Guten Morgen,
als ich gestern Abend im Bett lag und wegen meines dicken Kopfes nicht gleich einschlafen konnte, sind mir noch so einige Gedankeen durch den Kopf gegangen und ich habe mich gefragt, warum denn so viele Mythen in Sachen Hundeernährung im Umlauf sind und warum es denn Vielen so schwer fällt, die tatsächlichen Zusammenhänge zu verstehen.
Das Problem sehe ich in unser aller Art aufgewachsen und erzogen worden zu sein.
Wir haben von klein auf gelernt, die Dinge ziemlich absolut zu betrachten, und das ist uns heute eine liebe Gewohnheit und gibt uns Sicherheit in der Orientierung.
Aber die Natur/das Universum sind nicht absolut sondern veränderlich und anpassungsfähig.
Ich will es mal an 2 Beispielen fest machen.
Ein Beispiel stammt aus unserem Alltag, dem Straßenverkehr.
Wir haben als Kinder gelernt, dass man an der Ampel bei Rot anhält und bei Grün weiter geht/fährt. Also grün = los/weiter, rot = halt! Damit konnten wir uns orientieren und tun dies heute noch. Fußgänger-Ampeln sind auch oft so freundlich und beschränken sich auf diese beiden Farben. Fährt man als Erwachsener dann Auto, kommt plötzlich gelb dazu, und schon wird's schwierig. Befragt man mehrere Autofahrer, wird keiner den Zustand "Gelb" wirklich genau definieren können. Einer sagt, man könne sich dadurch auf die Veränderung vorbereiten, der Andere sagt, er fahre bei Gelb schon an, der Dritte meint, man könne zwar schon mal den Gang einlegen, aber fahren dürfe man noch nicht. Gelb ist irgendwas dazwischen, zwischen unseren Welten, gelb ist nicht richtig das und nicht richtig jenes, gelb macht uns unsicher. Bei gelb können wir teilweise selbst etwas entscheiden, aber das mögen wir nicht so gern. Uns ist es lieber, wenn wir klar strukturierte Regeln haben. Zwar rufen wir alle nach Freiheit, aber so wirklich anfangen können wir damit nichts. Und von diesen Beispielen gibt es hunderte im täglichen Alltag. Wir Deutschen sind dafür besonders empfindlich, weil es in Deutschland von jeher exaktere Regeln gibt als anderswo.
In der Natur geht es uns ähnlich. Ich will mal ein Beipiel aus meinem Ur-Hobby, der Aquaristik, bringen.
Früher wussten die Menschen, und auch für uns als Kinder war das völlig klar: Fische schwimmen im Wasser und atmen mit Kiemen, Säugetiere leben an Land und haben Lungen.
Dann entdeckte man plötzlich einen Lungenfisch und das ganze schöne Weltbild war dahin. Später fand man Fische, die regelmäßig an Land herumspazierten, die Schlammspringer, und die in der Aquaristik so beliebten Panzerwelse sind völlig daneben: sie atmen vorschriftsmäßig mit Kiemen, aber wenn der Sauerstoffgehalt im wasser knapp wird, dann gehen sie zur Oberfläche, nehmen Luft auf und veratmen diese im Darm (!).
Ihr seht, es gibt eben nicht nur schwarz oder weiß, sondern Millionen Grautöne dazwischen, und alles ist richtig, auch wenn es nicht unserem angestammten Weltbild entspricht.
Und genau dies ist auch der Grund, warum wir Menschen, besonders wir Deutschen, immer eine Bedienungsanleitung brauchen, egal ob wir einen Schrank aufbauen oder einen Hund füttern. Und darum haben die im Internet kursierenden Barf-Pläne auch so eine Beliebtheit, obwohl sie völlig blödsinnig und überflüssig sind, ja sogar kontraproduktiv. Allein zu entscheiden macht uns Angst, Angst vor einem Fehler. Wir trauen es uns nicht zu, selbst zu entscheiden. Aber zeigt mir doch mal diejenigen jungen Eltern, die für ihr Baby einen Ernährungsplan aus dem Internet benutzen, oder wer macht das denn für sich selbst? Bei uns und unseren Kindern vertrauen wir unseren Instinkten (oder der Werbung im Fernsehen). Klappt das mit den Instinkten, haben wir gesunde fröhliche Kinder und brauchen keinen Plan für 150,- €, klappt es nicht, dann haben wir einen 10jährigen, der 50 kg wiegt und schnell in ein Fernseh-Abnehm-Camp muss. In diesem Fall haben unsere Instinkte versagt, aber die vielen Gebrauchsanleitungen für eine gesunde Ernährung unserer Kinder auch - komischerweise!
Die meisten BARF-Regeln, die im intenet zu finden sind, fußen auf starren Regeln und werden dann reihenweise voneinander abgeschrieben. Aber es gibt keine starren Regeln, es gibt nur eine Art "roten Faden".
Bitte versteht meine Texte als solchen roten Faden!
Jede Gattung, jede Art und jede Rasse hat seine Besonderheiten, ja selbst jedes Individuum reagiert differenziert. Was bei dem einen Hund klappt, kann bei dem anderen völlig in die Hose gehen. Man muss lernen, will man es richtig machen, die Grundlagen zu verstehen und seinen Hund genau zu beobachten. Er zeigt uns, was er braucht, wenn wir ihn lassen.
Barf- und Futterpläne machen keine gesunden Hunde, sondern kranke Hundehalter, weil sie uns permanent unter Stress setzen. Wir haben Angst, etwas falsch zu machen oder dass etwas fehlen könnte (seltsamerweise macht sich kaum jemand Gedanken darüber, dass auch mal etwas zu viel sein könnte). Diesen Stress und diese Angst übertragen wir auf unseren Hund und wundern uns dann, warum es trotz des teueren Barf-Plans von Frau S. nicht klappt.
Franks Fütterungsmethode, die eigentlich gar keine "Methode" ist, sondern eine möglichst weitehende Kopie der Natur, hat er in nunmehr 7 Jahren ausprobiert und am eigenen Hunden sowie mit Kundenhunden getestet. Der Erfolg gibt ihm Recht. Erfolglos war er nur bei Hunden, deren Halter nicht bereit waren, es konsequent durchzuziehen, die gemeckert haben, dass ihr Hund nicht abnimmt, aber sich außer Stande sahen, Oma zu verbieten dem Hund täglich 2 Kilo Kekse reinzuschieben, denn man kann Oma ja nicht kränken.
Wir möchten nicht, dass das, was ich aufgeschrieben habe, als "Methode" mit Franks Namen versehen wird, denn es ist keine dem Urheberrecht unterliegende Erfindung. In einem anderen Forum war es dann schon die "Henry-Wollentin-Methode" und wurde der "Swanie-Simon-Methode" gegenüber gestellt - so ein Blödsinn! Letzten Endes diskutierte man dann - ich bin in dem Forum nicht registirert - wer wir denn seien oder ob wir "berühmte Leute" sind oder nicht. Was hat das alles für einen Sinn? Wir wollen keine Hunde-Promis sein oder werden, keine Futter-Rütter, wir wollen gesunde Hunde und ungestresste Halter, weil es keine fetten, hyperaktiven, kratzenden, allergischen und lernresistenten Hunde mehr gibt. Das ist unser Ziel und dafür arbeiten wir täglich - Frank 9 Stunden im Laden und auf Seminaren und Messen, und ich viele Stunden die Woche an der Tastatur.
Neulich sagte eine Hundehalterin zu uns, sie habe eine Esstörung und damit sie diese nicht auf ihren Hund übertrage, wolle sie alles ganz exakt machen und rechne alles genau aus und wäge es ab. Erkennt jemand das Problem in dieser Aussage?