Image Hosted by ImageShack.us


erfahrunsberichte von mehrhundehalter

#1 von wolfspfote , 21.10.2011 21:03

ich weiß nicht ob es hier rein passt aber ich leg mal los.mein mann und ich überlegen ja schon ein weilchen ob wir uns einen zweiten sibirien zulegen.jetzt ist es allerdings so das wir immer intensiver drüber nachdenken.
nach ein paar überlegungen und eifrigen diskussionen kammen doch ein paar fragen auf.
1.welpe oder doch etwas älter unsere hündin ist jetzt 1 jahr und 4 monate alt
2.wie integriert man den neu zugang?
unsere hündin neigt auch zur eifersucht bzw neid
wir wissen das mehr trubel entsteht, mehr raum gebraucht wird und zeit genauso finianzel
3.wenn ein welpe wie mit zwei hunden zugsport da der welpe ja noch zu jung ist
gibt es sonst noch dinge die man bei zwei hunden beachten muss.wir denken lieber alles vorher genau durch da wir jemanden kennen der zwei huskys besitzt von klein auf diese sind jetzt fast ein jahr beides rüden und die sind sich nur am keilen.deswegen möchten wir das genau überdenken.ach ja bevor ich es vergesse, wir möchten noch eine hündin.
lg jenny

 
wolfspfote
Kleiner Gassigeher
Beiträge:50
Registriert am: 02.10.2011

RE: erfahrunsberichte von mehrhundehalter

#2 von eistee , 21.10.2011 21:56

schwer da tips zu geben, weil es sehr unterschiedliche erfahrungen gibt.

bei hündinnenkombinationen solls schon mal vorkommen, daß die nicht (mehr) funktionieren, aber auch nur-rüdenkombis wo's kracht.
oft hab ich gehört, daß sich hündinnen ernsthafter und wirklich dauerhaft verkrachen können wie rüden, wo's oft viel lärm und getöse "um nichts" gibt (männer halt ), aber sich die "gegner" wieder zusammenraufen.
von daher wäre bei einem rüden zu der hündin vielleicht die wahrscheinlichkeit größer, daß das klappt.

aber es gibt auch gegenbeispiele:

ich hatte zu einer hündin lange 1-3 rüden, davon einer unkastriert; im zusammenleben kaum probleme, bei läufigkeit natürlich die trennungsnotwendigkeit.
danach 3-4 rüden zusammen, kastriert und unkastriert gemischt, und komm gut damit zurecht und das auf engem raum.

andere wie silvern halten bis zu 5 hündinnen zusammen, und das geht auch.

also schwer ein funktionieren vorherzusagen.

für zugarbeit hats schon was für sich, wenn man sich einen altersmäßig dazupassenden hund holt, und man weiß bei dem alter vielleicht schon eher, was der können sollte, damit die läuferisch halbwegs zusammenpassen.


 
eistee
Tourenprofi
Beiträge:1.053
Registriert am: 25.09.2009
zuletzt bearbeitet 21.10.2011 | Top

RE: erfahrunsberichte von mehrhundehalter

#3 von wolfspfote , 22.10.2011 08:09

danke für deine antwort.

mit tips geben ist schwierig da man das nie genau vorher sagen kann.
aber da viele hier sind die mehrere hunde haben dachte ich vieleicht können doch ratschläge kommen.

hab schon öfters gehört das ein haufen mädels schwierig werden können.(frauen halt)

ja die überlegungen sind schon schwierig aber auf blauen dunst holen wir uns kein lebe wesen ins haus haben wir noch nie gemacht.sollte schon gut überlegt sein.

wenn ein rüde dann müssen doch beide kastriert werden da wir die trennungsmöglichkeiten nicht so haben.ich bin aber kein freund von kastration außer es ist medizienisch notwendig

 
wolfspfote
Kleiner Gassigeher
Beiträge:50
Registriert am: 02.10.2011

RE: erfahrunsberichte von mehrhundehalter

#4 von silvern , 22.10.2011 08:10

wenn ihr einen Welpen dazu nehmt müsst ihr ein jahr warten bis ihr ihn einspannen könnt. Okay, eure Hündin ist noch jung, wenn ihr z.b. im frühjahr einen Welpen mit 12 Wochen bekommen würdet könntet ihr ihn im winter schon mit einspannen. Ob sich die beiden vertragen oder nicht kann man vorher nicht wissen. Ich hatte nie Probleme, habe alle meine Welpen anstandslos und ohne Schwierigkeiten in mein Weiberrudel integrieren können. Das liegt aber auch am charakter beider Seiten. Aber es ging nicht immer problemlos.
Als ich zu meiner allerersten Hündin nach fünf Jahren einen Welpen dazu nahm zeigte die ihm nur die kalte Schulter. Wollte nichts von der kleinen wissen. Und das war echt traurig, sie knurrte die kleine nur weg. Die waren sich auch nie grün. Später dann, als Kira alt und hinfällig wurde hat Nikka den Spieß dann umgedreht und das war wirklich nicht schön, ich konnte die beiden keine Minute allein in einem Raum lassen.
Nikka hingegen war von anfang an an den dazu kommenden Welpen interessiert, hat sie erzogen wofür ich ihr echt dankbar bin.

Alle meine hinzugekommenen Hunde sind charakterlich einwandfrei. Daher funktioniert mein Weiberrudel auch.

Sehr wichtig ist daß ein Welpe nicht zu früh von seinem Rudel weg geholt wird. Alle meine Welpen hatten ein großes FAmilienrudel um sich und waren erwachsene Hunde gewöhnt. DAs hat das einleben und zusammenleben mit meinen erwachsenen Hunden sehr erleichtert.

Wenn deine Hündin eifersüchtig ist wirds schwierig. Wie siehts denn aus wenn ihr Hundekontakt habt, ist sie da verträglich? Ich würde es mal testen wie sie auf Welpen reagiert oder auf größere Hunde. Vielleicht kannst du mal in einem tierheim schauen und und sie mit einem anderen Husky zusammenbringen. Jetzt finde ich das allerdings noch ein bißchen früh. Ich würde auf jeden Fall warten bis eure Hündin mindestens 2 oder 3 jahre alt ist und ihr Charakter sich gefestigt hat. Dann würde ich einen zweiten Hund dazu suchen. Ihr könnt jetzt mit euerer HÜndin biken oder scootern, ihr alles beibringen was sie zum Zugsport wissen und können muß. Dann erlernt euer Zugang das alles spielend.

Wie äußert sich denn die Eifersucht? Daran könntet ihr inzwischen evtl. auch arbeiten.


liebe Grüße, heidrun

 
silvern
Tourenprofi
Beiträge:4.035
Registriert am: 21.09.2009

RE: erfahrunsberichte von mehrhundehalter

#5 von wolfspfote , 22.10.2011 08:24

hallo silvern schön das du geantwortest hast da du ja eine ganze mädels schar hast
wir wollen auch noch warten machen uns aber lieber rechtzeigig schon gedanken.ich würde auch nie ein welpen vor 12 wochen nehmen finde es auch zu früh.emmy war auch damals 16 wochen alt.das mit deiner ersten hündin und der zweiten tut mir echt leid war doch bestimmt herz zereissend mit anzuschaun.also mit anderen hündinnen spielt sie auch gerne aber da wird zuerst geklärt wer was zusagen hat da gibts manchmal auch pöbelein.beruhigt sich allerdings schnell.wir haben es schon so weit hinbekommen das wir andere hunde auch streicheln können war früher nicht möglich da sprang sie dazwischen und knurrte.sie drängt sich auch zwischen mir und mein mann.ansonsten gehts dann um spielzeug oder futter.bei futter hört die freundschaft auf.sie hat 4 hündinnen mit der sie im freilaufgebiet spielt und es geht eigentlich ganz gut sind aber alle älter als sie.bei welpen begegnung setzt sie den welpen erstmal auf den rücken.naja und die sympathie entscheidet da

 
wolfspfote
Kleiner Gassigeher
Beiträge:50
Registriert am: 02.10.2011

RE: erfahrunsberichte von mehrhundehalter

#6 von silvern , 22.10.2011 08:36

"futterneidig" sind viele Hunde. Da greife ich rigoros durch. Wenn es lecker gibt sitzen sie in einer Reihe und es gibt der Reihe nach das Lecker. Beim füttern würde ich dann beide konsequent trennen, muß nicht räumlich sein aber die Näpfe doch etwas auseinander. Keine darf an den Napf der anderen bevor nicht alle aufgefressen haben. Da kann man als Hundehalter viel machen. Kommt ein neuer hinzu ist er der letzte in der Reihe. Will die ältere dem neuen was wegnehmen lässt man das nicht zu. Man muß immer einen guten Mittelweg suchen.
Alle die Sachen die sich da jetzt äußern könntest du etwas angehen. Reindrängeln hast du ja schon im Griff. Sie gehören dazu unsere Hunde, aber irgendjemanden wegdrängeln ist nicht erlaubt.
Bei Spielzeug sind meine eigentlich total relaxed. Die spielen gar nicht und sind an spielzeug nicht interessiert außer es zu zerflanschen und das eigentlich nur die welpen und Junghunde. Die erwachsenen Hunde haben null Interesse an Spielzeug. Hat eine einen Ast zum kauen, oft kauen sie zu zweit da dran, wenn das die nicht möchte die den ast zuerst hatte werden mal kurz die lefzen hochgezogen und der andere zieht ab und sucht sich selber was. oder sie zerflanschen zu dritt einen Karton.
Gäbe es da Neidereien, müsste man das spielzeug nur unter Aufsicht hergeben. Die ältere muß dann lernen daß dem kleinen auch etwas gehört.nur

einen anderen Hund anknurren dürfen nur die älteren und zwar von oben nach unten. Die Alte Hündin knurrt mal vorsichtshalber alle an, wird aber auch von allen so akzeptiert. Die Reihenfolge beim lecker geben wird streng eingehalten, da legen auch die Hunde großen Wert drauf. Jede weiß wann sie dran kommt. Sind zwei bei mir zum streicheln oder kuscheln darf sich keiner dazwischen drängeln, ich nehme denjenigen aber dann auch gleich dran.

ich habe wie gesagt keine Erfahrung in Sachen eifersüchtiger oder neidischer Hunde, gottseidank. Aber vielleicht schreibt ja noch jemand der das in sseiner Meute hat.


liebe Grüße, heidrun

 
silvern
Tourenprofi
Beiträge:4.035
Registriert am: 21.09.2009
zuletzt bearbeitet 22.10.2011 | Top

RE: erfahrunsberichte von mehrhundehalter

#7 von eistee , 22.10.2011 08:48

wenn du nen rüden dazuholst, muß ner einer von beiden kastriert werden.

bekommst du nen rüden, der schon kastriert ist, hat sich die überlegung welchen schon erledigt.

andernfalls gibt es für jedes geschlecht ein pro & kontra,und man muß abwägen.


 
eistee
Tourenprofi
Beiträge:1.053
Registriert am: 25.09.2009

RE: erfahrunsberichte von mehrhundehalter

#8 von wolfspfote , 22.10.2011 08:48

ich bin schon mal beruhigt.denn die dinge die gegen sprechen kann man mit konsequenz unserer seits hinbekommen.
wir sind auch schon der meinung das sie zugänglich ist.aber man hört ja immer das mädels untereinander sich nicht vertragen.das verunsichert einen.wir kennen auch jemand die hat auch zwei mädels und das klappt wunderbar.die ist auch sehr konsequenz mit ihren beiden.finde es liegt auch oft am halter.sie dürfen natürlich nicht machen was sie wollen.
es ist ja auch noch zeit.
ich danke dir für deine antworten haben mir sehr geholfen und man staune bei dir klappts auch

 
wolfspfote
Kleiner Gassigeher
Beiträge:50
Registriert am: 02.10.2011

RE: erfahrunsberichte von mehrhundehalter

#9 von wolfspfote , 22.10.2011 08:52

@eistee vor und nachteile gibt es immer.
stimmt wir müssen dann abwägen bin aber durch silvern schon beruhigter was die mädels kombi angeht
noch ist etwas zeit und umziehen werden wir vorher auch

 
wolfspfote
Kleiner Gassigeher
Beiträge:50
Registriert am: 02.10.2011

RE: erfahrunsberichte von mehrhundehalter

#10 von Altaj , 22.10.2011 14:23

Hmmm..also Verschiedenes regt micht gerade ein bißchen auf: Erstens, warum müssen Hunde kastriert werden, wenn sie zusammen leben sollen? Ihr kastriert euch doch auch nicht, nur weil ihr keine 13 Kinder wollt??? oder???
Zweitens, ob Hunde futterneidisch sind o.ä. hat doch etwas mit der Erziehung zu tun( silvern hat es schön erklärt). Dann drittens, sollte man mit dem Hund den man bereits hat, gut zurecht kommen, sollte es da im Vorfeld schon Probleme mit dem vorhandenen Hund geben, sollte man diese erst einmal lösen, bevor man sich welche dazu holt, denn die werden das nicht regeln(schon, aber dann auf ihre Art).
Also zu meinen Hunden kommen auch fremde Hunde wechselnd dazu und das ist noch etwas anderes als ein festes Rudel. Eine gewisse Führung sollte schon da sein, also keine Anarchie.
Bei gleich geschlechtlichen Hunden ähnlichen Alters aus einem Rudel kann es mal vorkommen, wenn man zwei gleich ranghohe Tiere erwischt haben sollte, dass die immer wieder auf`s Neue ihre Position abklären möchten, dann wäre das ggf. der ungünstigste Fall. Ansonsten ist das ganz prima unter den Hunde geregelt, diese Rangfolge sollte Mensch auch nicht verändern wollen. z. B."ohhh, der Ärmste, keiner hat ihn lieb, heut geb ich ihm mal zu erst Futter". Denn dann muss die Folge unter den Hunde, aus Sicht der Hunde, wieder aufs neue klar gestellt werden.
Ich hoffe nicht, dass ihr mich falsch verstanden habt, aber so pauschalisierte Aussagen, mag ich nicht. Weil, wie hier schon erwähnt, kommt es immer auf die Situation an.


LG Bianca mit Altaj&Nimaju




Uploaded with ImageShack.us

 
Altaj
Waldläufer
Beiträge:276
Registriert am: 13.12.2010

RE: erfahrunsberichte von mehrhundehalter

#11 von Sunnie , 27.10.2011 00:01

Hallo,

wie alle vorher schon geschrieben haben, sind pauschale geht und geht nicht-Aussagen schwierig. Prinzipiell ist gegen gleichgeschlechtliche Gruppen nichts einzuwenden, wenn die Hunde untereinander eine Struktur festlegen können. Dann ist die Freundschaft und der Zusammenhalt eher größer als bei verschiedenen Geschlechtern (Auch bei Wölfen).

Wichtig ist aber, wenn das Zusammenleben der Hunde nicht reine Glückssache sein soll, dass der ältere Hund mit Rangordnungsstrukturen auch wirklich klar kommt. Das heißt als erstes, dass er (oder in dem Fall sie) euch als Rudelführer auch vorbehaltlos akzeptiert. Nach dem was du geschrieben hast, habe ich da Zweifel. Eifersucht gibt es bei Hunden nicht. Wenn ein Hund seinen Menschen von anderen Hunden abgrenzt (oder auch von anderen Menschen), ist er nicht eifersüchtig sondern er verteidigt seinen Besitz. Und von seinem Besitz lässt man sich nichts sagen. In einer funktionierenden Hundegruppe wird man es niemals zu sehen bekommen, dass der ranghöchste Hund sich von einem der anderen vorschreiben lässt, mit wem oder mit was er sich beschäftigen darf.

Mit nicht mal 1,5 Jahren ist euer Hund gerade erst zur Hälfte erwachsen, dh. dass Ansätze zu problematischem Verhalten bisher erst erprobt werden. Richtig ausgeprägt sieht man die erst im Erwachsenenalter, dann kommen auch all die Sachen noch mal auf, mit denen man sich vorher schon herumschlagen musste.

Sozialverhalten aus der Beschreibung von Hundetreffen mit Hunden zu beurteilen die man nicht kennt ist nicht möglich. Zum Teil sind Auseinandersetzungen ja auch berechtigt und führen zu einer späteren Klärung, wenn man als Mensch nicht an der falschen Stelle dazwischen geht.

Meine Empfehlung wäre, euren Hund mal bei jemandem vorzustellen, der Hundeverhalten auch wirklich beurteilen kann (das können längst nicht alle Hundetrainer), der euch dann auch eine gegebenenfalls kritische Rückmeldung über die Entwicklung eures Hundes geben kann. Mit so einer Hilfe wäre es deutlich leichter, einen passenden Hund dazu zu suchen.


Liebe Grüße Antje

 
Sunnie
Wanderer
Beiträge:352
Registriert am: 23.01.2011

RE: erfahrunsberichte von mehrhundehalter

#12 von silvern , 27.10.2011 07:40

das ist interessant sunnie, sonst heißt es immer weiberrudel sind schwer zu halten weil die sich eher "zerfleischen".

Über besitzergreifende Hunde, das kann ich so bestätigen. Unsere jüngste neigt auch dazu, das wird von mir aber rigoros abgelehnt. Sie darf in der Reihe stehen aber "keinen mm mit der nasenspitze weiter vorn" :-)))))

sunnie, hast du eigentlich schon mal bemerkt daß Hündinnen in Pärchenhaltung ganz anders werden als HÜndinnen in einem Weiberrudel? Ich habe das jetzt schon dreimal so erlebt. In Pärchenhaltung werden die Hündinnen total dominant auch wenn sie noch so zierlich sind :-))) und sind sehr unfreundlcih anderen Hündinnen gegenüber.


liebe Grüße, heidrun

 
silvern
Tourenprofi
Beiträge:4.035
Registriert am: 21.09.2009

RE: erfahrunsberichte von mehrhundehalter

#13 von wolfspfote , 27.10.2011 10:15

sunnie du hast recht bei uns gibt es noch dinge an die wir arbeiten müssen.der besitz wovon du gesprochen hast stimmt auch.sie sieht mein mann als ihren besitz an und von dem läßt sie sich auch nichts sagen.mein mann ist eher nachläßig mit ihr ,darüber haben wir auch schon gesprochen das wir beide rudelführer für sie sein müssen.besonders da wir ja noch einen haben möchten.ich glaube es ist angekommen.denn siehe da sie nimmt ihn jetzt ernst.ich hoffe das er aber auch so vweiter durch zieht.
deinen rat klingt super und werden wir auch so machen
lieben dank
ach ja so wie silvern schon sagte ich lese und höre auch oft das weiber sich wohl ganz schön angehen können.schön zu hören das es nicht so ist.

 
wolfspfote
Kleiner Gassigeher
Beiträge:50
Registriert am: 02.10.2011

RE: erfahrungsberichte von mehrhundehalter

#14 von eistee , 28.10.2011 02:56

ist zwar aus der pferdeecke, aber lesenswert:

http://www.pagalu.de/DominanzDebatte.htm

vor allem der satz:

"Trainer ist konsequent ! Trainer ist nie unsicher, Trainer verliert nie die Nerven, Trainer ändert nie zwischendurch seine Meinung, Trainer hat Situationen immer richtig eingeschätzt."


 
eistee
Tourenprofi
Beiträge:1.053
Registriert am: 25.09.2009

RE: erfahrungsberichte von mehrhundehalter

#15 von Sunnie , 31.10.2011 21:16

Es gibt schon Konstellationen von Weiber- (aber im übrigen bei Jungsrudeln genauso), die nicht passen und in die keine Ruhe hereinkommt. Das ist immer dann der Fall, wenn die Tiere keine klare Rangfolge untereinander festlegen können. Bestes Beispiel sind gleichgeschlechtliche, gleich starke Wurfgeschwister, die man zusammen hält. Der Unterschied in der Persönlichkeit ist da oft so gering, dass sich die Entwicklung zum Erwachsenen bis in blutige Ernstkämpfe entwickelt. Da wird sich irgendwann um jeden noch so kleinen Sch...ß geprügelt. Ein anderes Beispiel ist die Kombination eines unsicheren Alttiers mit einem sehr selbstbewussten Jungtier, auch da ist der Konflikt meist vorprogrammiert. Die dritte häufige Problemkonstellation ist die menschgemachte, in der das Alttier in seinen Erziehungsbestrebungen immer wieder zu Unrecht eingeschränkt wird. Das Alttier nimmt seine Erziehungsbemühungen dann zurück und dem Jungtier fehlt die Anleitung, es hat das Gefühl, führungs- und orientierungslos aufzuwachsen. Diese menschgemachte Problemstellung kann aber meist wieder korrigiert werden.

Läuft die Sozialisierung dagegen normal, ist ein gleichgeschlechtliches Rudel in der Regel harmonischer als ein gemischtes und die Begegnungen mit anderen gleichgeschlechtlichen sozialisierten Tieren sind dann meist völlig unkompliziert. Bei meinen (3 + 3) orientieren sich auch die immer wieder dazu kommenden Pflegehunde fast ausnahmslos an ihren Geschlechtsgenossen und befreunden sich am stärksten mit denen.

Hunde in Pärchenhaltung sind für Mehrhundeeinsteiger meist deswegen beliebt, weil man in der häuslichen Situation viel weniger falsch machen kann. In der Regel hat da auf Dauer (dh. ab der ersten Läufigkeit) praktisch immer die Hündin das Sagen. Für eine gute Sozialisierung fehlt dann aber oft der positive Einfluss des gleichgeschlechtlichen Alttiers, der der Hündin (und auch wieder dem Rüden) beibringt, dass sie nicht alles entscheiden muss. Wenn ich eine Junghundegruppe habe, in der es kriselt, weil mehrere Tiere sich um die Rolle des Anführers kabbeln, nehme ich eins meiner Alttiere (immer das geschlechtlich passende) mit in die Gruppe und schon benehmen sich die Streithennen oder Hähne wieder altersgemäß unbefangen und verspielt, weil sie sehen, dass die Position souveränes Alttier besetzt ist, im übrigen völlig ohne irgendeine Auseinandersetzung mit meinem Hund. Das können allerdings so ohne weiteres nur Hunde, die über die nötige Souveränität und Gelassenheit verfügen (mögen meine beiden Altwauzis noch lange, lange gesund und munter bleiben).

Dominanz ist ein vielgebrauchtes (und viel missbrauchtes) Modewort, was je nach Methode verteufelt oder überglorifiziert wird. Wenn man sich aber die soziale Grundstruktur von Hunden oder Wölfen anschaut, wird deutlicher, was mit Dominanz eigentlich gemeint sein sollte:

Wölfe leben in einer Sippengesellschaft, dh. ein Paar zieht Welpen auf und lebt im Familienverband mit erwachsenen und halberwachsenen Verwandten. Die Welpen wachsen ganz natürlich in eine Souveränität der Älteren hinein, von denen sie lernen, wie sie in der Welt am besten zurecht kommen. Da entsteht Dominanz auf ganz natürlichem Wege, nicht durch Auskämpfen. Wer alt und selbstbewusst genug ist, eine eigene Familie zu gründen wandert eben ab und versucht sein Glück. Die Grundstruktur bei Hunden ist genauso, nur erreichen die meisten Rassen nicht das "Erwachsenenstadium" der Wölfe, in dem sie sich eben nicht mehr beim Rudel halten lassen. Im Übrigen ist aber auch bei der Wolfsforschung beobachtet worden, dass die Familien lange zusammen bleiben, wenn das Futterangebot reicht. Ist das Futterangebot dagegen knapp, wandern die Jungtiere früh und weit.

Die Souveränität der erfahrenen Alttiere ist auch das, was in den von eistee zitierten Trainergrundsätzen steckt. Der Souverän steckt eben nicht voller Selbstzweifel, sondern er trifft seine Entscheidungen mit Überzeugung und das wirkt dann auch entsprechend.

Ich habe mich auf der Seite, wo das Zitat herkommt, noch ein wenig umgesehen und muss sagen, dass es nach nicht allzu vertieftem Umsehen doch eher einer der wenigen Sätze ist, die ich so unkommentiert stehen lassen würde. Die Lerngrundlagen sind missverständlich bis falsch und die Beispiele nicht immer zutreffend, mal davon abgesehen dass es bei Pferden natürlich um eine andere Form der sozialen Organisation geht. Hengste leben durchaus in Junggesellenrudeln ohne sich umzubringen, das hat aber mit der Rolle als Deckhengst bei einer Stutenherde nichts zu tun, da geht es um das Herdenmodell der Inzestvermeidung und genetischen Optimierung, das ist bei Herden halt anders als bei Rudeln. Hier geht es nicht um Rangordnung sondern um einen Konkurrenzkampf, das hat nichts miteinander zu tun.

Auf der Seite wird so manches miteinander vermischt, was nicht wirklich weiter hilft, Vertrauen ist natürlich eine wichtige Voraussetzung für Erziehung, Freundschaft ist es aber nicht. Wenn man voraussetzt, dass innerhalb eines gut funktionierenden Rudels alle Tiere miteinander "befreundet" sind, soll das dann bedeuten, dass es reine Glücksache ist, ob die ranghohen oder die rangniedrigen Tiere die wichtigen Entscheidungen treffen oder sind nur die ranghohen befreundet?


Leckerlis finde ich generell für Erziehung völlig ungeeignet, denn Erziehung hat für den Erziehungsbeauftragten in aller erster Linie etwas mit Grenzen setzen zu tun und die lassen sich nun mal nicht hineinfüttern. An Hunden, die nicht auf Leckerchen ansprechen, geht der Ansatz ohnehin vorbei und bei denen, die gierig sind muss ich als Erziehungsaufgabe ohnehin erst die Frage bearbeiten, wie viel Gier denn erlaubt ist. Das hat aber auch wieder eher weniger mit Leckerchen nach Leckerchen zu tun. Für das Trainieren von Tricks sind Leckerchen gut geeignet, aber das setzt eine solide, sinnvolle Erziehung voraus, sonst hat man nämlich das, was mittlerweile als echtes Problem gerade beim Pferdetrainig auftritt, wie gerade in einem Pferdemagazin berichtet wurde, weil sich Hufschmiede oder Tierärzte mittlerweile immer weniger an Pferde heranwagen, weil die auf eine der beliebten Leckerlikonditionierungen nämlich auf einmal unkontrolliert steigen oder treten, weil man den Trainingspunkt versehentlich berührt hat. Aber mit Zirkuslektionen und positiv bestätigen kann man ja nix verkehrt machen ....

Bevor mich da jemand falsch versteht, Grenzen setzen ohne Leckerli heisst natürlich nicht im Umkehrschluss schreien, reißen, wütend sein sondern schlichtweg klar, souverän und konsequent.


Liebe Grüße Antje

 
Sunnie
Wanderer
Beiträge:352
Registriert am: 23.01.2011

   

Update ^^
Fussball-EM

Banner zum Verlinken auf anderen Homepages


Image Hosted by ImageShack.us

Xobor Forum Software von Homepagemodules.de
Einfach ein Forum erstellen