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Frühkastration beim Rüden

#1 von Die die im Wald rennt , 20.01.2012 17:52

Hallo Ihr,

wer von Euch hat seinen Rüden VOR einem Jahr kastrieren lassen?

Ist er tatsächlich NICHT erwachsen geworden oder ist das eine "Mär"? Wie hat er sich noch verändert?

Danke für jede Erfahrungsmitteilung!!!!

lg
ddiwr

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RE: Frühkastration beim Rüden

#2 von Bentley , 20.01.2012 18:03

Hallo
Ich selber habe noch nie einen Hund Frühkastrieren lassen und würde das auch nur in einem Notfall machen. Unten habe ich einen Link gesetzt (hoffe, ich darf das...). Der Text ist von Udo Ganslosser. Er hat mehrere Artikel zum Thema Kastration geschrieben.
Ich denke, man soll sich im Einzelfall bewusst sein, was man damit alles im Hundekörper macht. Der Hormonstatus wird verändert und das hat auch andere Konsequenzen....
Schlussendlich ist das eine Entscheidung, die jeder selber treffen muss, aber man sollte sich vorher gut informieren!

http://www.stadthunde.com/magazin/gesund...ganslosser.html

Liebe Grüsse
Sonja

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RE: Frühkastration beim Rüden

#3 von Die die im Wald rennt , 20.01.2012 18:14

Ja danke sonja, der Gansloßer ist ja bekannt für sein Buch. Ist allerdings sehr von der Kastration und der Etnwickung des Menschen abgeguckt und da ist vieles nicht korrekt und übertragbar.So gibt es da viele Widersprecher. Deswegen wollte ich mal in die Runde fragen, wie Eure tatsächliche Erfahrungen sind!!
lg
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RE: Frühkastration beim Rüden

#4 von Biggi , 20.01.2012 19:04

Biggi hat Inuk kastrieren lassen und zwar schon mit 8 Monaten .

Was mir jetzt aufgefallen ist , das er Zeit-verzögert in seiner Entwicklung ist ... also bei ihm ist alles etwas später ,so fängt er jetzt erst an mit seiner Rüpelphase ( 1 Jahr und 8 Monate ) und er bis heute noch ein Kindskopf .
Aber bei Hündinnen steht trotz alle dem noch hoch im Kurs und macht dort schon die ein oder andere Andeutung.

Gruss Biggi


 
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RE: Frühkastration beim Rüden

#5 von Musherin , 20.01.2012 19:58

Ich verstehe deine Kritik an Gansloßer nicht wirklich. Ich denke, er ist z. Zt. führend in Deutschland was Hormonsysteme und auch die Kastration bei Hunden angeht. Ich kenne ihn aus 2 Seminaren. Er hat ein ganz neues Buch "Kastration und Verhalten beim Hund" zusammen mit Sophie Strodtbeck (Tierärztin) geschrieben. Ich weiß nicht, ob du das schon gelesen hast. Sophie Strodtbeck eckt mit ihrer Sichtweise auch in der Tierärzteschaft an. Dort wurde über Jahre was anderes gelehrt und Veränderungen brauchen Zeit - es tut sich aber was! Ich kann für mich nur sagen, daß all die Erfahrung, die ich in den Jahren, die ich jetzt als Hundetrainerin arbeite gemacht habe, sich fast 100%ig mit dem decken, was Gansloßer von der wissenschaftlichen Seite aus erklärt. So konnte ich immer nur sagen, daß sich z. B. unsichere Rüden in ihrer Unsicherheit verstärken, wenn sie kastriert werden. Nun weiß ich durch Gansloßer auch warum und kann es erklären.
Warum willst du denn deinen Hund kastrieren und warum so früh?
Viele Grüße
Britta

 
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RE: Frühkastration beim Rüden

#6 von eistee , 20.01.2012 20:48


 
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RE: Frühkastration beim Rüden

#7 von Die die im Wald rennt , 21.01.2012 10:34

Hallo Ihr,

Britta: Ich will niemanden kastrieren lassen..ich hab gar keinen Rüden mehr...das war eine Frage, da ich einen Rüden zu mir nehmen möchte aus dem Tierschutz, der mit 6 Monatenso massiv hypersexuell war und deshalb kastriert wurde und seitdem das Verhalten eingestellt hat.
Ich bin auch absolut der Meinung, dass eine Frühkastration vermieden werden sollte..ich bin eigentlich gar nicht fürs kastrieren, aber manchmal gibt es tatächlich Gründe dafür und dann sollte man offen sein..finde ich..das es die Unsicherheit bei Rüden verstärkt, wenn sie vorher unsicher sind, das ist mittleriweile bewiesen , auch bei Ängsten..ABER man darf es nicht gleichstellen mit den Untersuchungen von menschlichen Kastraten (eistee)..das ist alles, was ich sagen wollte und Gansloßer habe ich nicht kritisiert....
...ich würde mir wünschen einfach Eure Erfahrungen dazu zu lesen.

vielen Dank

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RE: Frühkastration beim Rüden

#8 von Musherin , 21.01.2012 17:49

Ach so! Dann sind wir ja völlig einer Meinung.

Natürlich gibt es auch Fälle, wo eine Kastration sinnvoll ist. Hypersexualität ist einer davon (wobei ich mich Frage, ob das mit 6 Monaten wirklich Hypersexualität war...Tierschützer schnippeln ja gerne mal drauf los). Vielleicht fehlte einfach nur Erziehung. Aber ist ja auch egal - der Kleine ist ja nun kastriert. Wie er sich entwickelt kann dir aber niemand sagen, weil so viele Faktoren in die Verhaltensentwicklung einfließen. Du kannst den Hund am besten beurteilen, weil du ihn ja kennst. Wenn es allerdings tatsächlich Hypersexualität war, war es in dem Sinne auch keine Frühkastration mehr, da er ja schon geschlechtsreif war.

Wenn ich so nachdenke, kenne ich leider keinen früh kastrierten Rüden, der "normal", sprich richtig erwachsen, geworden ist. Sie sind zwar meist nett zu Hunden - aber verhalten sich im Gewandt eines Erwachsenen wie ein Junghund. Das kann zu Problemen führen in dem Sinne, daß der Kastrat wegen seines unangemessenen distanzlosen Verhaltens von anderen Hunden verprügelt wird (beim entsprechenden Hundetyp). Das muß aber auch alles nicht so dramatisch sein und hängt natürlich von der Rasse ab. Ein früh kastrierter Labrador ist sicher "schlimmer" als ein früh kastrierter Akita Inu. Um was für einen Hund handlet es sich denn?

Viele Grüße aus dem verregneten und stürmischen Norden

 
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RE: Frühkastration beim Rüden

#9 von Die die im Wald rennt , 21.01.2012 19:33

Ja ich glaube auch, dass wir weitgehend einer Meinung sind!!! Ich bin grundsätzlich GEGEN Kastration!!!

Der Rüde ist ein Setter-Spitz-Mix. Er hat mit 6 Monaten ALLES hundeartige bestiegen was nicht in 2sec. auf den Bäumen war. Er ist auf einer Pflegestelle, die eigentlich schon Ahnung von Hunden hat, aber er war nicht mehr zu "halten" . Er hat zu der Zeit schon das Bein gehoben, wobei er das nach ihren Aussagen 5 Wochen nach der Kastration wieder zurückgenommen hat und vorwiegend abpinkelt im Vierfußstand.
Naja, ich lern ihn morgen kennen--persönlich- aber ich hätte halt gerne gewusst, ob jeder Hund nun in dem Stand stehen bleibt, in dem er kastriert wurde?

Ich musste (Struvitsteine) meinen damaligen Rüden mit 2 Jahren kastrieren und da hat sich gar nix verändert. Aber sooo früh..da hab ich viele Fragezeichen?????????

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RE: Frühkastration beim Rüden

#10 von Sunnie , 21.01.2012 21:09

Ich habe meinen Scott mit einem knappen Jahr kastrieren lassen. Scott (jetzt 10) ist einer der souveränsten Rüden, den ich kenne. Von klein auf sehr selbstbewusst aber absolut kein Raufer. Hat sich mit zwei Jahren aus einer Mobbingsituation (20 fremde Hunde waren hinter ihm her und haben ihn zu Boden gerissen, entgleiste Spielsituation) problemlos selbst befreit und ist vom Platz stolziert ohne dass einer verletzt war oder ihm noch einer nachgestellt hat.

Ich habe ihn kastrieren lassen, weil er bei uns bleiben sollte und seine Mutter und seine Schwester als nicht kastrierte Hündinnen ja auch noch da waren.

Michel, meinen Schäfer-Mali-Mix, habe ich mit knapp anderthalb Jahren übernommen, da war er schon lange kastriert. Damit hatte ich nun nichts zu tun. Michel ist nun absolut kein souveräner Rüde, er ist ein alberner Kindskopf, aber das hat mit seinem Temperament zu tun und nicht mit der Kastration. Michel deckt jede kooperative Hündin in der Stehzeit, wenn sie das wünscht (wie meine Althündin z.B., die ihm das schließlich auch beigebracht hat.

Ich halte es für fahrlässig, zu viel in die Kastration hinein zu interpretieren. Sozialisation, vor allem auch die Gleichgeschlechtliche, wird häufig so unzureichend oder auch völlig falsch betrieben, dass ich eine ernstzunehmende Vergleichbarkeit von Kastrationsergebnissen überhaupt nicht für möglich halte. Ich bin kein Kastrationsfan und bei der Menge an Hunden, die ich heute habe, würde ich auch keinen mehr kastrieren lassen, dann habe ich für die Zeit eben zwei Gruppen. Aber so wie ich klein angefangen habe, zwei Mädels und einen Rüden habe ich die Situation, einen alleine separieren oder weggeben zu müssen einfach nicht für gut gehalten. Scottis Kastration bedaure ich immer in den Momenten, wo er testosterongefluteten Jungrüden ab und zu klar machen muss, dass er kein Mädchen ist, er händelt das aber äußerst souverän. Ansonsten ist er ein gefragter Erzieher für Jungrüden in den Junghundegruppen. Ist immer wieder schön zu sehen, wenn die Jungs so ins Pöbelalter kommen und meinen, man müsse ja jetzt austesten, wer hier den längeren habe ... Nehme ich dann meinen Dicken mit in die Gruppe, sind die Youngster auf einmal wieder alle Kinder und spielen vergnügt, wenn sie mal nicht hinter meinem Dicken her hoppeln ...


Liebe Grüße Antje

 
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RE: Frühkastration beim Rüden

#11 von Musherin , 22.01.2012 10:20

Antje beschreibt das, was ich meinte. Verhalten entwickelt sich nicht nur aus der Kastration, sondern auch aus ganz vielen anderen Dingen. Trotzdem glaube ich, daß eine sehr frühe Kastration da nicht förderlich ist. Es ist sicherlich aus o.g. Grund nicht einfach da wissenschaftliche Aussagen zu treffen aber dennoch möglich. Es entwickelt sich nicht jeder früh kastrierte Rüde gleich (der von Antje war ja auch schon 1 Jahr alt und sehr souverän).
Ich kann dir nur den Rat geben: Schau dir deinen Kandidaten an, guck was das für ein Typ Hund ist, und entweder du magst ihn und seine Art oder eben nicht. Sollte er jetzt schon eher souverän sein, wird er auch nicht in eine "Kindlichkeit" zurückfallen. Sollte er jetzt noch eher "kindlich" sein, kann es sein, daß er tendenziell so bleibt. Er kann sich aber auch noch weiter entwickeln. Mach dir nicht zu viele Gedanken darüber. Wichtiger ist, daß es mit dir und dem Hund passt. Wie alt ist er denn jetzt?
Wenn man einem nicht geschlechtsreifen männlichen Welpen Testosteron spritzt, fängt dieser an das Bein zu heben. Nimmt man einem Rüden (der in deinem Falle ja noch nicht lange mit seinem Testosteron zu tun hatte) durch eine Kastration das Testosteron wieder, hebt er das Bein nicht mehr. Werden ältere Rüden kastriert, heben sie zwar meist noch das Bein, markieren aber nicht mehr so häufig.
Ich habe auch einen kastrierten Rüden Taylor (Aussie-Husky-Schäferhund), der mit ca. 1 Jahr unkastriert als Pflegehund von der Nothilfe für Polarhunde zu mir kam. Er ist ein sehr unsicherer Hund und ich habe bei ihm eindringlich vor der Kastration gewarnt (die Nothilfe wollte sich da sogar auf eine Sterilisation einlassen). Er wurde mit 1,5 Jahren vermittelt und kam 2 Monate später kastriert und völlig verstört wieder. Es war so ziemlich alles schief gelaufen, was schief laufen kann. Er hat sich dort mit dem anderen kastrierten Rüden nach einiger Zeit fürchterlich gebissen, so daß sie die Hunde nicht mehr zusammen lassen konnten. Daraufhin wurde er sofort kastriert, was natürlich keine Besserung brachte, da die Menschen ihm keine klaren Grenzen setzten und ihm keine Sicherheit gegeben haben. Taylor war und ist bei mir völlig verträglich mit fremden und eigenen Hunden (mit den Hunden meines Freundes zusammen, sind es immerhin 7 Stück). Taylor hat Wochen gebraucht, bis er wieder halbwegs normal war und durfte dann auch bei mir bleiben- er ist aber durch die Kastration noch unsicherer geworden. Ich komme damit klar, weil ich durch meine Ausbildung weiß wie. Dem Hund hat man damit aber nichts Gutes getan. Na ja, das war jetzt vielleicht ein bißchen OT, weil das nichts mit Frühkastration zu tun hat.
Ich wünsche dir, daß es mit dir und deinem "Neuen" klappt.
Viele Grüße
Britta

 
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RE: Frühkastration beim Rüden

#12 von Sunnie , 22.01.2012 12:05

Hej Britta,

ich finde, dein Beitrag hat sehr wohl mit dem Thema zu tun. Im Grunde geht es doch darum, dass Kastration weder Erziehung noch Sozialisierung ersetzen kann. Wenn so etwas versucht wird, sind die Folgen tendenziell negativ. Ich habe bisher bei einem 'minderjährigen' Hund eine Kastration empfohlen, das ist ein Labrador, der trotz vielfältiger Sozialkontakte bei Anwesenheit von Hündinnen (und zwar nicht läufigen) oder Kastraten an nichts anderes denkt als ans Besteigen und das seit dem etwa 5. Lebensmonat. Er lässt sich problemlos zurechtweisen, ist überhaupt nicht streitbar, aber lernt aus diesen Zurechtweisungen leider auch nur für die nächsten max. 10 min. Dann hechelt er wieder hinterher. In dem Falle existieren andere Hunde oder die Halter absolut nicht für ihn, er ist nicht widersetzlich aber auch überhaupt nicht ansprechbar.

Massives Interesse an Hündinnen ist aus meiner Sicht für pubertierende und nachpubertierende Jungrüden völlig normal, umso mehr, wenn sie nicht durch geeignete Sozialkontakte auch passende Grenzen gesetzt bekommen, da hat eine Kastration nichts zu suchen, aber wo der Hund überhaupt nicht mehr in der Lage ist auch nur annähernd normale soziale Beziehungen zu knüpfen halte ich sie für verantwortbar. Ist aber nach meiner Meinung nur in sehr wenigen Fällen so.


Liebe Grüße Antje

 
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RE: Frühkastration beim Rüden

#13 von Shadow , 24.01.2012 21:43

also ich kann da nicht so viel mit reden ,meine 3 Boys haben noch alles dran sind zwischen 1-3 Jahre alt. Wir sahen noch keinen Grund für eine Kastration


Lg Jessi

Einen Nordischen besitzt man nicht, man lebt mit ihm :-)

http://www.youtube.com/user/ShadowsRudel?feature=mhum
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RE: Frühkastration beim Rüden

#14 von LumiOlut , 26.01.2012 09:59

Wir haben unseren Rüden, zusammen mit unserer Hündin nach 6 Monaten kastrieren lassen. Nach diversen Meinungen (von auf gar keinen Fall bis hin zu wenn dann so früh) auch von verschiedenen Tierärzten haben wir uns schließlich dafür entschieden und es bis heute nicht bereut. Er hebt das Bein, hat Interesse an läufigen Hündinnen, läßt sich auch von dem Nachbarshund ( ein Kaukase ) nichts gefallen - es ist ja ein Zaun dazwischen.
Allerdings ist er super verspielt, was aber natürlich auch an seinem Alter liegen wird (8 Monate).

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