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Barf-Fragen - Theorie und Praxis

#1 von Henry Wollentin , 07.02.2011 17:52

Hallo,

nachdem Heidrun so nett war meine Texte hierher zu kopieren, wird sicherlich die eine oder andere Frage aufkommen.

Bitte schreibt eure Fragen hier hinein, damit die Text-Treads nicht zu unübersichtlich werden.

Vielleicht kann jemand aus dem Team die Threads schließen.


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RE: Barf-Fragen - Theorie und Praxis

#2 von Altaj , 07.02.2011 18:12

Ohhh, nun war ich zu eilig und habe an die falsche stelle geschrieben, nämlich bei Praxis. Kann das evtl. jemand verschieben????
Oder geht`s grad noch? Sorry.


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RE: Barf-Fragen - Theorie und Praxis

#3 von Henry Wollentin , 07.02.2011 20:09

Macht nichts, das passiert wenn einem eine Frage auf den Nägeln brennt.

Aber ich denke, dass du nach dem Theorie-Teil ohnehin andere Fragen haben wirst oder zumindest eine andere Richtung siehst.

Ich warte jetzt bewusst 1 - 2 Tage, bevor ich Fragen beantworte, weil ich beim Verfassen der Texte versucht habe, die meisten Fragen von vorn herein zu beantworten, da ich sie aus der Praxis fast alle kenne. Was ich wirklich vergessen haben sollte, das können wir dann in Ruhe diskutieren.

Und jetzt mache ich den PC aus und schmeiße meinen Kopf ins Kissen.

Gute Nacht!


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RE: Barf-Fragen - Theorie und Praxis

#4 von Henry Wollentin , 08.02.2011 05:37

Guten Morgen,

als ich gestern Abend im Bett lag und wegen meines dicken Kopfes nicht gleich einschlafen konnte, sind mir noch so einige Gedankeen durch den Kopf gegangen und ich habe mich gefragt, warum denn so viele Mythen in Sachen Hundeernährung im Umlauf sind und warum es denn Vielen so schwer fällt, die tatsächlichen Zusammenhänge zu verstehen.

Das Problem sehe ich in unser aller Art aufgewachsen und erzogen worden zu sein.

Wir haben von klein auf gelernt, die Dinge ziemlich absolut zu betrachten, und das ist uns heute eine liebe Gewohnheit und gibt uns Sicherheit in der Orientierung.

Aber die Natur/das Universum sind nicht absolut sondern veränderlich und anpassungsfähig.

Ich will es mal an 2 Beispielen fest machen.

Ein Beispiel stammt aus unserem Alltag, dem Straßenverkehr.

Wir haben als Kinder gelernt, dass man an der Ampel bei Rot anhält und bei Grün weiter geht/fährt. Also grün = los/weiter, rot = halt! Damit konnten wir uns orientieren und tun dies heute noch. Fußgänger-Ampeln sind auch oft so freundlich und beschränken sich auf diese beiden Farben. Fährt man als Erwachsener dann Auto, kommt plötzlich gelb dazu, und schon wird's schwierig. Befragt man mehrere Autofahrer, wird keiner den Zustand "Gelb" wirklich genau definieren können. Einer sagt, man könne sich dadurch auf die Veränderung vorbereiten, der Andere sagt, er fahre bei Gelb schon an, der Dritte meint, man könne zwar schon mal den Gang einlegen, aber fahren dürfe man noch nicht. Gelb ist irgendwas dazwischen, zwischen unseren Welten, gelb ist nicht richtig das und nicht richtig jenes, gelb macht uns unsicher. Bei gelb können wir teilweise selbst etwas entscheiden, aber das mögen wir nicht so gern. Uns ist es lieber, wenn wir klar strukturierte Regeln haben. Zwar rufen wir alle nach Freiheit, aber so wirklich anfangen können wir damit nichts. Und von diesen Beispielen gibt es hunderte im täglichen Alltag. Wir Deutschen sind dafür besonders empfindlich, weil es in Deutschland von jeher exaktere Regeln gibt als anderswo.

In der Natur geht es uns ähnlich. Ich will mal ein Beipiel aus meinem Ur-Hobby, der Aquaristik, bringen.

Früher wussten die Menschen, und auch für uns als Kinder war das völlig klar: Fische schwimmen im Wasser und atmen mit Kiemen, Säugetiere leben an Land und haben Lungen.

Dann entdeckte man plötzlich einen Lungenfisch und das ganze schöne Weltbild war dahin. Später fand man Fische, die regelmäßig an Land herumspazierten, die Schlammspringer, und die in der Aquaristik so beliebten Panzerwelse sind völlig daneben: sie atmen vorschriftsmäßig mit Kiemen, aber wenn der Sauerstoffgehalt im wasser knapp wird, dann gehen sie zur Oberfläche, nehmen Luft auf und veratmen diese im Darm (!).

Ihr seht, es gibt eben nicht nur schwarz oder weiß, sondern Millionen Grautöne dazwischen, und alles ist richtig, auch wenn es nicht unserem angestammten Weltbild entspricht.

Und genau dies ist auch der Grund, warum wir Menschen, besonders wir Deutschen, immer eine Bedienungsanleitung brauchen, egal ob wir einen Schrank aufbauen oder einen Hund füttern. Und darum haben die im Internet kursierenden Barf-Pläne auch so eine Beliebtheit, obwohl sie völlig blödsinnig und überflüssig sind, ja sogar kontraproduktiv. Allein zu entscheiden macht uns Angst, Angst vor einem Fehler. Wir trauen es uns nicht zu, selbst zu entscheiden. Aber zeigt mir doch mal diejenigen jungen Eltern, die für ihr Baby einen Ernährungsplan aus dem Internet benutzen, oder wer macht das denn für sich selbst? Bei uns und unseren Kindern vertrauen wir unseren Instinkten (oder der Werbung im Fernsehen). Klappt das mit den Instinkten, haben wir gesunde fröhliche Kinder und brauchen keinen Plan für 150,- €, klappt es nicht, dann haben wir einen 10jährigen, der 50 kg wiegt und schnell in ein Fernseh-Abnehm-Camp muss. In diesem Fall haben unsere Instinkte versagt, aber die vielen Gebrauchsanleitungen für eine gesunde Ernährung unserer Kinder auch - komischerweise!

Die meisten BARF-Regeln, die im intenet zu finden sind, fußen auf starren Regeln und werden dann reihenweise voneinander abgeschrieben. Aber es gibt keine starren Regeln, es gibt nur eine Art "roten Faden".

Bitte versteht meine Texte als solchen roten Faden!

Jede Gattung, jede Art und jede Rasse hat seine Besonderheiten, ja selbst jedes Individuum reagiert differenziert. Was bei dem einen Hund klappt, kann bei dem anderen völlig in die Hose gehen. Man muss lernen, will man es richtig machen, die Grundlagen zu verstehen und seinen Hund genau zu beobachten. Er zeigt uns, was er braucht, wenn wir ihn lassen.

Barf- und Futterpläne machen keine gesunden Hunde, sondern kranke Hundehalter, weil sie uns permanent unter Stress setzen. Wir haben Angst, etwas falsch zu machen oder dass etwas fehlen könnte (seltsamerweise macht sich kaum jemand Gedanken darüber, dass auch mal etwas zu viel sein könnte). Diesen Stress und diese Angst übertragen wir auf unseren Hund und wundern uns dann, warum es trotz des teueren Barf-Plans von Frau S. nicht klappt.

Franks Fütterungsmethode, die eigentlich gar keine "Methode" ist, sondern eine möglichst weitehende Kopie der Natur, hat er in nunmehr 7 Jahren ausprobiert und am eigenen Hunden sowie mit Kundenhunden getestet. Der Erfolg gibt ihm Recht. Erfolglos war er nur bei Hunden, deren Halter nicht bereit waren, es konsequent durchzuziehen, die gemeckert haben, dass ihr Hund nicht abnimmt, aber sich außer Stande sahen, Oma zu verbieten dem Hund täglich 2 Kilo Kekse reinzuschieben, denn man kann Oma ja nicht kränken.

Wir möchten nicht, dass das, was ich aufgeschrieben habe, als "Methode" mit Franks Namen versehen wird, denn es ist keine dem Urheberrecht unterliegende Erfindung. In einem anderen Forum war es dann schon die "Henry-Wollentin-Methode" und wurde der "Swanie-Simon-Methode" gegenüber gestellt - so ein Blödsinn! Letzten Endes diskutierte man dann - ich bin in dem Forum nicht registirert - wer wir denn seien oder ob wir "berühmte Leute" sind oder nicht. Was hat das alles für einen Sinn? Wir wollen keine Hunde-Promis sein oder werden, keine Futter-Rütter, wir wollen gesunde Hunde und ungestresste Halter, weil es keine fetten, hyperaktiven, kratzenden, allergischen und lernresistenten Hunde mehr gibt. Das ist unser Ziel und dafür arbeiten wir täglich - Frank 9 Stunden im Laden und auf Seminaren und Messen, und ich viele Stunden die Woche an der Tastatur.

Neulich sagte eine Hundehalterin zu uns, sie habe eine Esstörung und damit sie diese nicht auf ihren Hund übertrage, wolle sie alles ganz exakt machen und rechne alles genau aus und wäge es ab. Erkennt jemand das Problem in dieser Aussage?


Liebe Grüße von Henry

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RE: Barf-Fragen - Theorie und Praxis

#5 von Brummbiene , 08.02.2011 07:57

geb da mal meinen Senf dazu ab

jedesmal wenn jemand nach Barfen fragt und ob ich es auch tue, bin ich gehemmt ja zu sagen, oder zu schreiben, ja ich barfe zum Teil
das hat einen ganz einfachen Grund, meine Kindheit habe ich überwiegend auf einem Bauernhof verbracht, dort wurde selbst geschlachtet und alles angebaut was man so brauchte, demenstprechend wurden auch die Hunde ernährt, es war auch die zeit der Anfänge von Trocken und Dosenfutter, also war es eher normal das zu verfüttern was angefallen ist, als das was da aus der Dose oder dem Sack kam

ich hab mir nie was dabei gedacht als ich anfing, meinen Hunden 3-4 Tage die Woche Fleisch zu geben, und dazu das was ich sonst noch abgegraben habe an Obst und Gemüse (wobei sie da so einiges liegenlassen)
als ich dann irgendwann etwas von barfen gelesen hab, dacht ich erstmal: aha schon wieder ein neues Futter, als ich dann doch mal neugierig wurde, klickte ich halt mal nen Link an und erkannte das einfach alles einen Namen haben muss, sonst taugt es nix

ich gebe zwar zu, hätte ich sowas eher gefunden, wären einige Hunde vllt. erstmal nicht auseinandergegangen wie Germknödel, weil ich die richtige Menge erst finden musste, aber ansonsten halte ich mich da an nichts außer mein Gefühl und den Erkenntnissen aus den Hunden, eben wie sie aussehen, wie sie sich fühlen, und was sie liegen lassen, das gibts dann halt nicht mehr, und ja ich bin sogar so böse das es hier nichts dazu gibt an den Pansentagen, da dieser ungewaschen ist, ist da mehr als genug an Vitaminen dran (meine Meinung)

warum man aus einer so alten guten Sache nun eine Wissenschaft machen muss, ist mir ein Rätsel , scheint aber wohl typisch für den deutschsprachigen Raum

 
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RE: Barf-Fragen - Theorie und Praxis

#6 von Henry Wollentin , 08.02.2011 08:14

Hallo Brummbiene,

ich stimme dir völlig zu!

In der alten BRD gibt's TroFu seit ca. 1955, in der ehemaligen DDR erst seit der Wende, daher ist es im Osten einfacher über das Thema zu sprechen als im Westen.

Dass daraus eine Wissenschaft entstanden ist, liegt daran, dass die Leute ihr natürliches altes Wissen vergessen haben und daran, dass die meisten Menschen der Werbung mehr glauben als dem gesunden Menschenverstand. Viele sagen, wenn sie meine Texte gelesen haben: "Ja, das weiß doch jeder, warum muss man das so ausführlich erklären?" und dann ist meine Antwort darauf: "Und warum fütterst du dann Trockenfutter?"

Die Leute trauen sich einfach nicht mehr, wie du ja auch gesagt hast, weil es nicht "In" ist, weil Fleisch eklig ist, weil Fleisch stinkt, weil Fleisch böse Bakterien hat, weil Fleisch ungesund ist und weil Fleisch natürlich böse ist, weil Tiere dafür sterben müssen. Heute muss man sich schon fast entschuldigen, wenn man mal ein Steak isst. Nur dort liegt das Problem.

Frank hat grad zwei neue Kunden, die jeder einen Hund aufgenommen haben, die vorher vegetarisch ernährt wurden - ein Bild des Jammers!

Und weil du die Sache mit dem Namen ansprichst - hierzu ein netes Zitat einer THP, die mit uns zusammenarbeitet:

"Ich füttere meine Hunde roh, andere nennen es barfen, aber die sagen auch Tempo statt Taschentuch."


Liebe Grüße von Henry

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RE: Barf-Fragen - Theorie und Praxis

#7 von hasch-key , 08.02.2011 08:27

Mal einige Anmerkungen bzw. Beobachtungen von mir aus meinem Bekanntenkreis - dort sind einige Barfer, einige Trofu Fütterer und einige, die von a nach b und b nach a zurück gewechselt haben.

Ich konnte bislang nicht beobachten, dass die gebarften Hunde, die gesünderen, die weniger kranken oder die mit schönerem Fell sind. Vielmehr sind mir (mal kurz nachrechne) ca. 5-6 Hunde bekannt, die von klein auf gebarft wurden und jetzt im Alter zwischen 6 und 8 Jahren massive Organprobleme haben (3x Leberprobs, 2x Nierenprobs, 1x Herzprob). Damit will ich nicht sagen, dass Barf daran schuld ist, sondern dass das damit gleichermassen passieren kann. Und ich kenne auch einige alte Hunde, die ihr Leben lang Billig Trofu bekommen haben und nie gesundheitlich Probleme hatten (sind zwischen 14 und 16). Übrigens Trofu, dass ich nie füttern würde;-)

Ich für meinen Teil füttere auch roh (Lachsköpfe, Pansen, Geflügelhälse und auch Knochen) aber auch Trofu (aber nie zusammen). Dafür gibts nen einfachen Grund: a) kann ich im Hochgebirge beim Biwackieren kein Frischfleisch mitnehmen, aus Transport- , Verstauungs- und Gewichtsproblemen und b) will ich im Urlaub nicht die halbe Zeit mit der Fleischbeschaffung der Vierbeiner beschäftigt sein, die sich daraus ergibt, dass wg. beschränkter Lagermöglichkeiten dauernd frisch beschafft werden muss. Und ich konnte bisher nicht feststellen, dass die Vierbeiner stinken, schlechtes Fell oder sonstwas haben. Und die Blutwerte waren die letzten Jahre auch immer sehr gut. Pupsen tun sie auch nicht, es sei denn sie haben geräubert (z.B. Kuchen oder Brot...).

Lange Rede kurzer Sinn: Ich kann es gut nachvollziehen, wenn Leute barfen; finde aber den Dogmatismus beider Seiten mittlerweile ziemlich anstrengend.

P.S.: Und zum Trofu: CDVet Sensitive habe ich übrigens mal ausprobiert über einen längeren Zeitraum, verträgt mein einer Hund überhaupt nicht, leider. Habe jetzt aber ein Trofu gefunden, was für ihn zu passen scheint.

 
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RE: Barf-Fragen - Theorie und Praxis

#8 von Henry Wollentin , 08.02.2011 08:48

Huhu,

Zitat
Vielmehr sind mir (mal kurz nachrechne) ca. 5-6 Hunde bekannt, die von klein auf gebarft wurden und jetzt im Alter zwischen 6 und 8 Jahren massive Organprobleme haben (3x Leberprobs, 2x Nierenprobs, 1x Herzprob).



ja, das ist eine ziemlich häufige Erscheinung bei Muskelfleisch-Barfern und solchen, die viel zu viel pflanzliche Anteile füttern. Die meisten Barf-Pläne im Netz sind genau so falsch aufgebaut, dass genau das passiert.

Zitat
Damit will ich nicht sagen, dass Barf daran schuld ist



Doch, kannst du ruhig sagen, denn es ist so. Genau darum habe ich in einem anderen Thread gesagt, dass der Begriff "Barf" mittlerweile negativ besetzt ist.

Zitat
die ihr Leben lang Billig Trofu bekommen haben und nie gesundheitlich Probleme hatten (sind zwischen 14 und 16).



Das ist so wie bei uns Menschen mit dem Rauchen: der eine stirbt mit 30 am Lungenkrebs, der andere wird als Starkraucher 90. Die negativen Auswirkungen des Nikotins auf den Organismus bleiben aber trotz der Ausnahmefälle erhalten.

Bei Hunden kommt aber ein Problem dazu: ein Hund zeigt, anders als ein Mensch, Symptome erst an, wenn es kurz vor 12 ist, daher bemerkt ein Großteil nicht, wie sich der Hund langsam und schleichend veriftet. Ich kenne auch Hunde, die sahen mit 15 noch recht fit aus (bei oberflächlicher Betrachtung), wohingegen andere mit 8 Monaten schon völlig fertig auf der Bereifung waren.

Zitat
Und die Blutwerte waren die letzten Jahre auch immer sehr gut.



Die Blutwerte sagen leider gar nichts mehr aus. Das liegt daran, dass die medizinischen Normwerte in den letzten Jahrzehnten festgelegt wurden, und in dieser Zeit wurden die meisten Hunde trocken gefüttert. Daher sehen TÄ oft die Problem nicht, weil ja ihre Werte mit den Tabellen überein stimmen. Bei naturnah ernährten Hunden ändern sich diese Werte ganz natürlich, aber dafür gibt es keine Referenzwerte.

Hier ein Text zu dem Thema:

Ursprüngliche Quelle: http://www.antechdiagnostics.com/clients…06/nov06_01.htm (leider nicht mehr online)

“Results from a study of 227 healthy dogs of varying ages and breed types fed raw food diets for at least 9 months indicated that dogs fed raw meats (natural carnivores) have higher red blood cell and blood urea nitrogen levels than 75 dogs fed cereal-based food (obligate omnivores) [Antech News, June 2003]. A recently completed detailed analysis of the other laboratory results from this study showed that statistically different parameters also included higher hemoglobin, MCH, MCV, MCHC, total protein, albumin, BUN/creatinine ratio, sodium, osmolality, and magnesium. Statistically lower values were seen for total leukocyte, neutrophil, and lymphocyte counts, phosphorus, and glucose. Thus, the interpretation of laboratory results for dogs fed raw food diets should take these differences into account.”

Und hier eine ungefähre Übersetzung:

“Die Ergebnisse einer vergleichenden Studie von 227 gesunden Hunden unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Rasse, welche während mindestens 9 Monaten mit Rohfleisch ernährt wurden, und 75 Hunden welche auf Getreidebasis gefüttert wurden, haben ergeben, dass die rohgefütterten Hunde höhere rote Blutzell- sowie Harnstoffwerte aufweisen als die auf Getreidebasis ernährten Hunde (Antech News, Juni 2003).

Eine kürzlich fertig gestellte detaillierte Analyse der anderen Laborresultate dieser Studie zeigte auf, dass sich statistisch unterschiedliche Werte auch bei erhöhtem Hämoglobin, MCH, MCV, MCHC, Protein (total), Albumin, Verhältnis Harnstoff/Kreatinin, Natrium, Osmosewerte und Magnesium ergaben. Statistisch tiefere Werte wurden bei der Leukozytenzahl, bei den Neutrophilen, bei der Lymphozytenzahl, Phosphor und Glucose beobachtet.

Aus diesem Grund sollten diese Unterschiede bei der Interpretation von Laborresultaten rohernährter Hunden berücksichtigt werden.“

Zitat
CDVet Sensitive habe ich übrigens mal ausprobiert über einen längeren Zeitraum, verträgt mein einer Hund überhaupt nicht, leider.



Das ist sehr ungewöhnlich, aber sicherlich ein lösbares Problem. Hierzu müsstest du aber mit Frank selbst telefonieren, wenn es dich interessiert.


Liebe Grüße von Henry

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RE: Barf-Fragen - Theorie und Praxis

#9 von hasch-key , 08.02.2011 09:09

P.S.: Ich füttere kein Getreide-Trofu, das nur am Rande .
Inwiefern die Erkrankungen auf Muskelfleisch zurückzuführen sind, ist Spekulation, ich meine mich zu erinnern, dass die sehr viel Pansen gefüttert haben - kann mich aber täuschen.

Grds. denke ich aber, dass nicht JEDES gesundheitliche Problem auf die Ernährung zurückgeführt werden kann, weder beim Mensch noch beim Tier.

 
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RE: Barf-Fragen - Theorie und Praxis

#10 von Brummbiene , 08.02.2011 10:16

nun hab ich mich ein bissi eingelesen ...........

sicherlich mag die Genetik beweisen das der Hund vom Wolf abstammt, letztlich stammt der Mensch ja auch irgendwoher ab, also muss alles von irgendwas abstammen

die Verfechter von den neuen Arten Fütterung beziehen sich meist darauf,das ja der Hund vom Wolf abstammt und deshalb es das gesündeste ist, ihn ebenso oder ähnlich zu ernähren, bezugnehmend auf die Evolution aber frage ich mal in die Runde: wer von euch sitzt eigentlich abends in einer Höhle und knabbert rohes Fleisch vom Knochen ? wenn nein, warum nicht ?

in Bezug auf den SH, kann ich nur sagen, das der SH , an sich als Rasse, in seiner eigentlichen Veranlagung eher ein Müllverwerter ist , sicherlich gab es vorrangig Fleisch, allerdings nicht das Beste, was bei der Jagd übrig war wanderte in den hungrigen Magen der Hunde, Innereien, Knochen, alles was Mensch als nicht zum Verzehr geeignet sah und das war recht wenig, dazu gab es alles was ansonsten übrig war, daraus entwickelte sich beim SH ein Magen Darmtrakt der fähig war sich aus dem minimalsten Futterangebot das zu ziehen was er braucht , auffällig ist hier der Vergleich mit einem Mischling, der die doppelte Futtermenge braucht bei nur 17kg, wie ein 25kg Husky

nun bin ich seit den frühen 90ern mit Huskys unterwegs und verfolge die Entwicklung beim Futter immer sehr spannend, wobei ich mich zu anfang nicht ausnehme mitgespielt zu haben
grundsätzlich war in den 90ern Philosophie, mindestens 30/20 muss es sein, alles was darunter ist, taugt nix für diese Hunde, würden es nicht vertragen, das Fell wäre sch... und sie brauchen ja überhaupt ein solches Futter weil sie sich ja vieeel mehr bewegen als andere Rassen (wirklich?)
das Ergebnis war dann, gehäuft Durchfall, plötzlich Ekzeme, überdrehte Hunde usw. , hatte der Hund Durchfall wurde auf eine andere Futtersorte gewechselt, aber ja niemals unter 30/20 , nur wenige fütterten damals Fleisch oder anderes zu, max wenn man unterwegs auf Rennen war

in den letzten Jahren nun hat sich das alles gewandelt, es wird auf Inhaltsstoffe geachtet, besonders wertvoll und nahrhaft sind dabei Futtersorten die z.B. Yucca oder Chicoree enthalten, noch nahrhafter Futtersorten angereichert mit Kräutermixen usw. , immer noch wird auf Reichhaltigkeit bei Protein und Fettanteil mehr wert gelegt , als auf das was das Futter aus dem Hund macht, schließlich hat sich der Wolf ja auch so ernährt ...wo bitte hatte er Yucca her ??

was wir heute beim Husky erleben, sind Allergien, verminderte Immunabwehr, gestörte Stoffwechsel, Ekzeme u.a. Hauterkrankungen und ich frage mich dabei ob nicht so manches zuviel des Guten ist , weder der Husky , noch der Malamute, noch der Do Khyi, Dackel etc. sind Wölfe , sie sind Hunde die ihren Bedürfnissen entsprechend ihren eigenen Magen/Darmtrakt entwickelt haben
ganz besonders auffallend ist dies bei den tibetischen Hunden Ernährung Do Khyi

mich wundert immer wieder, wenn ich Artikel lese die sich mit artgerechter Ernährung befassen, wie es möglich ist das unsere Pearl gesund und munter fast 17 werden konnte, stets ernährt mit Trockenfutter bei dem an erster Stelle Getreide stand ?
deshalb denke ich das ein zuviel Geschiss ums Geschiss, für manchen Hund gar nicht soo gesund ist wie angegeben wird, warum ich auch einfach das füttere was meine Hunde am besten vertragen und mit dem sie sich augenscheinlich rundum wohl fühlen und entsprechend arbeiten
bei der Fleischfütterung achte ich lediglich darauf wo es herkommt, und so gibt es rundweg Abfälle die der Schlachter nicht verwerten kann oder eben mal nen ganzen Pansen

mir fehlt jegliches Verständnis dafür warum ein Haushund der max 3x die Woche am Fahrrad bewegt wird ein Highpremium Xtra Energy Futter brauchen soll ?....damit wir dann wieder lesen dürfen das der Hund ständig Durchfall hat ?

eine Frage die mich zusätzlich beschäftigt: was füttern wir eigentlich in 10 Jahren ? ausschließlich Filet ?

 
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RE: Barf-Fragen - Theorie und Praxis

#11 von Henry Wollentin , 08.02.2011 11:09

Hallo Brummbiene,

ich stimme dir fast vollständig zu, denn du hast fast das Gleiche gesagt wie ich, nur habe ich es anders aufgebaut. Lediglich bei einer Aussage muss ich widersprechen:

Zitat
sie sind Hunde die ihren Bedürfnissen entsprechend ihren eigenen Magen/Darmtrakt entwickelt haben



Die Verdauungsorgane und deren Funktionen und der Stoffwechsel sind nach wie vor mit dem Grauwolf identisch.

Das ändert aber nichts an allem Anderen.

Zitat
in Bezug auf den SH, kann ich nur sagen, das der SH , an sich als Rasse, in seiner eigentlichen Veranlagung eher ein Müllverwerter ist , sicherlich gab es vorrangig Fleisch, allerdings nicht das Beste, was bei der Jagd übrig war wanderte in den hungrigen Magen der Hunde, Innereien, Knochen, alles was Mensch als nicht zum Verzehr geeignet sah und das war recht wenig, dazu gab es alles was ansonsten übrig war, daraus entwickelte sich beim SH ein Magen Darmtrakt der fähig war sich aus dem minimalsten Futterangebot das zu ziehen was er braucht



Das ist doch genau der Punkt - ich sehe, du hast es verstanden. Genau das wollen wir wieder tun und so in etwa ist Franks Fleischmischung aufgebaut.

Die Hunde hatten früher ein viel stabilere Darmflora und Darm-Blut-Schranke, da sie eben Schlachtabfälle bekommen haben und auch draußen Mäuse etc. dier Kot von Pferden, Kühen etc. fraßen. Damit konnten sie sich auch mal gegen weniger zuträgliche Futterstoffe aus der menschlichen Ernährung wehren.

Das große Aber heute ist abr folgendes:

Unsere Essensreste sind nicht mehr vrgleichbar mit vor 100 Jahren, sie sind vollgepumpt mit Chemie, und genau da liegt der Punkt. Und beim Trocken- und Dosenfutter liegt es ebenfalls an den unnatürlichen Zusätzen und der denaturierenden Verarbeitung. Gekochtes Fleisch vom Schlachter ist noch lang nicht das Gleiche wie das gekochte Fleisch in Konservendosen.

Wenn du mit deiner Einstellung und deiner Meinung konstant bleibst und dich nicht von Werbungsgefasel verrrückt machen lässt, dann wirst du keine Probleme haben.

Wenn sich die Hunde-Menschen trauen würden, ihre Hunde wieder so zu füttern wie vor 100 Jahren, dann wäre das hier alles überflüssig, aber dann mussman natürlich auch chemiefreie Essenreste haben. Erst vor 2 Tagen hat Frank mit einer älteren Hundehalterin (67, 8 Malamuten) telefoniert und ihr diese Frage gestellt. Ihre Antwort war, dass sie doch immer und überall höre, dass das moderne (industrielle) Futter besser ist für die Hunde.

Zitat
wer von euch sitzt eigentlich abends in einer Höhle und knabbert rohes Fleisch vom Knochen ? wenn nein, warum nicht ?



Ich lehne mich sogar so weit aus dem Fenster und behaupte, dass uns das viel besser bekommen würde. Dass wir es nicht tun, hängt damit zusammen, dass wir es nicht anders lernen und viele Rohes eklig finden. Es sit keine Frage der Physiologie! Ich kann übrigens ein Steak völlig roh essen.


Liebe Grüße von Henry

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RE: Barf-Fragen - Theorie und Praxis

#12 von Brummbiene , 08.02.2011 11:13

Zitat
Ich kann übrigens ein Steak völlig roh essen.



ich nicht, dat pfeift wie der Wind ;)

 
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RE: Barf-Fragen - Theorie und Praxis

#13 von silvern , 08.02.2011 13:40

ich kann nur sagen daß ich jetzt null Probleme habe mit meinen Hunden. Angefangen damit, daß auch die beiden banausen jetzt morgens gierig vor der tür stehen obwohl es da nur wässerwasser gibt (brühe von eingeweichtem Fleisch und einige crocks), ein blick da drauf hat früher für die banausen zum umdrehen und abdrehen genügt, über Denas Stresskoterei, keine kotzt mehr morgens da grüne zeugs, es wird nicht mehr hektisch nach gras gesucht, vorher fraßen sie sogar das trockene überwinterte, sobald es schneefrei war, es ist alles bei uns im grünen Bereich. Was gab es heute? roher fisch mit rückgrat und gräten, und roher pansen, Alles am stück, also kein kleines fitzelzeug oder gar gewolft. Kein gemüse, keine flocken, keine sonstigen Zugaben. Ich muß allerdings sagen, daß sie eigentlich sonst nichts anderes bekommen. Keine büffellederknochen, schon gar keine schweineohren, (davon haben sie früher schon nur Schlatz geschissen, entschuldigung, kanns nicht anders ausdrücken....), kein sonstiges getrocknetes zeugs. Das alles brauchen sie nicht mehr, sie bekommen schlund roh, luftröhre roh, hendl usw. leckerli gibts bei uns nur die crocks von cdVet. Die sind eh schön groß und sie mögen sie.
nachdem sie heute gleich nach dem heimkommen gefüttert wurden bekommen sie heute abend nur noch ein paar fitcrocks damit sie nicht so hungrig schlafen gehen müssen.


liebe Grüße, heidrun

 
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RE: Barf-Fragen - Theorie und Praxis

#14 von Rudel , 08.02.2011 15:47

unser Hunde haben immer Mera Dog bekommen damit war ich auch zufrieden dann bin Ich auf Dinner for Dogs gestoßen was sie jetzt auch bekommen Ich meine es ist ein sehr gutes Futter was sagt ihr dazu


http://www.dinner-for-dogs.com/de/home


Lg Matthias

 
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RE: Barf-Fragen - Theorie und Praxis

#15 von Altaj , 08.02.2011 16:32

Zitat von silvern
... Was gab es heute? roher fisch mit rückgrat und gräten, und roher pansen, Alles am stück, also kein kleines fitzelzeug oder gar gewolft. Kein gemüse, keine flocken, keine sonstigen Zugaben.....), kein sonstiges getrocknetes zeugs. Das alles brauchen sie nicht mehr, sie bekommen schlund roh, luftröhre roh, hendl usw.



Hmmm...das würde mein Rüde nicht fressen. Ganzen Fisch...niemals. pansen am Stück??? musste ich für die Schweine in den Wald kippen.-(
Aber wo bekommst Du das her???? Ich muss fitzelzeug oder Gewolftes bestellen, ist natürlich auch tiefgefroren. Hier gibt es nix beim Schlachter. Nach 2-jähriger Suche Leute gefunden, die ihre Schafe selber schlachten, die wolfen das auch und frieren es ein:-( Das anrufen und Bescheid sagen hat auch nicht geklappt. Flocken bekommen meine sowieso nicht, da sie kein Getreide kriegen. Wg des Gemüses fragte ich ja hier schon nach und die anderen Sachen brauchen sie, weil es 1.keine ganzen Tiere hier gibt und 2. ich kein fertigen Zusatz gebe.
Zu Fisch fällt mit noch ein, in den Enzyklopädien für Zucht z. B. steht, das roher Hering eine A-vitaminose beim Hund auslöst.
So steht halt in der Fachliteratur überall was anderes, am Besten man richtet sich nach seinem Hund, die sind ja nicht alle gleich.

@Rudel: halte ich nix von. lies mal "Katzen würden Mäuse kaufen".


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