Hallo,
ausgelöst durch das Gespräch zwischen Frank und Evi sind mir einige Dinge durch den Kopf gegangen, die das Beraten in Hundefragen allgemein und Ernährungsfragen speziell betreffen. Ich möchte euch mal, völlig losgelöst von diesem Gespräch, erläutern, was in der täglichen Arbeit passiert, egal ob in einem Forum, am Telefon oder vor Ort.
Ein Tierhalter, egal welche Art Haustier er hält, tut, abgesehen von Menschen, die Tiere quälen wie Massenvermehrer etc., subjektiv betrachtet alles für sein Tier bis hin an die Belastungsgrenze. Niemand der Tiere liebt und hält, fügt seinem Tier bewusst Schaden zu. Diese Aufopferung ist aber eben nur subjektiv und hält oft objektiven Kriterien nicht stand. Warum ist das so?
Ursache hierfür ist oft fehlendes Fachwissen - und das ist normal, denn man ist ja schließlich kein Wissenschaftler - und, was noch schlimmer ist, schlechte Beratung. Diese "Beratung" möchte ich mal sehr weit fassen, also angefangen vom Züchter, bei dem man das Tier erwirbt, oder beim Zooladen, über Verkäufer von Zubehör und Futter, weiter über so genannte Trainer, THP, Tierärzte mit wenig Weiterbildungswillen, Buchautoren, die irgendwo Mist abgeschrieben haben, weil sie auch mal was zu sagen haben wollten, und natürlich Foren, die eine sehr zentrale Rolle in dem Ganzen Klamauk spielen.
Der Arme Tierhalter ist nun dem ganzen Kram ausgesetzt und muss irgendwie irgendwas glauben, und das aus dem Bauch heraus. Und die Werbeindustrie tut da Ihre, und da Deutschland ja ein so kontrolliertes Land ist, hält es keiner für möglich, dass etwas verkauft werden darf, was den Tieren nicht gut tut. Aber die tatsächliche Kontrolle hört beim Menschen auf, beim Tier interessiert es kaum jemanden, nicht mal einen Richter.
Nun kommt dieser gebeutelte und verzweifelte Tierhalter zu Frank in den Laden (oder er trifft mich oder schreibt mich per Mail an), dann wird aus dem subjektiven Empfinden erst mal eine relativ objektive Betrachtungsweise. Man schlägt dann die Hände über den Kopf zusammen, was da alles zusammen gekommen ist. Erst vor wenigen Tagen hat Frank eine Hundehalterin mit einer vermuteten Entzündung im Darm zu einer TÄin geschickt um eine Vergiftung auszuschließen. Die Kundin kam wieder mit dem Hinweis, die TÄin habe erst mal eine Wurmkur durchgeführt. Eine chemische Wurmkur auf einen wahrscheinlich entzündeten Darm!!! Frank war kurz davor auszuflippen.
Nun muss er dem ohnehin schon verwirrten und ängstlichen Hundehalter sagen, dass dieser vieles falsch gemacht hat. Es ist völlig verständlich, dass dieser erst einmal beleidigt ist, und manche drehen um und gehen wieder. Es würde aber nichts bringen, wenn Frank denjenigen streicheln würde, denn einem Umdenken muss oft ein Schock voraus gehen. Frank ist auch viel lieber, wenn diese Kunden dann erst einmal gehen und sich nicht vorschnell für etwas entscheiden, von dem sie nicht überzeugt sind. Das haben sie oft genug tun müssen, damit muss Schluss sein. In 90 % der Fälle kommen diese Menschen dann nach einem Viertel- oder halben Jahr wieder und ziehen dann richtig mit.
Frank hat etwas gegen "schnelle Kunden". "Schnelle Kunden" wechseln auch oft genug genauso schnell wieder und schaden damit dem Tier mehr als sie ihm nützen. Und schnelle Kunden machen Fehler, die dann leider auf Frank zurück fallen, weil sie sich von jedem wieder reinreden lassen.

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