Die Sache mit dem zweimal füttern hat ursprünglich nichts mit dem Wunsch des Hundes nach zweimal satt sein zu tun. Zweimal füttern ist eine Vorsichtsmaßnahme insbesondere für große Hunde und Trockenfutter, um die Gefahr einer Magendrehung zu verringern. Die große Mehrzahl der Trockenfutter quillt im Magen stark auf und es wird vermutet, dass die starke Magenfüllung bei bestimmten Hunden zu einer Vergrößerung des Risikos einer Magendrehung führt.
Rohfutter hat eine komplett andere Verdauungsphysiologie. Nach einer Umstellung auf rohes Fleisch steigt der Wert der Magensäure stark an, das ist notwendig, um Fleisch und vor allem auch Knochen verdauen zu können. Die Dauer, wie lange so eine Umstellung braucht, ist verschieden.
Wölfe, auch wenn Sie einen fertigen Riss zur Verfügung haben, fressen nicht in kleinen Portionen über den Tag verteilt, Sie nehmen normalerweise eine Hauptmahlzeit zu sich. Es wird unter Ernährungsexperten auch diskutiert, ob es überhaupt gut ist, die Magensäureproduktion durch verteilte Mahlzeiten den ganzen Tag über "am Köcheln" zu halten, da eine dauerhafte Belastung der Magenschleimhaut durch ständige Verdauungsprozesse zu Problemen führen kann.
Dazu kommt noch, dass Hunde, die sich stark anstrengen, zum Beispiel bei einer Hatz, ihren Verdauungstrakt entleeren. Verdaungsprozesse beanspruchen eine erhöhte Durchblutung des Darmtraktes und binden dadurch körperliche Energien. Braucht der Hund seine Reserven, schaltet er den Darm quasi ab, damit er alles mobilisieren kann. Hast du durch die Verteilung der Mahlzeiten immer eine durchlaufende Verdauung, kann es leicht passieren, dass der Hund die letzte erst halb verdaute Mahlzeit relativ ungenutzt herausdrückt. Bei langen Verdauungsprozessen (hoher Pflanzenanteil) oder ungünstiger Verteilung der Mahlzeiten erlebt man dann immer wieder, dass die Hunde, wenn sie sich zum Rennen fertig machen, große Mengen von weichem bis flüssigem Kot absetzen. Zu der mangelhaften Futterverwertung kommt dann noch das Problem, dass der Hund durch das vorzeitige Koten viel Wasser verliert, das er normalerweise noch wieder entnommen hätte.
Die Empfehlung von Silvern, nach der Anstrengung auch füttern, ist da nah am natürlichen Kreislauf: Erst jagen, dann fressen, dann ruhen bis es wieder Zeit zum jagen wird. Für Hunde, denen keinerlei körperliche Höchstleistungen abverlangt werden ist das sicher nicht so wichtig, bei Sporthunden sollte man das aber doch in Betracht ziehen.