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Hundekommunikation - Gruppenverhalten

#1 von Sunnie , 06.02.2012 19:47

Hundeverhalten ist vielschichtig und die Kommunikation ist äußerst leistungsfähig für den Austausch sozialer Informationen. Selbst für trainierte Beobachter ist es nicht immer möglich, jedes neue Individuum ganz ohne Referenz von anderen Hunden einzuschätzen. Die Variationsmöglichkeiten an rassetypischen Voraussetzungen (Mimik- und Körpersprachefähigkeiten), gelernte Verhaltensweisen, Entwicklungsstufen und Defizite, individuelle Kombinationen der hündischen 'Gesprächspartner' sind äußerst vielseitig. In Einzelfällen muss wirklich durch verschiedene Situationen mit quasi 'geeichten' Hunden abgelesen werden, wo der einzelne Hund steht. Ich habe da in Einzelfällen schon ganz überraschende und witzige persönliche Eigenheiten festgestellt. Ab und an muss man sogar mal ein 'nie' kassieren. Ist mir bei der Boxermix-Hündin einer Kundin passiert. Spieltyp mit viel Körpereinsatz (eben Boxer) aber auch durchaus mal relativ groben Übergriffen auf die Besitzerin. Ich habe sonst immer gesagt, wenn ein Hund hochsteigt und richtig klammert ist das kein Spiel sondern Dreistigkeit. Bei der Hündin ist das nicht so, wir haben uns gut verstanden, ich habe mit ihr gespielt, sie hat geklammert, ich habe (nix dramatisches) gesagt, nein darfst du nicht, die Hündin war völlig verdattert (ist eine recht selbstbewusste Dame sonst), mag mich immer noch gern aber spielt seitdem mit mir gar nicht mehr. Kommt wenn ich sie rufe, schmust, hört auf mich, lässt sich aber zum Spielen nicht mehr animieren. Könnte ich sicher auf Dauer wieder hinkriegen aber für sie war das reines Spiel und sie hat nicht verstanden, warum ich da aus der Rolle gefallen bin.


Liebe Grüße Antje

 
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RE: Hundekommunikation - Gruppenverhalten

#2 von Ökotourer , 06.02.2012 20:58

Hunde untereinander ist immer interessant zu beobachten und oft unheimlich vielschichtig da hast du recht Sunnie. Das von dir in Dakotas Thread angesprochene Kommunikation verhindern, bzw. Begegenungen- naja ich sehe das auch als fast notwendig im normalen Alltag.

Man weiss nie wie die anderen Hunde reagieren- bei meinem Rüden weiss ich das er sich immer korrekt verhält und Streit vermeidet, bei meiner Hündin ist das nicht sicher, wenn die sich schief angeguckt fühlt oder die Situation sie überfordert kann es sein das sie erstmal den Fremdhund knurrend übern Haufen rennt. Selbst wenn der andere Hund das gelassen nimmt- die Besitzer selten, die schreien dann Zeter und Mordio.

Da ich aber auch nicht will das Josy dieses Verhalten an Tag legt, sondern lernt sich weitestgehend normal einem anderen Hund zu nähern, seh ich das Kontakt
a) nicht mit jedem Hund zustande kommt der uns übern Weg läuft, sondern eher mit welchen wo ich weiss die sieht man öfter
und b) schaue ich das das Kennenlernen möglichst entspannt abläuft und warne Besitzer fremder Hunde vor.

Vielleicht verhindere ich damit manchen positiven Kontakt für die Zicke aber im Zweifelsfall vermeide ich auch Ärger mit meinen Mitmenschen.

Josy könnte man übrigens auch als rüpelig bezeichnen- in vollem Lauf auf einen zurasen, beim Spielen ob mit Hund oder Mensch recht grob und ruppig und andere Dinge- doch inzwischen denk ich da auch das ist nicht respektlos sondern sie ist einfach so in ihrer Art, sie hats nie anders gelernt.
Denn sie lässt sich problemlos mäßigen, guckt dabei nur immer verständnislos "wie was jetzt, warum?" ist sich also keiner Schuld bewusst. Nepo hat eine Weile gebraucht um damit klar zu kommen, er ist eher von der vorsichtigen Sorte, spielt viel sanfter, deutet Attacken an um dann weg zu hupfen.

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RE: Hundekommunikation - Gruppenverhalten

#3 von Dakota , 06.02.2012 21:18

Nur ganz kurz, weil dakota auch hier erwähnt wurde, bitte nicht ausser acht lassen dass er zur zeit sieben, etwa zehn zentimeter lange nägel quer durch den hinterlauf geschossen hat, welche aussen durch ein metallgestell verbunden sind. Jeder wie auch immer geartete kontakt ist eine potentielle gefahr für seine genesung. Nicht auszudenken was passiert wenn sich ein anderes hundebein darin verfängt, ein ast, eine leine sich darin verhedert. Der teufel schläft nicht. Dieser fall hat in meinen augen nichts mit unterbindung von wichtigen kontakten zu tun!


liebe grüsse, nicole
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RE: Hundekommunikation - Gruppenverhalten

#4 von Sunnie , 06.02.2012 21:26

Ich finde es sehr vernünftig und sinnvoll, dass du deine Hündin nicht auf gut Glück auf jeden los lässt.

Die klassischen Spazier-Begegnungen sind ohnehin für Hunde immer die schwersten Herausforderungen, denn die Hunde haben das Gefühl, ok. da ist eine Konfrontation unvermeidlich, da muss ich nun mit fertig werden. Und dann entscheidet die Selbstsicherheit, die Vorerfahrungen und das Umfeld inclusive Besitzer, wie mit der Situation umgegangen wird. Diese Art der Begegnung hat auch oft gar nichts damit zu tun, wie die Hunde miteinander umgehen würden, wenn sie sich in entspannterer Weise kennenlernen könnten.

Viele Rassen haben Spielvorlieben, manche davon sind ziemlich extrem. Grundsätzlich sind die Pole für draußen stattfindende Sozialspiele reine körperlose Rennspiele (Wndhunde z.B:) und Rempeleien an Ort und Stelle ohne Fortbewegung (Bulldoggen). Je nach Rasse und Spielpartner hat man unterschiedliche Mischungen aus diesen Elementen. Eine der schwierigsten Kombinationen die ich kenne haben Riesenschnauzer: Vollgas rennen (und die sind oft richtig schnell) und dabei volle Power rempeln. Da wird es oft sehr schwierig, geeignete Spielpartner zu finden, wenn man nicht andere Riesenschnauzer vor Ort hat.

Gerade für die Entwicklung von vielseitiger Kommunikation und angepasstem Spielverhalten können gute Welpen- und Junghundegruppen einen wichtigen Beitrag leisten. Bei mir habe ich das Glück, dass die letzten Welpengruppen eigentlich immer gut gemischt mit kleinen und großen Hunden waren (Vom Minimops bis zum Neufundländer). Wenn man darauf achtet, dass alle integriert werden kann man immer wieder schön beobachten, wie die Hunde anfangen, ihr Spielverhalten den Spielpartnern anzupassen. Die meisten großen und auch die rempligen Hunde fangen dann an, sich hinzulegen, wenn sie mit den kleinen spielen wollen. Dann dürfen die Kleinen auf ihnen rumtoben und so kommt denn doch wieder ein gleichberechtigtes Spiel dabei heraus. Ich habe dabei besonders eine Rottweilerhündin vor Augen: Ihre Lieblingsspielpartnerin war eine Hovawarthündin, die beiden sind mit vollstem Körpereinsatz und wildestem Kampfgeschrei durch die Gegend gerast, aber wenn sie mit den kleinen Terriern gespielt hat hat sie sich genauso bereitwillig auf dem Boden gewälzt und sich begeistert von den kleinen Terriern erbeuten lassen. Eine sehr sozialkompetente Hündin für ihr Alter und eine bei allen beliebte Spielpartnerin.


Liebe Grüße Antje

 
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RE: Hundekommunikation - Gruppenverhalten

#5 von Sunnie , 06.02.2012 21:36

Hallo Nicole,

ich weiß, dass diese Debatte in deinem Thread angefangen hat und ihr auch immer wieder zitiert wurdet. Für mich stand aber euer Verhalten dabei zu keiner Zeit in der Kritik oder zur Debatte, vielleicht ist das von meiner Seite nicht immer deutlich geworden. Dass ihr im Moment Dakota von allen Gefahrensituationen fernhalten müsst und diese Begegnung sehr unglücklich für euch war steht für mich außer Frage. Ich habe mich da nur eingeschaltet, weil ich den Eindruck hatte, die Stimmung gegen die Berner-Besitzerin, die nach dem wie ich es verstanden habe nicht so reagiert hat, wie es richtig und wünschenswert gewesen wäre, aber auch nicht die furchtbarste Hundehalterin aller Zeiten ist, sich hochschaukelte und ich erlebe das halt auch immer wieder, dass besorgte Hundehalter (und damit meinte ich eben nicht euch, sondern einige der involvierten Mitschreiber) dazu neigen, eine immer größere Unsicherheit und daraus Abwehr bei Hundebegegnungen zu entwickeln. Diese Abwehr führt dann oft erst zu den Problemen, aber das bezog sich aus meiner Sicht generell nicht auf euch.

Beste Genesungswünsche für den Plüschbären, ich bin sehr froh darüber, dass dieser Unglücksfall scheinbar doch eher glimpflich für euch verlaufen ist


Liebe Grüße Antje

 
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RE: Hundekommunikation - Gruppenverhalten

#6 von Dakota , 06.02.2012 21:51

Danke antje für die klarstellung deinerseits. Kommunikation ist auch für uns menschen ein endloser lernprozess, speziell wenn man sich dabei nicht in die augen sehen kann.


liebe grüsse, nicole
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RE: Hundekommunikation - Gruppenverhalten

#7 von Ökotourer , 06.02.2012 21:57

Dakota ich hatte deinen Thread nur wegen dem bereits gesagten erwähnt. Natürlich ist ein verletzter Hund ein Sonderfall, da gibts gar keine Diskussionen drüber und als anderer Hundehalter sollte es selbstverständlich sein da besondere Rücksicht walten zu lassen.

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RE: Hundekommunikation - Gruppenverhalten

#8 von Ökotourer , 06.02.2012 22:07

Sunni ich glaube grade dieser Satz
"..eine immer größere Unsicherheit und daraus Abwehr bei Hundebegegnungen zu entwickeln. Diese Abwehr führt dann oft erst zu den Problemen.."
bewahrheitet sich/ ist oft bei vielen Kleinhundbesitzern zu sehen. Älteres Frauchen nimmt panisch reissaus wenn sie anderen Hund nahen sieht, Hund denkt "oh Gott was ist los" verknüpft anderer Hund = Frauchen Angst und irgendwann siehst du dann so ein kläffendes Hündchen an der Leine hängen, von der panischen Besitzerin hinter sich hergezogen.
Ich kann mich zum Teil darüber ärgern weil mich es natürlich mit einem Hund der darauf reagiert nervt permanent diese Hunde passieren zu müssen, andererseits tun mir diese Hunde aber auch irgendwo leid. Vermutlich dürfen die nie von der Leine, nie normal frei mit einem anderen Hund über eine Wiese pesen, da schnüffeln, dort schnuppern und einfach Hund sein.

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RE: Hundekommunikation - Gruppenverhalten

#9 von Sunnie , 07.02.2012 00:11

Ja, die Kleinen sind da oft der Prototyp. Sie lernen es ja gar nicht anders als das das Auftauchen von Hunden mit Unsicherheit, Aufregung oder sogar Panik verbunden ist. Und in manchen Fällen entsteht dann aus der anfangs unbegründeten Panik eine 'self-fulfilling-prophecy', wenn der Kleine, der nur Panik gelernt hat, dann doch mal einem großen gegenüber steht und nichts besseres weiß, als dann vermeintlich um sein Leben kämpfen zu müssen. Dabei kann Spiel zwischen klein und groß so entzückend sein.

Aber: Was bei den Kleinen so läuft funktioniert bei den Großen ganz genau so.


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RE: Hundekommunikation - Gruppenverhalten

#10 von hasch-key , 07.02.2012 06:44

Hundekommunikation ist ein spannendes Thema, ja . Leider immer schwerer möglich.

Wir in der CH haben Meldepflicht, d.h. JEDE Verletzung bei Mensch oder Tier (also auch Artgenossen), die behandelt wird (das geht vom blauen Fleck über Fangzahnschrabber über grösseres) ist meldepflichtig und muss übers Vet.amt abgeklärt werden. Entsprechend angespannt sind solche Begegnungen.

Eiine Folge davon ist, dass normales Agressionsverhalten (Beispiel: frecher, distanzloser Jungspund provoziert adulten Hund und kriegt eins auf den Deckel) nicht mehr als solches wahrgenommen wird, sondern als unverträglich und agressiv abgestempelt wird, von vielen. Und da scheinen die SKN Kurse auch nicht gerade Abhilfe zu schaffen aufgeklärte Hundehalter heranzuziehen.

Meine Hundetrainer bietet ja schon seit Jahren den Workshop Hundebeobachtung an, da werden die Hunde der Teilnehmer 1h auf dem Gelände frei laufen gelassen und gefilmt und danach wird das angeschaut und besprochen.
In zwei Wochen gehe ich zum neuen Workshop Hundebegegnung, wo sowohl die Kontaktaufnahme zweier Einzelhunde (Fremdhunde) unangeleint sowie das Kreuzen an der Leine gefilmt und dann besprochen wird. Bin schon sehr gespannt.

 
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RE: Hundekommunikation - Gruppenverhalten

#11 von silvern , 07.02.2012 07:27

Hundebegegnung

http://www.youtube.com/watch?v=IKa2iJkmDXY

ein fremdes mädchen in unserer mädchenschar..

ich persönlich bin nicht neugierig auf fremde Hundekontakte außerhalb. Das liegt ganz einfach daran daß ich nunmal immer mit vier oder fünf hunden unterwegs bin, genug damit zu tun habe auf meine rasselbande aufzupassen egal ob ohne leine oder angeleint, dann muß ich auf meine beine aufpassen, und ein fremder hund mir alles ziemlich erschwert. Weil meine natürllich dann auch reagieren und an der leine ist das halt nix. Frei lasse ich sie nie mit einem anderen Hund, weiß ich denn ob deeeeer hört???? Also gehen wir an fremden Hunden vooooooorbei.

klar, meine sind sehr kommunikativ, überhaupt nicht agressiv und lieben andere hunde, die eine mehr oder weniger je nach charakter. Aber gerade weil meine so freundlich sind lasse ich sie auch nicht mit jedem hund zusammen, ich mag es einfach nicht wenn sie "zusammengschissn" werden. Weiß man denn, ob es nicht dann auch in der rudelhirarchie zu problemen kommt wenn ein fremder hund glaubt eine meiner hündinnen ducken zu müssen? Ich nehme mir die freiheit meine hunde nur mit solchen zusammen zu lassen mit denen es auch gut funktioniert.


liebe Grüße, heidrun

 
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RE: Hundekommunikation - Gruppenverhalten

#12 von hasch-key , 07.02.2012 07:44

Angeleint will ich auch keine Hundekontakte, a) wegen dem Gehedder und b) weil an der Leine Kommunikation eben eingeschränkt wird.
Und letzten Endes Gruppendynamik auch nicht unterschätzt werden sollte.

Abgesehen davon denke ich, dass der Bedarf bei Mehrhundehaltung auch nicht so gross ist wie bei einem Einzelhund,

 
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RE: Hundekommunikation - Gruppenverhalten

#13 von Sunnie , 07.02.2012 10:12

Das sehe ich auch so. Wo eine funktionierende Gruppe ist, sind die Hunde kommunikativ erfahren und da ist es nicht nötig, jeden anderen Hund kennen zu lernen. Im Übrigen halte ich dieses 'Wir müssen jeden entgegenkommenden kennenlernen' auch für gar keinen guten Weg. Ich bringe den Leuten bei, dass es der Normalzustand sein sollte, dass man an entgegenkommenden Hunden erstmal völlig entspannt vorbeigeht und sich eben nicht mit jedem befassen muss. Das sollen die Hunde als Normalzustand lernen. Das zwanghafte 'Wir müssen jeden begrüßen und unbedingt mit jedem fremden Hund spielen' ab Welpentagen ist für mehr Probleme als Nutzen verantwortlich. Es steigert nur den Stress der eigenen Hunde. Wenn es sich anbietet, spielen zu lassen, kann man ja noch mal umdrehen und das verabreden.

Ich bin aber auch unbedingt dafür, wenn es zu unplanmäßigen Begegnungen mit anderen kommt, als erstes möglichst unbeteiligt weiter zu gehen (noch mal: das hat nichts mit Dakotas Situation in diesem Fall zu tun). Der weitaus größte Teil an Spannungen löst sich alleine dadurch auf, dass man einfach weiter geht und die Situation nicht beachtet, selbst wenn schon gefaucht und gekratzt wird. Der andere Weg, ängstlich bis aggressiv jede Begegnung zu verscheuchen bewirkt eben das absolute Gegenteil, man selbst geht schon gespannt aus dem Haus und heizt die eigenen Hunde schon vom Start weg an.


Liebe Grüße Antje

 
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RE: Hundekommunikation - Gruppenverhalten

#14 von Sunnie , 07.02.2012 10:20

Je nach Konstellation ist es bei Gruppenhaltung aber trotzdem erforderlich, für andere Kontakte zu sorgen. Ganz besonders wenn der Nachwuchs Unsicherheiten zeigt oder die Alttiere Vorbehalte anderen gegenüber haben oder selbst nicht erziehungsfähig sind hat man sonst schnell eine Gruppe von Hooligans.

Aktuelles Fallbeispiel: Kunden von mir haben einen 10-jährigen Altrüden, kein übermäßig selbstsicherer Typ aber bisher unauffällig und verträglich und einen einjährigen Proll, bei dem sie erzieherisch gar nicht nennenswert eingewirkt haben. Beide Hunde sind regelmäßig gewöhnt, mit anderen Hunden frei zu laufen. Ergebnis. Der Alte ist der Erziehung nicht gewachsen und kassiert immer mehr Prügel vom Jüngeren, der Jüngere ist außer Rand und Band, hält die Füße nur bei absolut autoritären Altrüden still und attackiert alle, die weniger selbstbewusst sind. Und der Alte macht inzwischen mit. Da kommt noch einiges an Arbeit auf die Leute zu.


Liebe Grüße Antje

 
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RE: Hundekommunikation - Gruppenverhalten

#15 von hasch-key , 27.02.2012 17:24

Da es hier ganz gut dazupasst...:

Am Samstag war ich mit Chadie mal wieder in Sachen Weiterbildung unterwegs und nahm an einem sehr lohnenden Workshop teil, und zwar Hundebegegnung.
Die teilnehmenden Hunde begegneten sich dort sowohl einzeln an der Leine geführt (da dann vorbeilaufend, ohne Kontakt) und dann im Anschluss daran frei laufend. Alles wurde gefilmt und anschließend angeschaut und besprochen.

Ich habe nicht aus einem akuten Problem heraus teilgenommen, sondern aus Interesse, zumal man ja meist auf seine Wuffs konzentriert ist und den Gegenüber nur sehr selektiv wahrnimmt.
Chadie ist an der Leine grundsätzlich problemlos und ein sehr sicherer, souveräner Rüde, allerdings ist seine Toleranzschwelle bei unsicheren Vollproll-Machorüden unangeleint eher gering und die erkennt er auch Meilen gegen den Wind und macht denen dann auch gerne eine Ansage.

Unsere drei Begegnungen waren 1) zwei RRs, Mutter und Sohn, der Rüde ein unsicherer Vollproll, der gerne Gruppen aufmischt, 2) zwei vornehme, zurückhaltende Setterrüden und 3) ein hyperaktiver Mischlingsrüde.

Insgesamt war das Ganze sehr lehrreich, denn man hat prima gesehen, wie die Hunde je nach Typ aufeinander reagieren, Gas geben oder eher zurückhaltend sind, aber sehr gut aufeinander eingehen.
Nicht ganz überraschend haben die Hunde, die an der Leine am Dööfsten getan haben, ohne einen Riesenbogen um den anderen Hund gemacht, eben grundsätzlich unsichere Hunde. Und das Leinenmanagement von einigen war auch sehr verbesserungsfähig, auf Video sieht man ja auch erstmal sein eigenes Tun so richtig .

Alles in allem in jedem Fall sehr lohnend, zumindest für mich. Es löst allerdings nicht das Problem, dass zu viele Vollpfosten am Leinenende unterwegs sind.

 
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