sheila war ein ganz besonderer Hund.
Acoma war die ersten Tage ganz anders, er war versucht Sheilas Platz einzunehmen, oder hat gedacht ,er muß uns nun beschützen. Hat selbst Bekannte Hunde angeknurrt. Ich habe ihn und mich dann homöop. behandelt mit Ignatia D30, um es besser zu verkraften.
Wir haben uns dann für einen kleinen Welpen entschieden, unsere Malina. Sie lenkt vom Nachdenken ab, sie hält uns und Acoma auf Trab.
Aber es ist was ganz anderes, und nicht vergleichbar mit Sheila. Ich möchte Malina nicht mehr hergeben, aber ich würde Sheila jeder Zeit sofort wieder haben wollen, sie war unser ersten Hund, und etwas ganz besonderes!
unsere Freunde haben uns einen Baum geschenkt, den wir in der Nähe von Sheila gepflanzt haben. Er soll uns an sie erinnern, ich fand die Idee hat etwas tröstliches.

Liebe Grüße von Jana

In Erinnerung an Sheila


Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muß man vor allem ein Schaf sein.(Einstein)

Angefügte Bilder:
012 [].JPG  
 
Shicoma
Wanderer
Beiträge:303
Registriert am: 04.10.2009
zuletzt bearbeitet 03.05.2010 | Top

RE: Wenn die Zeit gekommen ist...

#4 von Die die im Wald rennt , 03.05.2010 19:42

Hallo,
ich versuche mal auf die Fragen einzugehen:

Wo habt Ihr Euer Tier beerdigt? Im Garten, außer den ersten, da hatten wir noch nciht die Möglichkeit, meinen ersten Hund haben wir im Wald beerdigt!

Wie reagieren Hunde, die ebenfalls in diesem Rudel leben, auf diesen Tod und den Verlust des Mitglieds?
Unterschiedlich je nach Bindung und wie der Hund gegangen ist, ob einfach weg war, nicht mehr kam nach einem TA-Besuch oder ob sie das Sterben miterlebten. Zum ersten..ich hatte das Gefühl sie kommen damit eher zurecht, wenn einer einfach weg ist und nciht mehr kommt. Meine letzte Hündin ,die gegangen ist, da mussten alle mehr oder weniger beim Sterben zusehen ((grandmal-Anfälle und dabei gestorben). das war sehr schmerzlich für alle..wir haben die tote Hündin auf ihren Platz liegen lassen für einen Tag. Sie kamen einmal und rochen. Doch sie behandlten sie nicht mehr als ihr Rudelmitglied, eher als "Luft", als "im Weg rumliegen". Das war sehr seltsam. Sie fanden es störend irgendwie...sie fing auch irgendwann an zu riechen..dann haben wir sie begraben im Garten.
Stimmt es, daß die Rudelmitglieder am toten Hund riechen sollen/dürfen, damit sie verstehen, daß er nie wiederkommt? Ich weiß es nicht, ob das wirklich gut war???!!Ich weiß auch nciht, ob ich so etwas nochmal machen würde. Es war menschlich gesehen, ehr als ob sies abstoßend fanden. Das war nciht mehr die lebende Hündin, die sie kannten. Die Seele war weg. Der leblose Körper ist wohl auch für die anderen Hunde "nichts" mehr. Ich weiß nicht, wie ichs sonst beschreiben soll.

Wie geht man mit Hunden um, die eine enge Beziehung zu dem verstorbenen Tier hatten : viel Beschäftigen, wie beim Menschen Zeit für Trauer und Zeit für Ablenkung und Zeit, Zeit ..zeit

Meine Erfahrung ist, das der erste Hund immer in jedem Leben einzigartig ist und bei den folgenden ist es zwar auch sehr sehr schmerzlich, aber der ERste bleibt immer der Beste...so gehts mir..
Liebe Grüße an alle die grad Trauer erleben müssen, aber denkt dran. sie isnd immer bei uns und wenn wir gehen treffen wir unsn wieder. Davon bin ich überzeugt und darauf freue ich mich schon tierisch. Das einzig Positive am Tod, wenn nur das Sterben vorher nicht wäre
ddiwr

Die die im Wald rennt  
Die die im Wald rennt
Waldläufer
Beiträge:214
Registriert am: 02.01.2010

RE: Wenn die Zeit gekommen ist...

#5 von thokhala , 04.05.2010 10:35

Also ich hab` alle meine Hunde bei uns im Garten beerdigt.

meine erste Hündin (meine große Liebe) wurde über 18 Jahre alt. Ich hatte noch Ihre Tochter dabei .
Nanouk war die letzten Jahre sehr gebrechlich - schwerhörig / fast blind und hatte schon zwei Schlager´l
hinter sich .Aber sie war trotz Allem noch voller Lebensfreude. Ich habe mir gesagt dass ich den TA hole,wenn Sie die Rute hängen lässt oder leiden müsste . Ihre Tochter hat Sie die letzten Tage gemieden .
Sie ist bei mir zu Hause im Garten ganz friedlich auf meinem Schoß eingeschlafen.Sie bekam zuerst ein
Schlafmittel ,als sie friedlich eingeschlafen war das andere Mittel.
Jonas hat - bevor sie beerdigt wurde - Sie noch fein gebürstet.- Seine Art von Abschied nehmen.

Bei ihrer Tochter Ayda war es genauso mit der Beerdigung.(Wobei Sie durch ein Zugunglück von uns ging.)

Artax hatten wir ja schon alt bekommen / Jonas wollte dass Er noch ein paar Jahre erfährt wie dass ist wenn man geliebt wird .
An dem Tag als er starb hat den ganzen Tag der Hund unserer Nachbarin geheult .
Thokhala und Kuwanyi sind nicht von seiner Seite gewichen und haben immer Körperkontakt mit Ihm gehalten . Dann auf einmal war er kuschelnd mit Ihnen eingeschlafen.
Thokhala hat lange über ein Jahr gebraucht um sich zu fangen - Sie war nach seinem Tod vollkommen
orientierungslos.

So jetzt laufen mir auch wieder die Tränen....

Ich denke dass jedes Tier anders reagiert - so haben wir es zumindest erlebt .Manche wenden sich ab -
in der freien Natur werden Sie ja auch ausgeschlossen -
manche - wie unsere Thokhala - begleiten und trauern sehr lange.

Wichtig ist für mich dass die Menschen / Familienmitglieder - besonders die Kinder - die Möglichkeit haben sich zu verabschieden, und dass unsere geliebten Begleiter in einem harmonischen " warmen " Umfeld von uns gehen.

 
thokhala
Gassigeher
Beiträge:196
Registriert am: 14.10.2009

RE: Wenn die Zeit gekommen ist...

#6 von Fantastic_Four , 05.05.2010 00:49

Es ist merkwürdig, daß solch ein Thema gerade jetzt aufkommt. Heute ist es genau ein Jahr her, daß ich mich entschied meine Bonny gehen zu lassen und vereinbarte einen Termin, einen der mir Zeit lies mich von ihr zu verabschieden...ihr nochmal zu zeigen, daß sie meine KÖNIGIN war.
Sie war 14 Jahre alt und schwer krank (Eierstöcke vereitert und voller Zysten...ebenso die Gebährmutter, Milztumor, andere Organe waren ebenfalls befallen). Eine OP hätte uns einen Aufschub gewährt, aber die wollte ich ihr nicht mehr zumuten.
Ich habe diese letzten Tage sehr intensiv erlebt und bin froh, daß ich mir diese Zeit genommen habe. Natürlich war es trotzdem schwer, aber ich hatte die Gewißheit, daß ich richtig entschieden habe. Nach ihrem Tod, habe ich ein kleines Video für sie "gebastelt"...auch das hat mir bei der Trauer geholfen, nicht zuletzt natürlich auch die Hunde, die hier bei mir auf Erden geblieben sind.

Meine Hunde haben sehr unterschiedlich reagiert.
Für Joker (damals 1 Jahr alt) war sie eben einfach nicht mehr da, Püppy (ein sehr "nerviger" Hund) wurde sehr ruhig, fing an mich zu verfolgen (sonst eine von Bonny´s Marotten). Syd, der eher ein Eigenbrödler war (schlief prinzipiell in der Küche), fing an meine Nähe zu suchen, schläft seither bei mir im Bett am Fußende. Seine Beziehung zu mir ist seit Bonnys´s Tod intensiver geworden. Er merkt auch, wenn ich einen meiner Trauertage habe, wo ich viel an die Dicke denken muß, dann rückt er ganz nah an mich ran, ohne dabei aufdringlich zu sein...als wolle er sagen:"Ich weiß wie Du Dich fühlst...ich bin bei Dir."

Ein halbes Jahr hatte ich das Gefühl es fehlt ein Stück, ich war nicht "komplett"....keine Ahnung ob das jemand nachvollziehen kann. Und als dieses Gefühl fast unerträglich wurde, trat Freki in mein (unser) Leben.
Er zeigt viele Wesenszüge von Bonny und wenn ich das Licht aus mache, nur die Geräuschkulisse höre......dann ist es fast so, als wäre Bonny wieder da.

Ich sage immer, daß sie ihn mir geschickt hat, damit mein Puzzle wieder komplett ist.

Klar, das sind alles nur menschliche Denkweisen (auch die Interpretation der Verhaltensweisen der anderen Hunde) , aber ehrlich....es ist ein tröstlicher Gedanke!

Wer es sehen mag, hier ist das Video


Liebe Grüße Dani und ihre fantastischen Vier

 
Fantastic_Four
Gassigeher
Beiträge:163
Registriert am: 20.10.2009

   

Wir ziehen um!
Versicherung

Banner zum Verlinken auf anderen Homepages


Image Hosted by ImageShack.us

Xobor Forum Software von Homepagemodules.de
Einfach ein Forum erstellen