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RE: Infos zu nordischen Rassen

#91 von Sunnie , 19.02.2011 22:58

Aber mir gehts da wie dir, silvern, je mehr man sieht und erkennt, desto faszinierender wird es und desto mehr möchte man noch verstehen.
Man kann vieles aus der Körpersprache auch in die Erziehung und den Tagesablauf übernehmen, dazu sind alle viere, Schwanz und bewegliche Ohren gar nicht nötig. Vermutlich haben die meisten das auch schon erlebt, wenn sie mal vor ihren Hunden angefangen haben, zu tanzen oder rumzuhopsen, die meisten Hunde reagieren darauf total aufgedreht, weil solche übertriebenen Bewegungen zum Bild für Spiel gehören.
Je besser man körpersprachliche Signale und Haltungen kennt und auch selbst praktiziert, desto feiner werden die Möglichkeiten, mit den eigenen und auch fremden Hunden zu interagieren.
Ich hatte mal eine Gruppe damals noch im Hundeverein, in der sechs Leute neu angefangen haben. (Ich arbeite schon seit etwa sechs bis sieben Jahren mit Spiel in der Hundeerziehung, und damit meine ich wirklich spielen, nicht Ballwerfen oder so was, denn das hat meist mit Spiel überhaupt nichts zu tun. Spiel ist ein toller Einstieg in die Kommunikation mit Hunden und es ist eine unglaubliche Verstärkung für die Bindung. Wenn ich einmal mit einem fremden Hund gespielt habe gibt es ein Band zwischen uns. Sehe ich ihn das nächste Mal wieder, kommt er angestürmt und freut sich.) Ich habe in dieser Gruppe in der ersten Stunde mit einer Übung zum Spiel angefangen. Dazu habe ich die Leute nacheinander erst mal zeigen lassen, wie sie mit ihren Hunden spielen. Dann habe ich jeweils mit den Hunden gespielt. Der letzte Hund in der Runde war ein Australian Shephard Rüde, etwa 4 Jahre alt und vom Typ her eher reserviert. Als seine Besitzerin mit ihm gespielt hat, ist sie mit ihm gelaufen und er ist immer wieder an ihr hoch gesprungen und hat ein bisschen gerangelt, schon Ansätze von Spiel aber ziemlich monoton. Als ich mit dem Hund davor fertig war, habe ich mich zu den beiden gestellt und wollte in die Runde noch etwas erklären. Aber kaum stand ich neben den beiden und habe wie gesagt noch nichts gemacht fingen die Augen des Hundes an zu leuchten, er hat einen tadellosen bow (Vorderkörpertiefstellung wie es so schön sperrig in Deutsch heißt) mir gegenüber gemacht und war sofort mit mir in ein witziges, kreatives Spiel vertieft, obwohl wir beide da das erste Mal Kontakt miteinander hatten. Man hat ihm förmlich angesehen, wow, die kann spielen, und jetzt ist sie bei mir, los gehts.


Liebe Grüße Antje

 
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RE: Infos zu nordischen Rassen

#92 von Dakota , 20.02.2011 08:08

danke antje für deinen ausführlichen beitrag, ich finde darin viele für mich interessante informationen. mir hat übrigens damals die hundetrainerin in der hundeschule (das war aber ein eher misslungener versuch) auch gesagt, dass samis für andere hunde "schwer zu lesen" sind.


liebe grüsse, nicole
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RE: Infos zu nordischen Rassen

#93 von hasch-key , 20.02.2011 10:07

@Sunnie: Sehr zutreffend. Das Problem heutzutage ist aber auch die Hysterie. Wir haben hier in der Schweiz z.b. Meldepflicht bei Bissverletzungen bei Mensch und Tier, d.h. macht mein Hund ein Schrabber und der andere geht zum Tierarzt, dann meldet der das ans Vet.amt. Trägt nicht gerade zur Entspannung bei, auch wenn meine bislang keine Schrabber produziert haben, sondern eher einkassiert haben.

Ich hatte bislang noch nie ernsthafte Probleme, das Problem heute ist vielmehr, dass Hunde sich in Interaktion wie Schafe verhalten sollen. Mein einer Rüde ist recht souverän und sicher, hat aber eine relativ grosse Individualdistanz, d.h. er mag es nicht, wenn Hunde (wie die Labbifraktion) frontal auf ihn zurennen und die Bremse entweder auf ihm oder 3 cm vor ihm kriegen. Die bekommen dann nen Anschiss. Ich kanns ihm nicht verübeln, nur sowas geht heutzutage eben nicht, deshalb stoppe ich die Hunde und er hat nichts zu tun.

Mein Hundetrainer arbeitet sehr viel mit Körpersprache, ist auch sehr gut im Kontrollieren grosser Hundegruppen und es gab beim Freilauf nie ernsthafte Probleme - und da laufen Hunde aller Grössen und Rassen zusammen. Es stimmt, dass manche sich schlechter lesen können; nicht alle Hunde können das Fixieren von Borders ab, meine finden das "Gegrunze" von Bulldoggen komisch, gehen dann eben weg. Und Nordische können selbstverständlich auch eine Fusshupe von einer Katze unterscheiden und sind dann vorsichtiger.

Das Problem bei Mehrhundehaltern (also grösser als 1) ist eben, dass man auch wissen muss, wie die Gruppendynamik ist und ob im Zweifelsfall abgerufen werden kann, also wenn einer in Interaktion ist, dass die anderen nicht mitmachen.

Besagter Hundetrainer macht übrigens regelmässig den Workshop Hundebeobachtung. Da werden 1h die Hunde der Workshopteilnehmer gefilmt und danach das Video angeschaut mit Stopps usw. Ist sehr lehrreich, denn vieles sieht man während der Interaktion tatsächlich nicht, teilweise auch die Signale, die vorher ablaufen.

 
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RE: Infos zu nordischen Rassen

#94 von Sunnie , 20.02.2011 10:32

@hasch-key ja, das Problem mit den Labbis kennen meine nur zu gut, vor allem mit den Rüden. In Hamburg waren die ja auch massiv in Mode, vor allem auch weil da immer gesagt wurde, die wären so leicht zu erziehen, was viele eben mit gar nicht erziehen übersetzen. Wir hatten am Ende bei fast jedem Spaziergang einen überkandidelten Labbi-Jungrüden, der mitten in mein Rudel stelzte und da die Welle machen wollte. Meine Schwarzen hatten da alle Anzeichen einer akuten Labbi-Allergie.

Das mit deinem Hundetrainer klingt sehr gut, ist nicht zufällig auch einer von Canis? Dann kenne ich den/ die möglicherweise.

Die Verunsicherung der Leute ist in der Tat ein großes Problem, die Meldepflicht ist eins, die immer präsente Berichterstattung über jeden Beissvorfall auf dem Erdkreis, aber auch die Vereinzelung der Hunde. Wenige Hundehalter haben heute noch Erfahrung damit, wie sich Hunde eigentlich untereinander normal verhalten. Man kennt überwiegend nur noch single meets single. Ist auch so eine Erfahrung, die viele meiner Kunden erst hier bei mir in der Hundeschule machen. Und wenn die Hunde dann noch Geräusche machen, sind viele beunruhigt, das könne in eine Beisserei ausarten. Da kann man dann immer nur zeigen und erklären und beobachten schulen.


Liebe Grüße Antje

 
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RE: Infos zu nordischen Rassen

#95 von hasch-key , 20.02.2011 10:46

@Sunnie: der ist bei den ig-Hundeschulen Mitglied und auch bei der pet group. Gansslosser und Bloch machen gelegentlich mal Vorträge bei ihm.

 
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RE: Infos zu nordischen Rassen

#96 von Sunnie , 20.02.2011 14:47

sag doch mal den Namen, bitte...


Liebe Grüße Antje

 
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RE: Infos zu nordischen Rassen

#97 von hasch-key , 20.02.2011 15:06

Hast PN...

 
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Cooler Schnappschuss :)
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