Hallo zusammen,
wie bereits erwähnt, verschiebe ich meinen schon lang ersehnten Urlaub im winterlichen Lappland auf nächstes Jahr. Aber dank der eisigen Temperaturen, konnte ich nun wenigstens meinen neuen Winterschlafsack testen. Am Samstag, so gegen 15:30Uhr, sind wir drei Stunden von Vorderriss aus mit den Schneeschuhen in Richtung Walgau gewandert. Es war bewölkt mit "angenehmen" -12°C was mich fast ein Wenig enttäuschte, da mein Schlafsack eine Komforttemperatur von -30°C hat! Als es bereits dunkel war richtete ich den Schlafplatz her. Für Sakima schaufelte ich eine kleine Grube die ihn vor Wind schützte, als Unterlage hatte er eine dicke Evazote (Isomatte), daneben trat ich mit den Schneeschuhen den Schnee platt, dies war mein Schlafplatz. Da wir Kohldamf hatten, gab's was ordentliches zu futtern. Sakima bekam gefriergetrocknetes Biofutter mit Puffreis und für mich kochte ich Tortellini mit leckerer Sahnesoße. Danach stapften wir bei bereits -18°C noch eine Stunde gemütlich durch die Gegend. Als wir wieder beim Schlafplatz waren, zog ich Sakima seinen Overall an, er hat eine Membrane und soll die Wärme halten. Da Sakima versorgt war, machte auch ich es mir im Schlafsack gemütlich. Seit ein paar Stunden nieselte es permanent Raureif und es dauerte nicht lange, bis auch wir mit Raureif bedeckt waren. Neben dem Schlafsack hatte ich meinen Rucksack auf dem das Thermometer lag, im laufe der Nacht ging es bis -27°C runter! Bei Sakima schien alles i.O. und auch ich hatte es kuschelig warm. Da ich im Schlafsack nur eine lange, dünne Unterwäsche trage muss es beim Aufstehen immer schnell gehen, da man sonst rasch auskühlt. Eigentlich wollte ich nach dem Aufstehen ein paar Bilder machen aber leider war ich nur mit meiner kleinen Kompakten unterwegs und die wollte eben nicht mehr. Den Akku hatte ich mit im Schlafsack die Kamera selber war im Rucksack, was sie offensichtlich nicht vertrug. Nach dem Frühstück mit heißem Tee ging es ans einpacken, hier ist es immer recht anstrengend bis man mit den Handschuhen den dicken Schlafsack im Packsack verstaut hat.
Es war ein herrlicher Morgen mit tollem Licht und wirklich schönen Motiven, es war ein Jammer das die Kamera streikte. Aber auch so war es noch sehr schön und wir wanderten bei - 27C° bis in den Mittag hinein, wo es dann angenehme -12°C hatte.
Hier noch ein paar Bilder vom Vortag:
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Die Kleidung wurde ja schon in anderen Beiträgen angesprochen, was bei mir sehr gut funktioniert ist folgendes:
Oben:
- dünnes Unterhemd aus Merinowolle
- Langarm aus 200er Merinowolle
- eine lange bis gut unter den Hintern rechende Jacke aus gewalkter Wolle mit hohen und weiten Kragen mit Weitenregulierung (war heute so ausreichend)
- bei starken Wind kommt noch eine lange Jacke aus Ventile (extrem dicht gewebte Baumwolle) welche bis zu 95% winddicht ist mit einer Sturmkaputze dazu
- ein Fleece-Tube den ich als Schal verwende und den ich bei Bedarf bis über die Nase/Backen hochziehe. Bei Sturm wird er durch eine Sturmhaube aus Merinowolle ersetzt.
- Lammfellmütze mit Ohrenklappen (extrem kuschelig!) die wenn es sehr windig ist gegen eine Meriowollmütze ersetzt wird und zusammen mit der Sturmkaputze von der Ventile-Jacke ausreicht
Unten
- eine lange Seidenunterhose
- eine Hose aus Ventile
Schuhe
- sehr hoher Volllederschuh (keine Membrane) mit herausnehmbaren Innenschuh aus Filz
- dünne Linersocke
- darüber einen 1L Gefrierbeutel, der den Dampf daran hindert die dicke isolierende Socke zu verschwitzen
- dickere Merinowollsocken
Handschuhe
Kreislauf noch nicht in Schwung
- dicker Fäustling aus Schladminger Wolle ( war heute in der Früh bei -27°C ausreichend)
- bei starken Wind kommt noch ein Lederfäustling (ohne Membrane) als Windblock dazu
Kreislauf bereits in Schwung
- dünner Seidenhandschuh
- Fingerhandschuh aus Merinowolle
- bei starken Wind kommt anstelle von dem Merino-Fingerhandschuh ein Softshell-Windstopper-Handschuh
Das wichtigste ist aber, dass man nicht anfängt zu schwitzen da man so recht schnall auskühlt und die Sachen nur schlecht wieder trocken bekommt! Also, lieber öfters mal die Schichten wechseln.
Das ist die Kleidung wie ich sie für Wintertrekking oder im winterlichen Skandinavien tragen würde. Der Vorteil von der Wolle ist, dass man ein extrem gutes Körperklima hat und das sie auch noch wärmt falls sie doch mal feucht geworden ist. Aber Vorraussetzung für die Wolle als auch die Ventile-Baumwolle ist, dass es knackig kalt und trocken ist! Unter diesen Voraussetzungen schöre ich absolut auf die oben genanten Sachen. Heute z.B. habe ich kein bisschen gefroren und verschwitzt war ich auch nicht.
Vielleicht hilft es ja jemanden.

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