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Grundlagen der Rohfütterung

#1 von silvern , 07.02.2011 16:02

Hallo ihr Lieben,

ich möchte eure Bitte gern erfüllen und versuchen, euch die Grundlagen des Barfens etwas nahe zu bringen, denn die Unsicherheiten und offenen Fragen auf diesem Gebiet sind doch nicht zu verachten.

Das Thema ist sehr komplex, wenn man richtig durchsteigen möchte, und ich kann es nicht schaffen, alles in einem Thema abzuhandeln. Ineinem Forum kann, so sehr man sich auch Mühe gibt, ohnehin keine vollständige Abhandlung darüber schreiben, zumal, wie ich in meiner Vorstellung schon erwähnte, es auch rassespezifische Unterschiede gibt, wobei die Nordischen hierbei eine große Rolle spielen.

Ich würde sagen, wir machen es so:

Ich fange einfach mal mit ein par Sätzen an und ihr stellt dazu passende Fragen. Ich werde diese Fragen versuchen zu beantworten. Fragen, die ein spezielles Thema betreffen, werde ich in einem gesonderte Thema behandeln, damit der Thread nicht zu unübersichtlich wird. Es kann also sein, dass ich solche Fragen am Anfang zurück stellen muss, denn es soll ja schließlich jeder dem Thema folgen können. Eure Fragen sind wichtig, denn dadurch erfahre ich, was am meisten interessiert.

Es gibt auf der Internetseite eines Barf-Geschäfts hier bei mir in Magdeburg eine Reihe von Fachtexten zu dem Thema, die teilweise von mir stammen, teilweise von ausgewählten Autoren, die ich gern ab und zu hier zitieren möchte. Bitte nicht schimpfen, wenn ich dazu Links setze, auch wenn es sich um eine kommerzielle Seite handelt, denn dort sind sie im Original zu sehen. Wenn ihr ins Impressum schaut, dann wisst ihr, warum das so ist. Wenn es euch jedoch lieber ist, dass ich die Texte hier einstelle, dann kann ich das tun, so weit ich die Rechte an diesen Texten habe. Bei den anderen geht das nicht so einfach.

Bitte seid auch nicht böse, wenn ich nicht jeden Tag antworten kann, denn ich bin im Moment arbeitsmäßig sehr eingespannt.

So, dann legen wir mal los:

Was BARF heißt, ist ja hier schon erläutert. Es gibt aber ursprünglich noch eine andere Bedeutung, die vor "Bones and raw food" geboren wurde, nämlich "Born again raw feeders".

Eingedeutscht wurde später aus BARF "Biologisch angemessenes rohes Futter" oder Biologisch artgerechte RohFütterung". Meine Freundin Hummel, eine Dalmatiner-Zucht-Hündin, sagt lieber "Besonders appetitliches rohes Futter" :mrgreen: .

Die Ursprünge der "neuen Mode BARF" in Deutschland geht unter anderem auf Swanie Simon von www. barfers.de zurück. Sie hat den Begriff aus den USA mit hierher gebracht und sich als eine der ersten damit intensiv befasst. Swanie hat viel für die "Bewegung" getan und ich schätze ihr Wissen sehr. Leider pauschaliert sie etwas und beachtet nicht die Rasse- und Individual-Unterschiede. Ansonsten Hut ab vor Swanie!

BARF lehnt sich an an die natürliche Ernährung der wild lebenden Caniden, also der Familie der Hunde. Vorfahre aller unserer Haushundrassen ist der Grauwolf, Canis lupus, aber das dürfte ja bekannt sein. Durch Domestikation und Zucht entstand die Unterart Canis lupus familiaris. Man geht davon aus, dass der Wolf vor mindestens 16.000 Jahren zum Menschen kam, und zwar freiwillig.

Der am weitesten verbreitete Irrtum in Sachen Barf ist die Annahme, Caniden seien Fleischfresser, das stimmt nämlich so nicht. Caniden sind Beutegreifer und somit Tierfresser, was sehr wichtig ist, denn darin besteht ein wesentlicher Unterschied.

Wölfe jagen ind er Natur kleine Säugetiere wie Nager oder kleine Pflanzenfresser, oder sie fressen Aas, wobei sie als erstes den Darm des Beutetiers fressen. Warum, das besprechen wir später. Der Magen des Beutetiers, also der Pansen, wird in der Regel bei großer Beute (Rehe) nicht gefressen. Aus dem Darm der Beute nehmen die Caniden vorverdaute pflanzliche Bestandteile auf, die eine wichtige Rolle spielen.

Neben diesen Beuten fressen Caniden, wenn die Jagd lange Zeit erfolglos bleibt, reife Waldfrüchte.

Plagt den Wolf mal ein Zipperlein, nimmt er gezielt Kräuter auf, die sonst nicht gefressen werden. Das Wissen über die Heilwirkungen bestimmter Pflanzen scheint genetisch bedingt zu sein.

So, bis dahin erst mal. Fangt an zu fragen, aber bitte nur zu dem Geschriebenen, damit wir nicht durcheinander kommen. Danach schreibe ich das nächste "Kapitel".


Achtet mal bitte in der zweiten Hälfte des Films, in der Szene "Kaninchen ganz" darauf, dass mein Gerry, nachdem er das Kaninchen "geschlagen" und "getötet" hat, zuerst den Darm frisst. Dies ist ein guter Beweis dafür, dass die natürlichen Instinkte der Hunde immer noch intakt sind.

http://www.sammys-futterschuessel.de/barf-video-01.html


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RE: Grundlagen der Rohfütterung

#2 von silvern , 07.02.2011 16:12

Heute will ich ein paar Sätze zum Übergang vom Wolf zum Hund sagen, die zum besseren Verständnis des Ganzen beitragen sollen.

Man geht davon aus, dass der Wolf vor mindestens 16.000 Jahren zum Menschen kam, und zwar freiwillig. Der Wolf war bis dahin "unsichtbarer" Begleiter des Menschen, weil es dort, wo der Mensch gerastet hatte, immer etwas Fressbares gab. Irgendwann hat er wohl seine Scheu verloren und ist ihm auch sichtbar gefolgt, bis er zu seinem ständigen Begleiter wurde und der Mensch erkannte, dass er als Gegenleistung für die leicht erworbene Nahrung dem Wolf einiges an Arbeit abverlangen konnte. Dabei kamen dem Menschen verschiedene Fähigkeiten des Wolfs zugute und vor allem seine hohe Intelligenz und Lernfähigkeit. Das Gehirn des Wolfs ist übrigens ca. 40 % größer (relativ zur Körpermasse) als das unserer Hunde. Diese 40 % hat der Mensch auf dem Gewissen.

Wölfe kommunizieren fast ausschließlich nonverbal. Bellen kommt bei Wölfen so gut wie nie vor. Ein wichtiger Teil der Kommunikation läuft über die Mimik. Lediglich das Heulen ist wolfstypisch. Ich habe gestern grad einen schönen Country-Song gehört (bin Country-Fan), in dem hieß ein Vers:

"Pferde mögen keine Zügel, wenn sie frei geboren sind,
Wölfe, die im Rudel leben, heulen mit dem Wind."

Wer mehr über Wölfe erfahren möchte, dem empfehle ich das Buch von Günther Bloch "Der Wolf im Hundepelz".

Der Wolf/Hund hat im Laufe der Domestikation gelernt, die Kommunikationssignale des Menschen zu deuten, ein Wolf kann dies nicht. Er hat auch versucht, die verbale Kommunikation des Menschen zu kopieren, leider ist ihm das nicht gelungen - wir nennen das Ergebnis "kläffen". Und Menschen ist es trotz unserer (vermeintlich) viel höheren Intelligenz (ich bezweifele diese oft) so gut wie nicht gelungen, das Verständnis für hundliche Kommunikation vererbbar in uns zu festigen. Nur wenigen Menschen ist es vergönnt, die Hunde zu einem Großteil zu verstehen. Beispiele hierfür wären z. B. Turid Rugaas oder Dorit Urd Feddersen-Petersen.

Im Laufe der Domastikation hat der Mensch durch Selektionszucht köperliche und charakterliche Merkmale des Hunds zu unseren, sicher nicht immer zu seinen, Gunsten verändert. Über so manches Ergebnis dieser Zucht sollten wir hier lieber nicht spechen :mrgreen: . Da ich über 30 Jahre Züchter von Aquarienfischen bin, sind mir die Grundlagen der Selektionszucht sehr vertraut, denn bei Fischen wird diese sehr intensiv wegen Farben und Flossenformen betrieben.

Diese Selektion kann und konnte der Mensch lediglich nach dem äußeren Eindruck des Hundes vornehmen. Untersuchungsmöglichkeiten von inneren Eigenschaften waren und sind bis heute (bei den Züchtern) nicht vorhanden. Daher kann man mit Sicherheit davon ausgehen, dass sich das Verdauungssystem (jetzt sind wir wieder beim eigentlichen Thema) sich nicht verändert hat. Zum einen konnte man das Verdauungssystem gar nicht sehen, geschweige denn untersuchen, zum Anderen war eine Veränderung der Stoffwechselorgane auch gar nicht erforderlich, weil es keinem Zweck gedient hätte und jeder wusste, dass ein Hund Fleisch fressen muss. Vor hundert Jahren, ja noch bis zum Ende der DDR, bestand daran nicht der geringste Zweifel. Eine bewusste Veränderung des Stoffwechsels wäre auch völlig blödsinnig gewesen, denn Fertigfutter gibt es ja erst seit Mitte der 1950er Jahre. Eine bewusste züchterische Veränderung von inneren Organen ist übrigens heute noch nicht einmal durch einfache Selektion möglich. Für solche Entwicklungen sind große Zeitspannen erforderlich. Man bedenke, dass die Familie der Caniden seit etwa 6.000.000 Jahren in der bekannten Form existiert.

Trotzdem kam es in dieser Zeit zu leichten Anpassungen an äußere Bedingungen, sozusagen eine Art "Gewöhnung". So hat der Hund gelernt, die Essensreste des Menschen zu verwerten, auch wenn sie gegart sind. Allerdings ist dies eher ein Notbehelf und funktioniert nur, wenn er nciht von der natürlichen Nahrung isoliert wird. Früher, da Fleisch knapp war, hat der Mensch dem Hund oft seien Essensreste gegeben, aber man darf dabei nie vergessen, dass es Städte in der heutigen Form in dieser Zeit noch nicht gab und die Hunde fast immer im ländlichen Bereich lebten, wo sie ja auch hauptsächlich eingesetzt wurden. Das Schoßhündchen in der Stadtwohnung ist erst eine moderne "Erfindung". Diese Hunde haben also immer auch gejagt, und wenn es nur Mäuse und Ratten waren, einige Rassen wurden dafür sogar spezialisiert, und konnten somit ihren natürlichen Stoffwechsel aufrecht erhalten. Bei Jagdhunden war es ohnehin kein Thema. Die Annahme, man könnte seinen Hund nun wieder ausschließlich mit Essensresten ernähren, wäre sehr fatal, zumal die Qualität und die Inhaltsstoffe unserer Lebensmittel sich auch sehr zum Nachteil verändert haben.

Die Anpassung/Gewöhnung betraf auch die Gegend, in der die Hunde lebten. Die meisten Hunde lebten in Gegenden mit mehr oder weniger Vegetation. Eine große Ausnahme bildeten hier die "Eis"-Hunde (meine Wortschöpfung :mrgreen: ), also eure Lieblinge. Ihre Ernährung bestand situationsbedingt fast ausschließlich aus tierischem Futter, im Extremfall aus Fisch und Robbeninnereien. Pflanzliche Kost gab es so gut wie nie. Allenfalls konnten sie mal Algen oder Flechten von Steinen lutschen, was aber nur einen Prozentsatz von 0,x an der gesamten Nahrung ausmachte. Das Ergebnis ist, dass unsere heutigen "Nordischen" eine kaum nennenswerte Toleranz für pflanzliche Futtermittel haben und viel viel schneller mit Problemen reagieren als andere Rassen. Gerade dies ist einer der Punkte, warum ich Swanie Simon vorwerfe zu pauschalieren, weil ihre allgemeinen Empfehlungen in Sachen "pflanzlicher Anteil" für einen "Nordischen" fatale Folgen haben können. Ausführlich können wir dieses Thema diskutieren, wenn ich beim Thema "Zusammenhang Ernährung - Krankheiten" bin. Sollte jemand von euch nicht warten wollen, weil er bereits Probleme hat, dann sollten wir dazu ein gesondertes Thema eröffnen.

Ich werde euch auch, wenn wir bei dem Thema sind, ein praktisches Beispiel von einem Malamuten aus Franks täglicher Arbeit erzählen, was noch nicht lange her ist und sehr faszinierend, ja sogar für uns überraschend war.

So, ich denke, das reicht erst mal für heute. Undbitte, falls ihr euch jetzt erschrecken solltet wegen des pflanzlichen Anteils, macht euch keine Vorwürfe, es ist selbst in der Barfer-Szene kaum bekannt und eure Süßen werden euch auch nicht gleich die Freundschaft kündigen


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RE: Grundlagen der Rohfütterung

#3 von silvern , 07.02.2011 16:12

Heute will ich mal versuchen, eine Reise durch das Verdauungssystem des Hundes zu ma-chen und die wichtigsten Funktionen zu erläutern, so weit dies für das Verständnis des Barfens erforderlich ist. Vieles wird euch bestimmt bekannt sein, aber ich werde es trotzdem vollständig dazustellen versuchen, so dass ich und auch ihr den roten Faden nicht verliert.

Ich beginne beim Schnäuzchen und ende dort, wo der ganze Kram wieder raus kommt, an-ders rum wäre ja auch ein bisschen Quatsch. :mrgreen:

Bevor der Hund etwas frisst, nimmt er den Geruch des vermeintlichen Futtermittels auf. Der größte Teil von Geruch/Geschmack erfolgt über die Nase und deren Sinneszellen, wie auch bei uns Menschen, daher können wir, wenn wir Schnupfen haben, auch kaum was schme-cken.

Der Geruchssinn eines Hundes ist weitaus feiner als unserer, ich glaube mal was von 56-fach gelesen zu haben. Stellt euch also vor, ihr kommt von der Arbeit nach Hause und euer Schatz Nudeln mit Tomatensoße gekocht. Ihr kommt rein, Schnuppert, und ruft „Oh Liebling, lecker, Tomantensoße!“

Bein Hund würde das anders laufen. Er würde rufen: „Oh Liebling, lecker, Wasser, Tomaten, Salz, Pfeffer, Knoblauch, Oregano, Olivenöl, Edelstahl, Kunststoff, Zucker, Essig, Blaukorndünger - und alles darf ich auf einmal fressen!“

Könnt ihr an dem Beispiel erkennen, warum Hunde manchmal etwas nicht fressen wollen, obwohl wir uns solche Mühe gegeben haben? Und genau darum ist „das feine Aroma“ in so mancher Büchse völlig blödsinnig, weil es sich an unserem Geschmack orientiert und nicht an der Meinung des Hundes. Wir sollen es kaufen, was der Hund dazu sagt, ist völlig schnuppe. Dazu aber später noch mal ein Ausflug zur Futterindustrie.

Fangen wir nun aber im Maul an!

Der Hund hat ein typisches Fleischfressergebiss, was nicht zu übersehen ist. Daher frage ich mich immer, ob Hundehalter, die ihre Hunde vegan ernähren, blind sind. Niemand würde auf die Idee kommen, einer Kuh eine Schüssel Pansen hinzustellen, aber ein Hund kann ja ruhig den Garten hoch und runter fressen, er kann sich ja nicht beschweren. Oder stellt euch mal einen Wellensittich mit Salamiwürfeln im Napf vor!

Das Gebiss besteht aus verschiedenen Zahnarten, die auch alle unterschiedliche Funktion haben. Die vorderen Zähne sind wie bei uns die Schneidezähne. Sie sind recht klein und dienen in erster Linie zum Greifen und Abzupfen von kleinen Fleischstückchen oder zum Greifen kleiner Futterstückchen. Dahinter folgen die Fangzähne (oft fälschlich als Reißzähne bezeichnet). Diese dienen, wie der Name sagt, zum fangen und töten der Beute. Der Haushund benutzt diese Zähne fast gar nicht, selbst ein gebarfter Hund nur selten. Außerdem eigenen sich diese Zähne gut um damit Löcher in böse Menschen zu tackern :zahn: .

Dahinter folgen (nun wirklich) die Reißzähne. Es sind mittelgroße Zähne mit scharfen Kanten und Spitzen, die zum Zerkleinern (Zerreißen) großer Fleischstücke eingesetzt werden.

Im hinteren Teil des Mauls befinden sich die Backenzähne, große Zähne mit Spitzen, von denen die mittlere die längste ist. Mit diesen Zähnen zerkleinert der Hund Knochen ähnlich wie wir Holz mit einem Spaltkeil.

Alle Hunderassen haben die selbe Anzahl und die selbe Art von Zähnen. Bei langschnäuzigen Rassen stehen sie nur weiter auseinander, bei Kurznasen stehen sie sehr eng. Außerdem ist bei Letzteren die Maulhöhle weiter in den Schädel zurück verlegt. Nebenbei erwähnt sind bei Kurznasen auch die Nasengänge etwa genau so lang wie bei Langnasen, aber verkrümmt. Extreme Kurznasen schnaufen deswegen auch immer und bekommen oft kaum Luft durch die Nase.

Ein Hund kann nicht kauen! Wenn ist der Werbung immer wieder etwas vom Kauen gesagt wird, so ist dies Blödsinn. Kauen bedeutet Zermahlen der Nahrung durch horizontales gegeneinander Bewegen von Unter- und Oberkiefer. Dazu ist ein Hund nicht in der Lage. Au-ßerdem fehlen ihm Mahlzähne. Kauen ist für Hund auch gar nicht nötig, denn er ist ein Schlingfresser und kann große Brocken im Ganzen abschlucken. Ein seitlich beweglicher Kiefer wäre für ihn auch fatal, denn einem solchen fehlt die Stabilität, die beim Beutegreifen und beim Zerbeißen von Knochen von Nöten ist. Was von uns als Kauen beim Hund be-zeichnet wird, ist das mehrfache vertikale Aufbeißen auf die Nahrung zwecks Zerkleinerung. Die Kraft, die dabei auf z. B. den Knochen einwirkt, ist sehr hoch. Zahlen will ich hier nicht nennen, weil das zu weit führen würde, aber für einen trainierten Husky oder Malamuten ist ein Oberschenkelknochen eines Kalbs ein Kinderspiel.

Im Übrigen habe ich grad eine tolle Abhandlung zum Thema Barf im Netz entdeckt, die ich auch noch nicht kannte:

http://gesellschaft.der-gebrauchte-hund ... blut.shtml

Die Zunge des Hundes hat auch eine etwas andere Bedeutung als bei uns. Sie wird zu ver-schiedenen Dingen eingesetzt, die wir nicht machen. Das wichtigste dabei ist die Wärmeab-leitung aus dem Körper, oder das Lecken und Putzen des eigenen oder des Körpers des Artgenossen (nun gut, in manchen Situationen machen wir etwas Ähnliches - :lachm: ).


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RE: Grundlagen der Rohfütterung

#4 von silvern , 07.02.2011 16:19

So, wo war ich stehen geblieben - ach ja, beim Schnäuzchen!

Wir müssen noch über den Speichel sprechen.

Hundespeichel hat wie jeder Speichel bestimmte Enzyme, die verdauungsunterstützende Prozesse einleiten, außerdem soll Hundespeichel desinfizierende Wirkung haben. Was Hun-despeichel nicht hat, ist Amylase, ein Enzym, dass bei uns Menschen die Aufspaltung von Kohlenhydraten einleitet (http://de.wikipedia.org/wiki/Amylasen), was später noch einmal von Bedeutung sein wird.

Außerdem hat Hundespeichel eine andere Konsistenz als unserer, er wirkt eher wie eine Gleitcreme (wer lacht da?), wodurch es großen Brocken und Knochenteilen ermöglicht wird, ohne Verletzungen durch die Speiseröhre zu gleiten.

So viel erst mal zum Maul.

Die Speiseröhre ist wenig interessant, deshalb lasse ich sie weg.

Interessant ist dann wieder der Magen.

Hunde haben wie wir nur einen Magen, im Vergleich haben reine Pflanzenfresser in der Regel 4 Mägen (http://de.wikipedia.org/wiki/Wiederk%C3%A4uer), die alle bestimmte Aufgaben bei der Vorbereitung der pflanzlichen Nahrung für die Verdauung im Darm haben. Das Be-sondere am Hundemagen ist die Magensäure, die bei einem natürlich ernährten Hund reine Salzsäure ist und einen pH-Wert von teilweise unter 1 hat. Würde euch das Zeug unverdünnt auf den Teppich tropfen, hättet ihr ein Loch drin.

Diese Magensäure ist dafür geeignet, alles was mit ihr in Berührung kommt, aufzulösen. Nennen will ich hier mal besonders Knochen, Fell, Würmer und Bakterien. Was das für uns als Barfer bedeutet und welche Probleme auftreten können, dazu später.

Der Darm des Hundes unterscheidet sich in seinem Aufbau nicht wesentlich von unserem, zumindest so weit es für uns hier von Bedeutung ist. Wichtige Unterschiede liegen einmal in seiner Länge, denn der Hundedarm ist im Verhältnis zur Körpergröße wesentlich kürzer als unserer und noch viel kürzer als der von Pflanzenfressern. Dies ist erforderlich, da tierische Nahrungsmittel schnell verdaut werden müssen und keine lange Darmpassage haben dürfen, weil es sonst zu Fäulnisprozessen kommen kann.

Peristaltik und Darmzotten sind den unseren vergleichbar. Ein wesentlicher Unterschied besteht aber in der Besiedelung der Darmwand mit Bakterien, also der Darmflora.

Darmbakterien erfüllen verschiedene Aufgaben, z. B. Hilfsfunktionen bei der Verdauung, Schutz vor Infektionen mit Bakterien, Viren und Pilzen oder die Produktion bestimmter Vitamine. Die Darmflora ist jedoch nicht wie bei uns Menschen konstant.

Caniden fressen in der Natur nicht täglich, sondern nur, wenn sie Beute machen oder Aas finden, und dann fressen sie oft große Mengen. Danach folgen oft einige Tage ohne Nahrung. Nun müssen aber Darmbakterien ständig ernährt werden, sonst sterben sie sehr schnell ab. Tun sie das, überschwemmen sie den Körper mit Giftstoffen. ...



damit ihr wißt daß ich wirklich ein totaler Skeptiker bezüglich rohfüttern war, mal eine antwort von mir auf henrys vorträge

"Ich bin ein Antihausfrauentalent, mach mir nur sehr ungern gedanken über die tägl. Ernährung, nehm mir einfach einen paprika und ein butterbrot und damit hat es sich (nicht nur, sonst wär ich klapprdürr ) -)))), aber so ungefähr mein Verhältnis zur KÜchenarbeit. :-)))
Deswegen sehe ich mich als total ungeeignet an fürs barfen, da müsste ich genau wissen was meine Hunde wann zu bekommen haben, das herumgefitzel mit den ganzen Zutaten, nein, das ist leider nix für mich. Ja wenn man denen ein paar tote viecher hinschmeißen könnte, dann wärs einfacher. Aber was unter barfen alles abgeht ist ja viel zu viel Arbeit für mich :-)))). Da müsste ich mich ständig sorgen ob meine Hunde auch mit allem gut versorgt sind. Gemüse pürieren - das tu ich nicht mal für mich. " :-))))))

und das war die antwort von henry (ich glaub das kann ich hier schon reinkopieren?)

"Hallo silvern,

genau aus den selben Gründen wie du barfen viele nicht. Aber es ist ein Trugschluss, dass man da viel fitzeln müsste und viel Zeit drauf ginge. Die Futterindustrie gibt sich sehr viel Mühe, diesen Eindruck zu erwecken, aber es ist ganz und gar nicht so. Wenn ich am Tag 10 min dafür benötige, dann ist es viel. Wenn man es einmal verstanden hat, dann fällt der Zeitaufwand einem nicht mal auf.

Ich werde auf jeden Fall auf das von dir Angesprochene zurück kommen. Wenn ich mit dem "Vortrag" fertig bin, werden wir solche Fragen wie deine einzeln besprechen und du wirst dann sehen, dass es ganz einfach ist. Scheinbar aufwändig und kompliziert ist es nur für jemanden, der die Grundlagen nicht kennt, aber das werden wir hier in den nächsten Wochen ändern.

Am Ende werde ich euch dann noch zu Texten führen, die Vieles noch verständlicher werden lassen."

dann war ich natürlich sehr neugierig was noch zu lesen sein würde :-))))))


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RE: Grundlagen der Rohfütterung

#5 von silvern , 07.02.2011 16:20

Also…, um ein Absterben und damit eine Vergiftung des Körpers zu verhindern, stößt der Hund seine Darmflora ca. alle 7 Tage ab, indem er sie ausscheidet. Aus diesem Grund fressen viele Hunde auch gern die Ausscheidungen anderer Hunde wenn sie eine nicht intakte Darmflora haben, weil sie dort unter Anderem die erforderlichen Darmbakterien aufzunehmen hoffen. Bei Fertigfutter ernährten Hunden ist das fast immer so, nur leider finden sie im Kot der anderen auch nicht so wirklich das, was sie suchen. Besonders beliebt ist auch der Kot von Pflanzenfressern, insbesondere von Pferden, weil dort tatsächlich Darmbakterien enthalten sind, die sie sonst beim Fressen des Darms der Beutetiere aufnehmen.
Frisst nun der Hund das nächste Mal ein Beutetier, nimmt er zuerst den Darm auf. In dem Film konnte man e schön an Gerry sehen, denn er nimmt darin zuerst den Darm des Kaninchens. Diese Verhaltensweise wird instinktiv ausgeführt. Dadurch bereitet der Hund seinen eignen Darm für die Verdauung des darauf folgenden Futters vor.

Hunde, deren Darmflora nicht diesem Rhythmus unterliegen, bieten „Angreifern“ eine fast ungeschützte Darmwand, so dass Bakterien und Viren eindringen können und Pilze sich an der Darmwand ansiedeln. Wo Pilze sind ist oft Gärung im Spiel, die Hunde danken es uns durch geruchvolles Pupsen :mrgreen: .

Die Darmflora spielt bei allen Funktionen im hundlichen Körper und natürlich als Ursache für viele Probleme und Erkrankungen eine zentrale Rolle, weil sie einmal bei der Versorgung des Körpers notwendige Funktionen ausübt (Verdauung, Produktion bestimmter Vitamine etc.) und sozusagen eine Schnittstelle zwischen Umwelt und Organismus bildet. Ihr werdet später noch sehen, dass die Regenerierung der Darmflora der zentrale Teil bei allen „therapeutischen“ Maßnahmen ist, die mit Hilfe der Nahrungsumstellung und der oben erwähnten „Ergänzungsmittel“ möglich sind.

Ein wichtiges Organ möchte ich noch gesondert ansprechen: die Bauchspeicheldrüse.

Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) ist wie bei uns zuständig für die Insulinproduktion, was wiederum dazu dient, den Zuckergehalt des Blutes zu regulieren.

Das Problem ist aber, dass die Bauchspeicheldrüse des nicht so leistungsfähig ist wie unsere, es gibt sogar mittlerweile rassespezifische Unterschiede. Dies hängt damit zusammen, dass Caniden in der Natur mit sehr wenigen Kohlenhydraten in Berührung kommen. Wir können locker eine Tüte Bonbons essen ohne uns zu schaden, allenfalls kommt es zu ein wenig „Hüftgold“ :mrgreen: , aber die BSD steckt das locker weg. Bei einem Hund würde die BSD mit der weißen Fahne raus kommen. Bei bestimmten Erkrankungen empfehlen Tierärzte oft gekochten Reis zu füttern, aber genau das ist das Verkehrteste, was man machen kann, denn gekochter Reis sind reine Kohlenhydrate, voll aufgeschlossen durch die Erhitzung und somit hoch bioverfügbar. Wer seinen Hund umbringen möchte, der mag gern der Tierärzte folgen, ich mache es nicht. Erst vor wenigen Tagen empfahl eine Tierärztin gekochten Reis der Katze einer meiner besten Freundinnen, die unter schwerer Diabetis leidet (über 4.000 Einheiten). Hätte ich diese Tierärztin vor mir gehabt, wäre wohl sie mit der weißen Fahne angekommen. So etwas ist mehr als fahrlässig, und das von einem Veterinär. Und das Schlimmste ist: die BSD einer Katze ist noch empfindlicher als die eines Hundes. Ganz nebenbei bekam diese Katze auch noch ungefragt eine Antibiotika-Injektion, Langzeit (!), was für den ohnehin schon hoch belasteten Organismus des Tiers nicht sehr lustig ist und vor allem überhaupt keinen Sinn macht. Aber unsere Tierklinik hier in Magdeburg ist bekannt dafür, dass man dort mit Antibiotika nur so um sich wirft.

So weit zu den Verdauungsorganen.


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RE: Grundlagen der Rohfütterung

#6 von silvern , 07.02.2011 16:21

Die Hauptentgiftungsorgane sind wie uns die Leber und die Nieren des Hundes. Ihre Funktion ist vergleichbar mit der unsrigen, allerdings mit kleinen wesentlichen Unterschieden, ähnlich denen bei der BSD.

Hierzu ein kurzer Ausflug:

Die Nahrung der Säugetiere besteht zu 100 % aus organischen „Materialien“, unterteilt in pflanzliche und tierische. Wir Menschen als Allesfresser sind in der Lage, aus beiden Teilen unserer Nahrung Nährstoffe und Energie zu gewinnen, auf eine bestimmte „Seite“ spezialisierte Tiere können dies nicht oder nur eingeschränkt. Einer der wichtigsten Nahrungsbestandteile sind die Eiweiße, die Proteine.

Pflanzliche Proteine haben sehr langkettige Moleküle, tierische hingegen kurze. Für die Verwertung im Organismus besteht hierin ein wesentlicher Unterschied.

Um langkettige (pflanzliche) Protein-Moleküle für den Körper verfügbar zu machen, müssen sie sozusagen „zerschnitten“ werden. Würde dies nicht geschehen, können sie im Organismus zu Schäden führen, spätestens dann, wenn sie wieder entsorgt werden müssen. Pflanzenfresser haben durch Ihren sehr langen Darm und die dafür geeignete Darmflora diese Möglichkeit, die Proteine kommen nur „zerhackt“ im Blut an. Für den Schutz vor nicht zerhackten Molekülen sorgt die so genannte Darm-Blut-Schranke, eine Art „Membran“, die nur Moleküle bis zu einer bestimmten Länge passieren lässt.

Hunde haben keine Möglichkeit diese langen Moleküle aufzuspalten. Die aus dem Darm der Beutetiere aufgenommenen pflanzlichen Moleküle sind das aber bereits, daher sind sie zu einem gewissen Grad verfügbar. Frisst der Hund aber nicht vorverdaute pflanzliche „Nahrung“, meist aus anderen Gründen als der eigenen Ernährung selbst, kommen sie hinten wieder raus, es sei denn, sie werden von der eigenen oder aufgenommenen Darmflora für irgendwas gebraucht. Die Zusammenhänge hierbei sind sehr komplex und noch nicht bis ins Detail erforscht, aber für unsere Zwecke reicht das, was ich hier dazu sagen kann.

Der Darm-Blut-Schranke des Hundes kommt eine große Bedeutung zu, da sie verhindern muss, dass der hundliche Organismus mit pflanzlichen Proteinen überschwemmt wird. Leider wird bei Dauerbeschuss diese Darm-Blut-Schranke durchlässig, möglicherweis auch als Reaktion des Körpers auf die fehlenden tierischen Proteinen bei andauernder Ernährung mit hohem pflanzlichen Anteil, und somit gelangen die langen Proteine ins Blut und müssen wieder entsorgt werden.

Ein großes Problem stellt das Gehirn dar. Das Gehirn hat keinerlei Möglichkeiten sich zu schützen, es ist zu 100 % auf alle anderen Organe angewiesen. Es verlässt sich darauf, dass das Blut in sauberem Zustand bei ihm ankommt. Zu guter Letzt ist die so genannte Blut-Hirn-Schranke der letzte Wächter. Und nun die große Falle: auch die Blut-Hirn-Schranke wird durchlässig bei Dauerbeschuss mit pflanzlichen Molekülen und sie gelangen ins Gehirn. Was dann passiert später bei Krankheiten. Wer sich mit diesem Thema näher befassen möchte, dem empfehle ich die Literatur von Dr. med. vet. Vera Biber, der Grand-Dame des Barfens. Einfach ergoogeln!

Für die Entsorgung der langen Proteine müssen nun Leber und Nieren sorgen, wofür sie aber eigentlich nicht gedacht waren, denn eigentlich kommen die ja gar nicht bis ins Blut. Die Folge ist, dass Leber und Nieren ständig auf Volllast laufen müssen. Die Folgen könnt ihr euch ausmalen. Hierher kommt auch das Märchen von der proteinarmen Ernährung des Hundes. Dabei wird einfach der Unterschied zwischen langen pflanzlichen und kurzen tierischen Proteinen ignoriert und pauschal behauptet, eine zu proteinhaltige Ernährung führe zu Leber- und Nierenschäden. Tierische Proteine sind aber hoch bioverfügbar für den Hund und müssen kaum entsorgt werden. Dies sieht man an den wesentlichen kleineren Haufen gebarfter Hunde.

Bei den Kohlehydraten ist es ähnlich, nur das hier nicht die Länge der Moleküle von entscheidender Bedeutung ist, sondern das Problem in sich tragen.
Der Organismus eines Tierfressers ist darauf eingestellt, seine Energie aus Fetten zu gewinnen. Würde er wie wir Menschen auf Kohlehydrate „spezialisiert“ sein, würde er wohl nur faul am Waldboden rumliegen, weil in den Beutetieren kaum welche enthalten sind. Die Produktion von Kohlehydraten aus anorganischen Stoffen ist auch nur den Pflanzen vorbehalten (Photosynthese). Außerdem bergen Kohlehydrate die Gefahr in sich, nicht immer in ausreichender Menge zur Verfügung zu stehen, weil sie nicht gespeichert werden können. Ein laufender Hund würde plötzlich umfallen sowie das Blut unterzuckert. Auch wir Menschen kennen dieses Phänomen. Im Übrigen hat sich auch unser Herz auf die Energiegewinnung aus Fetten spezialisiert, weil es sonst bei Unterzuckerung plötzlich stehen bleiben würde.

Wird nun der Hund mit vielen Kohlehydraten gefüttert (Getreide im Fertigfutter) und bekommt wenig Fette, dann läuft er sozusagen nur noch auf Notenergie, die er notdürftig den K. entzieht. Diese Energie ist aber ursprünglich nicht für hohe Leistungen gedacht, sondern nur zum Überleben. Ein Muskel, der seine (Not)energie aus Kohlehydraten zieht, übersäuert und baut sich dadurch ab, das Training mit einem Hund, insbesondere mit einem Schlittenhund, wird ineffektiv und zur Quälerei. Der Rest der Kohlehydrate muss wiederum von Leber und Nieren entsorgt werden. Was diese 3 nicht schaffen, wird als eine Art Körperfett unter der Haut abgelagert. Das beginnt im Nacken der Hunde, was zu einer Art „Speckkragen“ führt, und endet überall im Körper, bis der Hund ein Medizinball mit Haaren geworden ist.

Ein weiteres „Entgiftungs“organ ist die Haut. Die Anführungszeichen deshalb, weil es kein eigentliches Entgiftungsorgan ist. Sondern ein Notbehelf.
Alles was von dem eben beschriebenen „Müll“ nicht entsorgt werden kann, weil Leber und Nieren an der Schmerzgrenze laufen, schiebt der Hund in die Haut. Die Haut hat für den Hund nicht die Bedeutung wie unsere Haut für uns Menschen. Sie ist anders aufgebaut und dient, pauschal gesagt, eigentlich nur der Abgrenzung des Organismus zur Umwelt und als Träger des Fells. Die Folge sind juckende Stellen, die sich entzünden und aufgekratzt und aufgebissen werden, die so genannten Hotspots. Dazu später mehr.

Dann gibt es da noch die Analdrüsen.

Sucht man im Netz nach der Funktion der Analdrüsen, findet man überall nur die „Duft“-Funktion. Erst zu nehmende moderne Wissenschaftler sehen darin aber nur die halbe Wahrheit. Wenn dies die einzige Funktion wäre, warum kommt es dann bei Haushunden so oft zu Verstopfungen und Entzündungen? Wer zum Henker drückt Wölfen, Dingos etc., die Analdrüsen aus und spritzt ihnen Antibiotika. Richtig ist, dass sich die Analdrüse mechanisch entleert, wenn voluminöser Kot an ihnen vorbei durch den Darm geht. Aber warum sollte das nötig sein, wenn sie nur Duftfunktion hat? Warum füllt sie sich dann so sehr, dass sie entleert werden muss und die normale Sekretion nicht ausreicht? Die Antwort zu dieser Frage liegt mit großer Wahrscheinlichkeit darin, dass die Analdrüsen zusätzliche Entgiftungsorgane sind, die nötig sind, um die mit den Beutetieren aufgenommenen , nicht verwertbaren Bestandteile zu entsorgen. Und da die Natur nichts verschwendet, wird dieser übel riechende „Brei“ gleich für eine andere Aufgabe verwendet. Man bedenke: Urin hat auch eine andere primäre Aufgabe und wird zur Markierung benutzt.

Überschütten wir nun unsere mit „Müll“ aus industriellem Futter, ist die Analdrüse ständig voll. Hat der Hund aufgrund falscher Ernährung nun auch noch nicht festen Stuhl, wird die Analdrüse nicht entleert. Das Ergebnis kennen wir.

Erst vor Kurzem war eine Kundin bei Frank, deren Labrador-Hündin hatte massive Probleme mit den Analdrüsen. Der (junge) Tierarzt der Hündin hat die Analdrüsen chirurgisch entfernt mit dem Hinweis, die hätten ohnehin keine Funktion. Aua! Leider war es zu spät, die Dame war erst danach bei Frank. Mit einer vernünftigen Ernährungsumstellung hätte sich dieses Problem innerhalb weniger Wochen lösen lassen.

So, das soll’s erst mal zum Thema „Entgiftung“ gewesen sein. Wir können dann eigentlich schon zu den Zusammenhängen von Ernährung - Verhalten und Ernährung- Erkrankungen über gehen. Einiges hatte ich ja hier schon anklingen lassen.


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RE: Grundlagen der Rohfütterung

#7 von silvern , 07.02.2011 16:29

So, da ich noch ein Bisschen Zeit habe bis ich los muss, will ich noch einmal auf das Thema „Bakterien“ zurück kommen, weil es ein zentrales in der Hundeernährung ist.

Wir hatten darüber gesprochen, dass Hunde ihre Darmflora abstoßen und aus dem Darm der Futtertiere wieder aufbauen, das ist aber nur die halbe Wahrheit. Die andere Hälfte ist das Aas.

Aas zeichnet sich dadurch aus, dass das Fleisch begonnen hat, sich langsam zu zersetzen, sprich zu verwesen. Für diesen Verwesungsprozess ist eine Reihe von Bakterien zuständig, die sich beim Tod des Tieres sehr schnell vermehren und Enzyme produzieren, die den Abbauprozess durchführen. Diese Enzyme produzieren u. A. auch den für uns Menschen sehr unangenehmen Verwesungsgeruch.

Für uns Menschen und andere Tiere, z. B. Katzen, ist dieser Geruch ein Signal, dass dieses Fleisch nicht mehr genießbar ist. Für Menschen ist so genanntes „Gammelfleisch“ gesundheitsschädigend bis hin zur Toxizität. Beim Einatmen des Verwesungsgeruchs reagiert unser Körper teilweise derart heftig, dass sich die Peristaltik umkehren kann und wir in keinem Fall den Wunsch verspüren mal davon zu kosten.

Beim Hund ist das anders.

Aufgrund seiner Besonderheiten bei der Darmflora sind die am Gammelfleisch sitzen Bakterien und deren Enzyme ein wichtiger Bestandteil der Verdauung. Ohne sie kommt es zu mangelnder Verdauung und damit zu Unterversorgungen. Der Verwesungsgeruch signalisiert dem Hund, dass es hier die richtigen Enzyme gibt und sein Appetit meldet sich. Eine Gesundheitsschädigung oder gar Vergiftung durch gammliges Fleisch ist beim Hund so gut wie ausgeschlossen.

Aus diesem Grund friere ich das Fleisch für Gerry auch so gut wie nicht ein, es sei denn, es ist ein Vorrat, der länger als 14 Tage halten soll. Frank hat im Laden einen großen Fleischwolf und stellt damit eine Mischung zusammen, die ca. 80 % des natürlichen Bedarfs deckt. Was mit den restlichen 20 % ist, besprechen wir später. Ich lasse mir davon einmal wöchentlich eine geruchsdicht schließende Frischhaltedose mit ca. 2 – 3 kg füllen und stelle diese in meinen Kühlschrank im Keller, übrigens neben unseren eignen Lebensmitteln, denn die Angstmacherei der Medien und der Futterindustrie ist völlige Blödsinn, wenn man nur einige Grundregel der Hygiene einhält. Im Winter steht ein Teil des Fleischs auf der Terrasse. So kann ich gewährleisten, dass im Fleisch immer eine gewisse Anzahl Bakterien und Enzyme enthalten ist.

Ständig Gefrierfleisch zu füttern ist also streng genommen kein Barfen!

In der DDR gab es bis zur Wende kein Fertigfutter, mit Ausnahme einer Konserve in einem Einweckglas, eine Art Gulasch, das unter dem Namen „Goldy“ verkauft wurde. Hatte man mal vergessen, den Sonntagsbraten einzukaufen, konnte man daraus auch tatsächlich ein Gulasch machen.
In der Regel wurde aber Fleisch gefüttert. In der DDR bestand daran bei den Hundehaltern überhaupt kein Zweifel. Man bekam das Fleisch entweder über die so genannte Freibank, einer Art Werksverkauf der Schlachthöfe für Fleisch, dass nicht für den menschlichen Verzehr erlaubt war, oder man bekam das Fleisch über die Hundevereine, so etwa in Rationen für 2 Wochen. Dieses Fleisch wurde in einem Eimer mit Deckel in die Erde eingegraben, aus dem man die täglichen Portionen entnahm. Am Ende der 2 Wochen lebte das Fleisch schon wieder, kranke Hunde gab es aber so gut wie nicht. Tierärzte brachten damals in der Regel Fohlen und Kälbchen zur Welt, Tierarztpraxen für Haus- und Kleintiere musste man lange suchen.

Warum nur?

So weit noch zu diesem Thema. Als nächstes mache ich dann mit den Zusammenhängen zwischen Ernährung und Verhalten/Krankheiten weiter. Trennen kann man beides kaum.


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RE: Grundlagen der Rohfütterung

#8 von silvern , 07.02.2011 16:30

heute will ich dann mal langsam damit beginnen, Zusammenhänge zwischen Ernährung und Verhalten sowie Erkrankungen zu erläutern.

Da dieses Thema unheimlich umfangreich ist, werde ich natürlich keine umfassende Darstellung schreiben können, sondern nur die wichtigsten Dinge darstellen, aber das sollte genügen, um euch einen Einblick in die Problematik zu geben. Spezielle oder ausgelassene Probleme können wir dann später im Frage-Teil noch klären.

Haupt-Dreh- und Angelpunkt aller Verhaltens- und gesundheitlichen Probleme ist die Ernährung und die damit verbundene Versorgung des Organismus mit Nährstoffen, Vitaminen, Vitalstoffen und Spurenelementen, und natürlich auch umgekehrt durch das Vermeiden schädlicher Stoffe. Hierdurch wird erreicht, dass Organsysteme nicht über Gebühr belastet werden, auf der anderen Seite aber kräftig genug sind, den Anforderungen des Alltags Stand zu halten. Außerdem spielt das Immunsystem eine große Rolle, das bei unzureichender Ver-sorgung seinen Dienst nicht mehr gut verrichten kann. Schnittstelle für das Ganze ist in erster Linie die Darmflora, die sozusagen „kriegs“entscheidende Bedeutung hat. Ohne sie ist eine 100%-Versorgung des Organismus unmöglich. Nach allem, was ich bisher über die Darmflora gesagt habe, müsste an dieser Stelle schon jedem klar sein, dass Hunde, die ausschließlich mit Fertigfutter ernährt werden, niemals eine intakte Darmflora entwickeln können und somit stets eine Mangelversorgung vorliegt.

Neben den Versorgungsmängeln sind auch psychische Komponenten entscheidend am Gesundheitszustand des Hundes beteiligt, wie z. B. zu wenig Bewegung, Unterbindung art-typischer Verhaltensweisen, Überforderung im Training, zu wenig seelische und körperliche Zuwendung (Kuscheln), langes Alleinsein, etc., um nur einige beispielhaft zu nennen.

Viele Hundehalter höre ich oft sagen: “Meinem Hund geht es gut, wenn es anders sein sollte, dann wird er es mir schon zeigen.“ Leider ist dies ein gefährlicher Irrtum! Ein Tier zeigt niemals an, wenn es Beschwerden hat, es sei denn, sie sind so massiv, dass es nicht mehr anders geht. Für ein Hunderudel hätte es fatale Folgen, wenn ein Tier nicht mehr „funktioniert“ und ein Einzelgänger würde sofort angegriffen werden. Daher bemühen sich Hunde bis zur letzten Minute den Eindruck zu erwecken, sie wären „voll da“. Fängt der Hund an, sich zurück zu ziehen oder gar zu jaulen, dann ist es eigentlich schon 5 vor 12.

Aber fangen wir mit typischen Verhaltensproblemen an.

Wir können davon ausgehen, dass Hunde ein feines Gespür dafür haben, was sie an Nahrung benötigen. Mangel wird dem Hund durch verstärkten Appetit angezeigt, den es zu stillen gilt. Bei uns Menschen ist das auch so, wir bekommen Heißhunger, aber wir hören nicht drauf. Da uns ja die Medien immer wieder sagen, wie schädlich Fett angeblich sein soll, quälen wir uns mit Müsli rum, merken nicht, dass unser Fettbedarf sehr hoch ist, schaufeln lieber mit den Müslis Unmengen an Kohlenhydraten rein, die uns am Abnehmen hindern, anstatt mal kräftig bei einem Eisbein zuzuschlagen. Und dann wundern wir uns, warum das mit dem Abnehmen nicht klappt. Die moderne Wortschöpfung dafür ist „Jojo-Effekt“, was nichts anderes heißt, als dass wir uns so sehr mit Diät in eine Mangelsituation gebracht haben, dass wir nach der Diät nicht mehr an uns halten können. Und das Schlimmste ist: wir übertragen das auch noch auf unsere Hunde.

Der Hund lässt sich aber nicht wie wir von flotten Sprüchen im Fernsehen beeinflussen. Wenn er einen Mangel in Form von gesteigertem Appetit spürt, dann setzt das Jagdfieber ein und ergeht los, sich die Beute zu holen, und dabei ist es völlig egal, ob dies ein Hase, ein Jogger oder ein Radfahrer ist.

Hunde sind ebenso wie Katzen Energiesparer. Es ist für sie lebensentscheidend, dass sie bei der Jagd nicht mehr Energie verbrauchen als sie durch die Beute aufnehmen können. Würden sie nicht darauf achten, würden sie irgendwann umfallen. Ein Hund wird daher einen Teufel tun und das Jagen anfangen, wenn er rundum versorgt und satt ist.

Nun dürfen wir aber nicht in den Trugschluss verfallen, dass mit dem Umstellen auf Barf plötzlich das Hinterherjagen hinter Radfahrern aufhört. Verhaltensweisen können sich auch „einschleifen“, sozusagen zur Gewohnheit werden. Da ist dann auch etwas Training angesagt.

Ein viel einfacheres Beispiel ist das Kot-Fressen. Das hört meist wenige Tage nach Umstellung und Entgiftung von allein auf.

Ein großes Problem für Hunde ist die Magensäure. Leider hat der Magen der Hunde die Fähigkeit, den pH-Wert der Säure zu verändern um auf unterschiedliche Nahrungsangebote reagieren zu können. Das getreidelastige Trocken- und Dosenfutter führt dazu, dass der pH-Wert der Magensäure steigt, teilweise sogar bis hin in den alkalischen Bereich mit einem pH-Wert um 8.

Dies hat zur Folge, dass der Hund zum Einen Knochen nicht mehr auflösen kann, wenn er doch mal einen erwischt und diese dann „im Stück“ in den Darm gelangen können, zum An-deren leidet der Hund ständig unter Magenschmerzen. Ihr wisst selbst, wie wir uns verändern, wenn uns was weh tut, beim Hund ist das ähnlich. Er wird unaufmerksam, fixiert sich nicht mehr auf seinen Menschen, erscheint hibbelig und fahrig. Oft sind diese Magenschmerzen mit erhöhter Aggressivität verbunden, so nach dem Motto: „Lass mich bloß in Ruhe, mir geht’s heute nicht so gut!“ Dass dieses „heute“ dann irgendwann zu „täglich“ mutiert, merkt man kaum und der Hund „ist dann eben ein bisschen unverträglich“, aber das macht ja nichts, ich habe ja noch die Leine, an der ich dann zerren kann, womöglich noch am Halsband, was ihn noch aggressiver macht, weil es ihm auch noch das Atmen erschwert.

Ein weitaus größeres Problem haben wir an einer anderen Stelle.

Ihr erinnert euch, dass ich von den langen Protein-Molekülen gesprochen habe, die die Darm-Blut-Schranke und dann die Blut-Hirn-Schranke überwinden und dann über das ungeschützte Gehirn herfallen.

In erster Instanz kommt es durch diesen Angriff zu einer Blockade der Informationsübermittlung an den Synapsen. Die Synapsen sind die Verbindungsstellen zwischen jeweils 2 Nervenzellen. Diese gestörte Informationsübermittlung bewirkt, dass Hunde nicht mehr ihrer Natur entsprechend auf äußere Reize reagieren und seltsame Verhaltensweisen zeigen. So fangen sie z. B. schon bei Kleinigkeiten an zu kläffen, weil sie die Situation nicht mehr realistisch einschätzen können. Sie können sich nicht mehr konzentrieren und wirken abwesend.

Außerdem führt diese Informationsblockade dazu, dass sie lernunfähig werden, weil die eigentlich zu erlernenden Informationen nicht mehr abgespeichert werden können. Erst auf dem Dog-Walk habe ich erlebt, wie ein Herrchen versuchte, einen seiner Windhunde ins „Sitz“ zu bekommen, es war ein Jammerbild! Er hatte bereits den Hund am Halsband gegriffen, um seinem Kommando Nachdruck zu verleihen. Er sagte immer wieder „sitz“ und der Hund starrte ihn nur blöd an. Immer wieder versuchte er den Hund mit der Hand ins „Sitz“ zu drücken. Der Hund ging dann auch runter, denn schließlich spürte er die Stimulation an der Hüfte, kam aber immer wieder sofort hoch. Der arme Hund konnte das Kommando nicht mehr verarbeiten. Frank und ich schauten uns nur an, drehten uns um und gingen kopfschüttelnd weg, da wir uns das Elend nicht mehr ansehen wollten. Wir verkniffen uns eine Bemerkung, denn das wäre mit Sicherheit eskaliert.

Der nächste Schritt, den die langen Moleküle im Hirn auslösen, ist eine allergische Reaktion, man spricht von einer so genannten Zerebralallergie. Diese Reaktion bewirkt bei den Hunden Migräne (!) und Hyperaktivität. Diese äußert sich meist in ständigem Herumwuseln ohne wirklich Kontakt zu irgendwas aufzunehmen, in mangelnder Fixierbarkeit auf Herrchen/Frauchen und in übersteigertem Bewegungsdrang bis hin zum „Umfallen“ nach dem heftigen Spiel. Der Hund spielt und tobt nicht mehr angemessen, sondern powert sich bis zur totalen Erschöpfung aus. Erziehungsmaßnahmen greifen in diesem Stadium schon meist ins Leere.

Die letzte Stufe der zerebralen Allergie ist dann die Epilepsie. Ist diese Stufe erst erreicht, hilft meist nur noch die letzte Spritze. Mehr kann und möchte ich zu dieser letzten Stufe nicht sagen. Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, wie schwer es manchmal für Frank und mich ist, den Mund zu halten, wenn wir auf der Straße solche Hunde sehen, von denen man dann vielleicht noch erfährt, dass sie gerade mit Medikamenten vollgepumpt werden, wobei doch die Lösung so einfach wäre, aber leider muss man manche Dinge auch geschehen lassen.


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RE: Grundlagen der Rohfütterung

#9 von silvern , 07.02.2011 16:33

Bei der naturfernen Ernährung kommt es grundsätzlich zu 3 Problemen, die die Ursache für Erkrankungen legen:

1. Die Darmflora ist ungenügend aufgebaut,
2. Der Organismus wird nicht ausreichend mit Nähr- und Vitalstoffen versorgt und lebt ständig auf „Noternergie“,
3. Der Organismus wird mit nicht verarbeitbaren Stoffen überschwemmt und die Entgiftungsorgane gelangen an den Rand ihrer Leistungsfährigkeit.

Man kann davon ausgehen, dass ein vollständig mit natürlichen Mitteln versorgter Hunde-Organismus so gut wie nicht krank wird.

Heue ist es aber „normal“ geworden, dass Hunde diverse Zivilationskrankheiten haben, die eben „einfach so sind“. Über die Ursache macht sich niemand Gedanken und die Pharmain-dustrie verdient daran Millionen. Würden die Hundehalter nur einen Teil des Geldes und der Zeit, die sie in Tierarztbesuche investieren, in naturnahe Ernährung stecken, würde so mancher Hundehalter viel weniger Nerven lassen. Aber leider gehören Krankheiten im modernen Denken zum Alltag, ja selbst Mütter unterhalten sich heute auf Familienfeiern nicht mehr über die Schulnoten ihrer Kinder oder darüber, welche Scheibe Lausbub grad zerschossen hat, sondern darüber, welche Medikamente Bubi seit letzter Woche bekommt und was man alles in der Hausapotheke hat, falls klein Susi mal hüstelt. Achtet mal drauf, ihr werde staunen. Ich verlasse dann immer fluchtartig den Raum, weil ich es schon nicht mehr ertragen kann.

Krank sein ist Normalität, gesund zu sein die Ausnahme.

Man kann mit diesem Thema auch gewaltig ins Fettnäpfchen treten, besonders dann, wenn man sich an Tabu-Themen heran traut wie zum Beispiel Krebs.

Ich will aber nicht gleich ans Eingemachte gehen, sondern erst mal mit den alltäglicheren Sachen anfangen.

Das Alltäglichste ist „Pupsen“. Da ich dazu ja schon oben auf die Frage geantwortet habe, kann ich das wohl überspringen. Sollte dazu noch was unklar sein, können wir später in der „Fragestunde“ noch einmal drauf zurück kommen.

Die häufigste Geißel der Hunde, und wohl mittlerweile das Normalste von der Welt, ist Übergewicht.

Hier in Magdeburg laufen eine Menge Hunde rum, die schon eher als Medizinball mit Haaren zu bezeichnen wären. Aber sagt mal was zu den Haltern; man kommt direkt auf den Scheiterhaufen. Zwar wollen alle einen Rat, aber man darf auf keinen Fall sagen, dass der Halter selbst dafür die Verantwortung trägt, nein, die Leute wollen alle ein „höheres Schicksal“ dafür verantwortlich machen, dann fühlen sie sich gut. Aber offensichtlich ist das bei allen Tierhaltern der Fall. Ich kenne das aus nunmehr 32 Jahren Aquaristik, von denen ich über 6 Jahre in Foren beraten habe, sozusagen „auf der Überholspur“.

Mich rief mal ein Aquarianer an, weil seine Welse gestorben waren. Nach längerem Befragen musste ich ihm leider mitteilen, dass seine Welse verhungert waren. Oh-jeh, der Draht glühte. Dabei habe ich ihm gar keinen Vorwurf gemacht sondern nur sachlich die Ursache erläutert. Ich habe ja auch sehr viel Verständnis dafür, denn welcher Tierhalter tut nicht alles für sein Tier? Aber oft weiß man es nicht besser und die Industrie und die Medien tun alles, um uns in Kauflaune zu halten, koste es was es wolle. Aber wenn man dann einmal die Wahrheit gehört hat, kann und sollte man etwas tun, ohne den Beleidigten raushängen zu lassen, denn das hilft dem Tier am wenigsten.

Übergewicht kommt in den Köpfen der meisten Menschen vom fetten Essen und das übertragen wir auf Hunde. Fett hat allerdings so gut wie nichts mit Übergewicht bei Hunden zu tun, denn Fett ist die einzige Energiequelle der Hunde und kann bei Mangel zu schweren Schäden führen. Ein gesunder Hund, dessen Instinkte wieder intakt sind, wird auch nicht mehr Fett aufnehmen,als er benötigt. Sein natürlicher Appetit steuert dies.

Ursache für Übergewicht bei Hunden sind die im Fertigfutter völlig überflüssigerweise enthaltenen Kohlehydrate. Hunde können Kohlehydrate so gut wie nicht verarbeiten, sie können aus ihnen maximal eine Art Notenergie generieren um zu überleben. Durch erhitztes Getreide im Futter, und je nach Futtersorte beträgt der Anteil zwischen 60 und 90 %, wird der Organismus mit hoch bioverfügbaren Kohlehydraten überschwemmt und die Bauchspeicheldrüse arbeitet ständig auf Volllast, bis sie aussteigt. Kohlehydrate, die der Hund nicht entsorgen kann, werden in eine Art Fett umgebaut und unter der Haut abgelagert. Dies beginnt in der Regel im Nacken, wodurch es zu einer Art „Speckkragen“ kommt, und endet da, wo es alle sehen können, bei kleinen Tonnen mit Beinchen.

Immer wieder wird empfohlen, den Hund zum Zwecke des Abnehmens fettarm zu füttern. Eine solche Empfehlung ist mehr als fahrlässig! Da ein Hund wie wir auch zum Abnehmen viel bewegt werden muss, braucht er auch mehr Energie, denn wie gesagt, kann aus den Kohlehydraten nur eine Art Notenergie gewonnen werden. Die Muskeln, die unter dem Übergewicht oft auch noch recht schwach entwickelt sind, müssen nun mehr leisten, weil man den Hund durch die Gegend jagt. Ein solcher Muskel übersäuert und beginnt sich selbst abzubauen, ein Teufelskreis beginnt.

Die Lösung liegt hier ganz einfach in der Vermeidung von Kohlehydraten, und zwar generell, nicht nur beim Abnehmen. Die Umstellung auf rohe Fleischfütterung mit einem entsprechenden Fettanteil versorgt die Muskeln mit der nötigen Energie für die Bewegung und mit sinkendem Gewicht bauen sich die Muskeln langsam auf, der Hund leistet mehr und hat auch wieder Freude an der Bewegung.

Will man es richtig machen, dann unterstützt man den Hund in dieser Phase mit einer Entgiftung, wodurch Leber und Nieren entlastet und in ihrer Funktion angeregt werden. Hierfür werden dann die vor einigen Tagen schon einmal ngesprochenen „Nahrungsergänzungen“ benötigt, die ich später noch erläutern werde. Mit der richtigen Zusammenstellung kann man die Leber anregen, bis zu 200 % zu leisten. Nach wenigen Wochen ist das Thema Geschichte und man kann zu einer normalen naturnahen Fütterung übergehen.

Wichtig: während der Entgiftung darf der Hund nur normal bewegt werden, kein hartes Training (z. B. am Fahrrad oder Schlitten). Erst danach darf die Bewegung gesteigert werden!


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RE: Grundlagen der Rohfütterung

#10 von silvern , 07.02.2011 16:35

Ich will schon mal mit dem Thema "Allergien" anfangen, weil dies wohl eines der am weitesten verbreiteten Probleme ist.

Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass Hunde keine Allergien haben. Echte Allergien sind genetisch bedingte Störungen, diese liegen aber bei unseren Hunden in der Mehrzahl nicht vor.

Unsere Hunde haben in der Regel nur Unverträglichkeiten, die immer als Allergien bezeichnet werden.

Eine der bekanntesten ist die Laktose-Unverträglichkeit oder Intoleranz.

Wer diese Diagnose bekommt, schaut meist trübe drein, weil er denkt, sein Hund sei krank. Das ist aber überhaupt nicht der Fall, sondern ein Normalzustand.

Ein Säugetier kommt in seinem Leben nach dem Absäugen nie wieder mit Milch in Berührung, und schon gar nicht kommen Caniden in den Genuss von Milch eines Pflanzenfressers. Das gilt auch für uns Menschen. Das Märchen von der ach so gesunden Milch wird uns seit Jahrzehnten erzählt und Generationen von Kindern werden damit gequält. Aber wir Menschen vertragen sie gar nicht, darum muss Kuhmilch ja auch einen Verarbeitungsprozess durchlaufen, bei dem sie vollständig auf molekularer Ebene verändert wird, sonst viele ein Problem.

Kuhmilch, aus der auch unsere meisten Milchprodukte wie z.B. Käse bestehen, ist im Original für die Aufzucht junger Pflanzenfresser gemacht, und es wäre vermessen anzunehmen, dass sie in der Zusammensetzung der eines Fleischfressers identisch sei.

Überdies entwickeln alle Fleischfresser nach dem Absäugen völlig natürlich eine Laktose-Intoleranz, die aber kaum bemerkt wird, da Caniden still leiden - wir sprachen schon davon. Aufmerksam wird man erst, wenn die Beschwerden ein Stadium erreichen, in dem der Hund diese nicht mehr verbergen kann. Ist das der Fall, vermeidet man konsequent alle Milchprodukte, anstatt dies von Anfang an zu tun. Aber leider weiß niemand, auch die Tierärzte nicht, denn bei ihnen gilt der Grundsatz: kein Symptom = keine Erkrankung. Bis es aber zum ersten sichtbaren Syptom kommt, hat der Hund schon einen langen Leidensweg hintr sich.

Verantwortungsbewusste Hersteller von Welpenmilch benutzen zur Herstellung dieser übrigens Ziegenmilch, da hier der Laktosegehalt weitaus geringer ist als bei Kuhmilch.

Wer sich für das Thema "Welpenernährung" interessiert, dem empfehle ich unseren Text:

http://www.sammys-futterschuessel.de/welpen-barfen.html


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RE: Grundlagen der Rohfütterung

#11 von silvern , 07.02.2011 16:36

Heute mal ein paar Sätze zu Hautproblemen.

Hautprobleme bei Hunden haben zwar meistens nicht viel mit Allergien zu tun, werden aber häufig in diese Ecke gestellt und als schicksalhaft empfunden. Das ist aber bei weitem nicht so. Die meisten Probleme haben auch hier ihre Ursache in der Fehlernährung.

Ein Teil der Hautprobleme wird durch Parasiten ausgelöst, seien es nun Zecken, Flöhe, Milben, Pilze etc. und können, auch wenn es für den einen oder Anderen unwahrscheinlich klingen mag, mit der Ernährung beeinflusst werden.

Die meisten Parasiten „besuchen“ den Hund zwecks Nahrungsaufnahme, das heißt, der Hund muss ihnen schmecken, und das tut er besonders, wenn sich in seinem Blut ein ungesundes Milieu gebildet hat und die Haut und das Immunsystem in ihren Schutzfunktionen schwächeln. Zwar kann man Parasitenbefall oder eine Pilzinfektion nie ganz verhindern, aber man kann sowohl Qualität als auch Quantität des Problems mindern. Wäre es anders, müssten ja wild lebende Tiere im Wald von Parasiten nur so wimmeln, tun sie aber nicht. Und für einen Hund mit einem vollständig intakten Immunsystem dürfte selbst eine mit Borrelien infizierte Zecke kein Problem darstellen. In einigen Gebieten Deutschlands, so weit ich das überblicke wohl hauptsächlich im südlichen Teil, soll die Verbreitung sehr groß sein. Würde man die Anzahl der Zecken dort im Wald ins Verhältnis setzen zur Anzahl der größeren Säugetiere, dann müsste wohl eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit dabei heraus kommen, dass alle Rehe, Hasen, Füchse, Wölfe (sofern vorhanden) an Borreliose erkrankt sind. Sind sie es? Der beste Schutz gegen eine solche Infektion ist also nicht die Impfung, die ohnehin nur gegen 2 der 5 Borrelien-Arten hilft und deren Nebenwirkungen auch noch sehr umstritten sind, sondern ist ein intaktes Immunsystem, das so einfach und preiswert herzustellen ist.

Ich habe für Gerry Futterkosten von ca. 7,00 € in der Woche, und da sind sehr hochwertiges Fleisch und auch Fisch wie z. B. Lachs dabei. Würde ich ein viel gekauftes durchschnittliches Trockenfutter füttern, käme ich bei einem 15 kg-Sack auf ca. 4,00 € die Woche. Im Jahr ist das eine Ersparnis von 156,00 €. Wie viel kostet eine Impfung? Keine Ahnung! Seit ich Gerry am 27.06.2009 zu mir geholt habe, war ich noch nicht mit ihm beim Tierarzt.

Die entscheidenden Hautprobleme werden aber nicht von Parasiten verursacht, sondern kommen „von innen“.

Die häufigsten Probleme, die uns im Laden immer wieder begegnen, sind wunde Stellen auf dem Körper (Hot-Spots) und wund geleckte Pfoten.

Ihr erinnert euch, dass ich geschrieben habe, dass der Körper des Hundes nicht verwertbare und wegen Überlastung der Entgiftungsorgane nicht entsorgbare Bestandteile der Nahrung in der Haut abgelagert werden. Hier sind hauptsächlich zu nennen die unverwertbaren pflanzlichen Bestandteile. Dieser „Müll“ wird aber nicht gleichmäßig in der gesamten Haut abgelagert, sondern immer erst nur an bestimmten Stellen. Solche Stellen sind z. B. die Pfo-ten, der hintere Rückenbereich oberhalb der Hüfte und oft auch die Flanke des Hundes. Warum gerade an diesen Stellen, kann ich nicht sagen, ehrlich gesagt habe ich mir um diese Frage auch bisher noch keine Gedanken gemacht. Ich werde aber mal fragen, ob Frank etwa darüber weiß.

Diese Hautstellen, in denen der Müll liegt, fangen an zu jucken, der Hund beginnt zu lecken, zu kratzen und an diesen Stellen zu beißen. An den Pfoten ist es meist ein Lecken, was dazu führt, dass das Fell ausgeht und die Pfoten wund werden. An Flanke und Hinterteil wird meist gekratzt und viel häufiger gebissen, bis diese Stellen offen sind und sich entzünden. Mit örtlicher Symptombehandlung wird nichts erreicht, außer einer kurzfristigen Linderung, weil der Juckreiz aufhört, wenn desinfiziert wird oder sogar ein Antihistamin gegeben wird. Aber damit ist das Problem nicht gelöst, es beginnt schnell wieder von vorn.

Außerdem kommt es bei dieser „Müll-Ablagerung“ oft zu unangenehmem Geruch des Hun-des. Es wird oft gesagt, der Hund stinke wie ein Käsebrötchen. Dieser Geruch ist auch oft sehr intensiv in den Ohren zu finden, die zusätzlich dann noch stärker als normal Sekret bil-den. Die nordischen Rassen wie Husky und Malamuten sind für diese Erscheinung besonders anfällig, da sie, wie ich schon mehrfach betont habe, eine besonders niedrige Toleranz für pflanzliche Nahrungsbestandteile haben. Manche Hunde dieser Rassen müssen gänzlich ohne Grünes ernährt werden.

Unser Blue, das Ex-Mitglied unserer Hunderunde auf den Fotos, stank bevor er auf Barf umgestellt wurde, so stark nach Käsebrötchen, dass seine Besitzerin keinen Besuch mehr in ihrer Wohnung empfangen konnte. Mit der konsequenten Umstellung auf Fleischfütterung hörte dies vollständig auf. Die Empfindlichkeit blieb aber, und wenn Blue, der ab und zu im Sommer mal gern einen Grashalm knabbert, dies übertreibt, dann war das Käsebrötchen sofort wieder da.

Die Lösung bringt hier nur ein konsequenter Verzicht auf pflanzliche Nahrungsbestandteile und eine Entgiftung. In wie weit man danach wieder ein Wenig Grünes ins Futter mischen kann, muss man sehen und sich langsam ran tasten.

Während der Entgiftung verschlimmern sich die Symptome in den meisten Fällen, das ist aber gewollt. Man hilft dem Hund in dieser Zeit mit einem desinfizierenden und Juckreiz stillenden Spray, um eine Infektion oder ein weiteres Aufbeißen zu verhindern. Die Verschlim-merung kommt daher, dass der Körper nun verstärkt über diese Stellen ausleitet und für 2 - 3 Wochen auch noch viel grässlicher stinkt. Ist der Müll aber erst mal raus, staunt man, wie schnell sich der Hund verändert.

Der Malamute, von dem ich schon erzählt habe und der während der Entgiftung bereits nach 24 Stunden sein Verhalten änderte, hatte, als er das erste Mal in den Laden kam, auf der Flanke einen Hot-Spot, der etwa so groß war wie ein 5-Mark-Stück. Während der Entgiftung vergrößerte sich der Hot-Spot auf ca. Handballgröße. Ich lernte den Hund ca. 4 - 6 Wochen danach kennen, da war von dem Hot-Spot nicht mehr das Geringste zu sehen. Sein Fell an der Flanke sah aus wie das eines jungen Eisbären im Sommer.

Zu den Hautproblemen gehören auch Probleme mit dem Fell. Ich kenne viele Hunde, die haben ein derart stumpfes, rauhes und fettiges Fell, bei dem man beim Streicheln das Gefühl hat, man fast in einen Schmalztopf und ekelt sich eigentlich davor, den Hund anzufassen. Oft sehen solche Hunde aus als hätte man vergessen auf ihnen Staub zu wischen. Hinzu kommt, dass diese Hunde oft fürchterlich haaren.

Diese ganzen Erscheinungen haben ihre Ursache darin, dass zum Einen das Fell nur notdürftig ernährt ist, dadurch die Haare eine unnatürliche Struktur haben und sich die Wachstumsphase verkürzt. Außerdem dienen die Haare auch noch als zusätzlicher „Müllplatz“. Ihr erinnert euch, dass man auch bei uns Menschen verschiedene Stoffe in den Haaren nach-weisen kann.

Nach der Umstellung auf naturnahe Ernährung ändert sich das. Das Fell wird glatt (außer natürlich bei Rassen, die Rauhhaare haben oder lockig/welliges Fell wie Gerry), bekommt einen natürlichen Glanz und überlebt seine volle Wachstumsperiode, das Haaren minimiert sich. Während der Umstellung und Entgiftung kommt es natürlich zu vermehrtem Haaren, weil das Fell vollständig ausgetauscht werden muss. In einem, ein Schäferhund, haben wir es erlebt, dass der Hund plötzlich von einem Tag auf den anderen nackt vor seinem Frauchen stand. Zwar war der erste Schreck groß, aber nach 4 Wochen hatte sie einen Hund, den man immerzu knuddeln möchte, weil sich das Fell angenehm anfühlte.

Das Fell bekommt dann auch eine natürliche Fettung, die dafür sorgt, dass Schmutz nicht haftet, sondern sich nach Trocknung ausbürsten lässt. Häufiges Duschen ist dann nicht mehr nötig, und wenn, dann nur mit klarem Wasser.

Die Haut bekommt ebenfalls eine natürliche Schutzschicht, die vor Infektionen schützt, so fern sie intakt ist. Mit chemischen Hundeshampoos zerstört man aber die Schutzschichten auf Haut und Haaren und macht den Hund anfällig. Bürstet man ihn aber und duscht ihn nur mit klarem Wasser, wenn es nicht anders geht, bleibt die Schutzschicht intakt und man hat kaum noch Probleme. Für Härtefälle gibt es Shampoos aus Naturprodukten. Das Shampoo der Firma cdVet nehme ich sogar für mich zum Duschen und es hilft herrlich gegen Schuppen.

Wenn Gerry mal auf der Runde durch den schlammigen Bach latscht, dann sehen seine weißen Pfoten meist aus wie die eines Schornsteinfegers. Sind wir dann 1 Stunde später wieder zu Hause, ist meist nichts mehr davon zu sehen. Den evtl. verbliebenen Rest leckt er sich sauber. Er kommt nur in die Dusche, wenn er bei nassem Wetter noch nass-dreckig nach Hause kommt oder wenn er ich mal das Po-Fell bekackert hat. Das Shampoo nehme ich eigentlich nur, wenn er sich mal in einem Pferdeapfel gewälzt hat oder bei ähnlich hässlichen Dingen.

So, ich hoffe, ich habe nichts vergessen.


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RE: Grundlagen der Rohfütterung

#12 von silvern , 07.02.2011 16:41

hier mal eine Bemerkung eines users dazu das uns sicher auch allen auf der zunge liegt, ich denke so kann man da reinstellen

"Trotzdem muss ich anmerken, dass ich etwas "schockiert" bin.... ich mein, wenn das, was du schreibst, stimmt.... kann man 90% der Bücher übers Barfen in den Müll werfen. Was ich da im Internet bisher gesehen habe, weicht - gerade was die Kohlenhydrate anbelangt - extrem von dem ab, was du schreibst...?! Aber ich bin einfach mal offen und neugierig und versuche, mir einen Reim aufs Ganze zu machen. Zur "Feier des Tages" hat meine .......schon mal Hühnerhälse und Hühnermagen und ein Kalbsmarkbein gekriegt. Und unterwegs fanden wir noch reife Brombeeren und einen kleinen Maiskolben. Was mir aufgefallen ist: mit dem Frischfleisch im Bauch hat sie das Gras, das sie sonst TÄGLICH und seit Monaten mit Liebe gefressen hat, nicht angerührt."

Da als Häufigstes die Übersäuerung genannt wurde, mache ich mit diesem Thema weiter. Die Tabelle, die ich weiter oben verlinkt habe, habt ihr euch sicherlich angesehen.

Übersäuerung ist wohl die Volks-„Krankheit“ Nr. 1, und hier haben wir mal einen Fall, in dem man Mensch und Hund fast gleich setzen kann. Nicht die Kopfschmerzen oder der Schnupfen sind die häufigsten Leiden, sondern eben die Übersäuerung. Das Gemeine an der Ge-schichte ist, dass man Übersäuerung nicht als einzelne Erkrankung erkennen kann, sondern immer nur an anderen Symptomen, besonders bei uns Menschen, und daher selten wirklich etwas gegen die Übersäuerung getan wird. Der allseits beliebte Spannungskopfschmerz hat seine Ursache sehr oft in der Übersäuerung des Körpers.

Zu den Hintergründen:

Wir und auch die Hunde nehmen sehr viel saure Nahrungsmittel auf und bestimmte Nahrungsmittel sind, wie in der Tabelle zu sehen, säurebildend, d.h. die Säure ist gar nicht immer vorhanden, sondern wird erst beim Stoffwechsel gebildet. Fleisch ist ein starker Säurebildner, was uns aber nicht dazu verleiten darf (was immer wieder gern gemacht wird), Hunde vegetarisch oder vegan zu ernähren, sondern wir müssen auf das natürliche Säure-Basen-Verhältnis achten, denn der Hund hat in der Natur Maßnahmen gegen die Säurebildung geschaffen.

Ein großes Problem in der menschlichen Nahrung ist z. B. Kohlensäure, die überall in den Getränken drin ist, auch im allseits beliebten Mineralwasser.

Säuerung ist ein alt beliebtes und bewährtes Konservierungsverfahren, wir kennen z. B. vom Ketchup oder vom sauren Einlegen. Heute wird leider die Konservierung durch Säuerung bis zum Exzess getrieben und wir merken es kaum. Aber schaut mal auf die Verpackungen, wie oft das „Säuerungsmittel: Zitronensäure“ oder so was drauf steht. Und im allgemeinen sind säurebildende Lebensmittel viel beliebter als basenüberschüssige. Da auch industrielles Fertigfutter konserviert wird, führen wir dem Hund oder der Katze Säuren oder Säurebildner zu, ohne es zu merken, bei Fleischfütterung gehört es ohnehin „zum Spiel“.

Überschüssige Säuren im Organismus führen zu allerlei Beschwerden, wie z. B. dem bereits erwähnten Spannungskopfschmerz und müssen vor dem Kontakt mit den Entgiftungsorganen Leber/Nieren neutralisiert werden, weil sie sonst Schäden anrichten würden - ein kleiner Vorgriff auf eins der kommenden Themen. Um die Säuren zu neutralisieren, benötigt der Organismus Stoffe mit alkalischer/basischer Reaktion. Ein solcher Stoff ist z. B. Kalzium, der beim Hund in der Regel durch das Fressen von Knochen zugeführt wird. Bei Menschen können dies z. B. basenüberschüssige Gemüse oder kalzium- und magnesiumhaltige Speisen sein.
Was soll der Organismus aber tun, wenn die Ernährung immer säureüberschüssig ist, beim Hund, weil er keine Knochen bekommt und zusätzliche Säuren aus Konservierung anfallen, wir, wenn wir uns ständig mit Säurebildnern wie Cola, Mineralwasser etc. zuschütten? Die Neutralisierung muss erfolgen, da gibt es keinen Ausweg. Der Körper nimmt dafür notgedrungen seine eigenen Basen-Reserven, seine Knochen. Er löst Kalzium aus dem Skelett und neutralisiert damit. Die Folge ist eine Verringerung der Knochendichte, uns allen bekannt als Osteoporose. Wie diese Krankheit sich beim Menschen auswirkt, kann ergoogelt werden. Beim Hund ist das nicht viel anders.

Insbesondere bei Welpen, die sich im Knochenwachstum befinden, kann dies von entscheidender Bedeutung sein.

Die Lösung beim gebarften Hund bringt hier eine ein- bis zweimalige Knochenfütterung pro Woche, wobei ich dazu bei den Nahrungsergänzungen noch einmal etwas sagen werde. Diese Knochen müssen immer roh sein.

Dass man keine Geflügelknochen füttern darf, ist ein Mythos und völlig blödsinnig. Der arme Wolf, der einen Fasan erwischt - oh jeh :mrgreen:!

Man muss aber darauf achten, dass der Hund parallel ausreichend Fett zu sich nimmt, weil es sonst zu sehr hartem Stuhl kommt, dem so genannten Knochenstuhl. In der Natur wird niemals nur ein Knochen gefressen, immer in Verbindung mit Fleisch.

Welpen bitte niemals Knochen füttern!

Das klingt jetzt auf den ersten Blick paradox, ist aber so. Die Magensäure eines Welpen wird mit Knochen noch nicht fertig. In der Natur wird dieses Problem dadurch gelöst, dass der Welpe einmal über die Muttermilch die nötigen Basen und Minerale erhält, später würgt die Mutter dann das von ihr gefressene und vorverdaute Futter aus und füttert damit die Welpen. Wenn also gebarfte Hundemütter regelmäßig erbrechen, dann ist kein Grund zur Sorge, sondern eher zur Freude, denn ihre natürlichen Instinkte sind wieder wach. Lasst ihr und den Welpen den Spaß!

Um bei der Aufzucht von Welpen sicher zu gehen, dass sie genügend Basen und Minerale erhalten, sollte sofort wenn das Säugen weniger und Fleisch zugefüttert wird, cdVet MicroMineral ins Futter gegeben werden. Näheres zu dieser Mischung bei den Nahrungsergänzern.

MicroMineral ist eigentlich auch für erwachsene Hunde unverzichtbar, dazu aber an dieser Stelle nur so viel, dass wir öfter bei sehr problematischen Hunden am Anfang eine Schüssel MicroMineral zur freien Verfügung neben den Trinknapf stellen. So mancher Hund hat davon schon in einer Woche 1 kg weggeputzt, ein sicheres Zeichen dafür, dass der Hund übersäuert ist und extremen Mineralmangel erfährt. Im Anfang ist das zwar erschreckend, aber die Menge nimmt kontinuierlich ab, wenn die Mineralversorgung gesichert ist. Ich habe es auch mal bei Gerry probiert, aber er schaut die Schüssel überhaupt nicht an.

Auch dass bestimmte Rassen Knochen nicht gut vertragen sollen, z. B. Collies, ist ein Mythos. Es hängt nicht von der Rasse ab, sondern vom Zustand der Magensäure des Individuums. Ein ständig mit getreidehaltigem Trockenfutter gefütterter Hund kann mit Knochen die ärgsten Probleme bekommen, ein gut umgestellter und gebarfter Hund nicht.

Wie erkennt man nun Übersäuerung, bevor es zu Schäden gekommen ist?

Das Sicherste ist, den Hund von Anfang an optimal zu versorgen, dann passiert auch nichts. Bei unseren Tüten- und Büchsen-Hunden kann man davon ausgehen, dass sie alle übersäuert sind. Äußere Symptome sind häufiges Strecken und häufiges Wälzen und Schubbeln.


liebe Grüße, heidrun

 
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RE: Grundlagen der Rohfütterung

#13 von silvern , 07.02.2011 16:43

ich mach dann mal mit HD/ED/Gelenken weiter und hoffe, dass ich es etwas kürzer hinkriege, denn heute und morgen habe ich nicht so viel Zeit.

Zu Beginn das wichtigste Buch zu dem Thema:

„Der Jahrtausendirrtum der Veterinärmedizin“ (http://www.sammys-futterschuessel.de/ja ... rrtum.html)

Der Autor brauchte Jahre um dieses Buch auf den Markt zu bringen und hat seine Gesund-heit dafür geopfert.

Zu den Gelenksproblemen allgemein ist zu sagen, dass Welpen, besonders großer Rassen, durch den hohen Kohlehydratgehalt im Fertigfutter viel zu schnell wachsen, daher die Kno-chen und Gelenke oft schlecht ausgebildet sind und es schon früh zu Problemen wie z.B. Arthrose kommt.

In jedem Gelenk befindet sich eine Art „Puffer“, der verhindert, dass die Gelenke aufeinander reiben, bei der Wirbelsäule sind dies z. B. die Bandscheiben, wobei die „normalen“ Gelenkknorpel anders aufgebaut sind als die Bandscheiben. Bei den „normalen Gelenken“ ist es Gelenkknorpel, der hauptsächlich aus Kollagen aufgebaut ist, die Gelenkschmiere ist eine zähe Flüssigkeit, die den Gelenkknorpel ernährt.

Kollagen und die anderen Bestandteile und Nährstoffe der Gelenkknorpel müssen aus der Nahrung gewonnen werden. Bei naturfremder Fütterung mit pflanzlichen Bestandteilen und meist auch fettarm, kommt es zu einer Minderversorgung des Gelenkknorpels und dieser baut sich ab, die Beschwerden beginnen. Heute sind Hunde oft in Sachen Gelenken mit 5 Jahren so fertig wie früher mit 12 oder älter. Die Literatur gibt z. B. für einen britischen oder amerikanischen Collie an, dass er mit 8 Jahren ein Senior sei und entsprechend behandelt werden müsse. Wie so das? Der Collie-Rüde „Pal“, der 1943 die erste „Lassie“ verkörperte, wurde 19 Jahre alt. Zufall?

Da fällt mir übrigens was ein: als ich neulich den ersten Lassie-Film schaute, den Film „Lassie come home“ („Heimweh“) von 1943, sagte der Junge, der im ersten Film übrigens noch nicht Timmy hieß, zu der Enkelin des Lords, der Lassie kaufte (die von der jungen Elizabeth Taylor gespielt wurde), sie solle Lassie, wenn ihr Fell mal nicht richtig glänze, etwas Leinöl ins Wasser geben. Ach nee, 1943 wusste man wohl offensichtlich noch um die „Geheimnisse“ natürlicher Hundeernährung!

Ein viel größeres Problem als Arthrose und Co. sind HD und ED.

Kaum eine andere Erkrankung hat in den letzten Jahren so sehr die Gemüter erregt wie diese.

Empfehlenswert hierzu ist der Artikel von Dr. Klaus-Rainer Töllner:

http://www.sammys-futterschuessel.de/hu ... lasie.html

HD/ED kann man nämlich, ist es einmal geschehen, nur noch lindern, aber nicht mehr rückgängig machen.

Seit vielen Jahren ist man der steif und fest der Meinung, HD sei eine genetische und somit vererbbare Erkrankung. Das ist leider (odr auch zum Glück) völlig falsch. Das Aussortieren von Hunden, die an HD erkrankt sind, aus der Zucht war und ist völlig blödsinnig. Wäre es eine genetische und vererbbare Erkrankung, wäre sie in den gut 20 Jahren der Auslese beseitigt gewesen. Ist sie aber nicht. Warum?

Die Epigenetik, ein sehr junger Wissenschaftszweig, brachte es an den Tag.

Man hat erkannt, dass Gene gar nicht „da“ sind oder „nicht da“ oder was auch immer (defekt oder nicht), sondern dass sich Gene deaktivieren und aktivieren lassen.

Als man das wusste, hat man festgestellt, dass die Konservierungsstoffe im industriellen Futter genau das tun, nämlich Wachstumsgene in der fötalen Phase eines Welpen, also im Mutterleib, ausschalten. Daher kommt es zu Wachstumsstörungen in den Gelenke, hauptsächlich in der Hüfte und den Ellenbögen, und diese Störungen und Verformungen nennen wir dann HD und ED.

Zu Versuchszwecken wurde zwei Hunde, die schwerst an HD erkrankt waren, verpaart und die Mutter wurde naturnah ernährt. Das Ergebnis war, dass keiner der Welpen auch nur Anzeichen dieser Erkrankungen zeigte. Es macht überhaupt keinen Sinn, erkrankte Tiere von der Zucht auszuschließen. Bekommt eine trächtige und gesunde Hundemutter Trockenfutter, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Welpen HD haben. Die Zuchtverantwortlichen des VDH sollten endlich reagieren und ihre schwachsinnigen Vorschriften zugunsten sinnvoller überdenken.

Ist ein Tier einmal erkrankt, ist es zur Minderung von Leiden wichtig, die geschädigten Gelenke zu unterstützen. Naturnahe Ernährung sorgt für gesunde Gelenkknorpel und für starke Muskeln, Bänder und Sehnen, so dass die Gelenke selbst entlastet werden und weniger Beschwerden verursachen. Die Firma cdVet bietet hierfür für eine Kur zum Wiederaufbau des Gelenksknorpels die beiden Produkte „Gelenkfit HD“ und „ArthroGreen“ an, die im täglichen Wechsel gegeben werden. Durch „Teufelskralle“ wirkt eins der beiden Präparate, die im Übrigen auch vollständig aus natürlichen Inhaltsstoffen bestehen, auch schmerzlindernd.

Achtung, jetzt nicht weiter lesen!

Meine Frau hatte immer Probleme mit ihren Knien, die sie sich als junge Sportlerin beim Hürdenlauf versaut hatte. Durch 2 Kuren mit diesen Produkten kann sie nun wieder mit Gerry joggen.


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RE: Grundlagen der Rohfütterung

#14 von silvern , 07.02.2011 16:50

".....Zweite Sorge ist echt das Grünzeug....."

m Grünen Pansen befinden sich genügend vorverdaute pflanzliche Inhaltsstoffe, die für einen Nordischen hinlänglich ausreichen. Zusätzliche Gaben sind nicht erforderlich.

Das Pürieren ist in der Tat eine mechanische Zerkleinerung, aber genau das ist es ja, was ein Canide nicht kann, weil er keine Mahlzähne und nur einen, völlig anderes strukturierten Magen als Pflanzenfresser hat. Außerdem käut er nicht wieder. Durch diese mechanische Zerkleinerung werden die Inhaltsstoffe der pflanzlichen Zelle verfügbar. Diese Inhaltsstoffe werden von der Darmflora, die Hund mit aufnehmen muss, verarbeitet. Der Hund wird dann von den Ausscheidungen der Bakterien versorgt. Die pflanzlichen Inhaltsstoffe werden also dem Hund indirekt zugeführt, nicht direkt! Das ist bei allen pflanzlichen Teilen so, egal was du gibst. Und genau darum braucht er ja die Bakterien der Pflanzenfresser.

Und ja, die kleineren Kothaufen kommen daher, weil nun fast alles, was vorn rein geht, verwertet werden kann.

„Ballaststoffe“ sind wieder etwas, was von Mensch auf Hund übertragen wurde. Und selbst beim Menschen zweifele ich das an. Ich halte die ganze Ballaststoff-Diskussion für eine Kompensation unserer Fehlernährung. Wir waren ursprünglich Fleischfresser, die umsteigen mussten, weil sie nicht mehr jagen konnten. Die Mär vom „Sammler“ wird mittlerweile von ernst zu nehmenden Wissenschaftlern angezweifelt. Man denkt heute, dass unsere Vorfahren das gefressen, was Raubtiere übrig ließen, nämlich Knochenmark und Hirn. Übrigens sind beide das cholestrinhaltigste, was man sich vorstellen kann (). Schaut euch mal das Gebiss eines Pavians an! Sieht das aus wie das eines Pflanzenfressers?

10 % sollte die Obergrenze sein, bei Nordischen weniger. Man muss schauen, wie der Hund es verträgt. Beginnt er zu riechen, zu pupsen, leckt ständig die Pfoten und kratzt oder beißt sich auf, muss die Menge reduziert werden, nötigenfalls auf Null. Täglich ist besser als an wenigen Tagen mehr. Wenn du sicher gehen willst, was die Zutaten betrifft, dann schau dir „cdVet Fit-Barf“ an. Für einen 25-Kilo-Husky reicht ein Teelöffel am Tag, eher aber weniger.


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RE: Grundlagen der Rohfütterung

#15 von silvern , 07.02.2011 16:56

mal ein "Dialog" zwischen henry und mir


Re: Grundlagen des Barfens

Beitragvon Henry Wollentin am 13.Sep.10 15:35
Hallo silvern,

Ich habe keine lust gemüse und obst für meine Hunde zu pürieren, einzufrieren usw.
Wie schauts aus mit den Gemüseflocken die es zu kaufen gibt?



Musst du nicht. Wenn du frischen Pansen oder Blättermagen fütterst, ist alles ausreichend vorhanden. Altenativ gibt es von "petman" auch Grünen Pansen tiefgefroren (http://petman.de/katalog/index.html). Eine weitere Alternative wäre, cdVet Fit-Barf hinzu zu geben, dies ist eine Mischung ausgesuchter Pflanzen und Kräuter speziell für Barfer, die nicht an grünen Pansen heran kommen. Die Bakterien ersetzt man, wenn man Fleisch nicht frisch lagern kann, durch cdVet Darm-Aktiv.

Zu den Gemüseflocken kann ich nichts sagen, da ich die Inhaltsstoffe deines Produkts nicht kenne.

außer rind, evtl. kalb, und hühnerhälse. Und diese Sachen müsste ich zumindest wochenweise einfrieren. Alles Sachen die bei dir nicht empfohlen werden.



Diese Dinge sind alle völlig okay. Da ich zur praktischen Fütterung noch kaum etwas gesagt habe, ist meine "Liste" noch unvollständig. Grundsätzlich kann alles gefüttert werden, außer Schwein!

. Und Pferdefleisch zur Umgewöhnung gibts hier nicht.



Aber bei "petman".

. Ich schrieb schon mal aß zwei Hündinnen keine knochen vertragen, also calcium ins barf und dann sicher noch was anderes dazu, na da haben wir ja dann schon die pülverchensammlung.



Nein, haben wir nicht. Pülverchen sind nur erforderlich, wenn irgendwas nicht in natürlicher Form erhältlich ist. Ich sage später noch ausführlich etwas zu Nahrungsergänzern. In Fertigfuttern sind fast nie verwertbare Minerale drin, weil die Zusätze darin immer anorganisch/chemisch sind. Die vielen Mangelerkrankungen belegen dies. Egal was du machst, wenn du deinen Hund gesund ernähren willst, kommst du nicht drumrum. Und bisher hat es noch keinen Hund gegeben, der nach einer ordentlichen Umstellung keine Knochen vertragen hat. Auch bei dir wird es nicht anders sein, es sei denn, sie haben ernsthafte Erkrankungen der Verdauungsorgane.


Ich habe fünf hunde und wenn ich mir das alles so durchlese würde es ein maximales programm werden, wenn ich da jetzt anfangen würde mit entgiften usw. abgesehen von den preisen die ich da jetzt für diese ganzen pülverchen zahlen müsste.



Fünf Hunde zu entgiften ist wohl etwas zeit- und geldaufwändig, aber jeder entscheidet für sich und seine Hunde, was gut ist. Aber die Tierarztbesuche werden teurer, die einen falsch ernährten Hund spätestens ab der zweiten Lebenshälfte heimsuchen werden, das kann ich dir jetzt schon versprechen.

Junge Hunde müssen auch in der Regel vor der Umstellung nicht entgiftet werden, nur Hunde, die bereits gesundheitliche Probleme zeigen.

All Schlittenhundler füttern ein hochenergyfutter. Würde ich nur frischfleisch füttern wüßte ich nicht, ob meine Hunde genügend Fett und Proteine zu sich nehmen. Einen Schlittenhund, der im winter seine 20 oder 30 oder mehr km auf schnee zurücklegt wird wohl anders gefüttert werden müssen als ein boxer oder anderer begleithund.



Du unterliegst wie viele der trickreichen Werbung.

Ich kenne dein "Hochenergyfutter" nicht, aber die, die ich kenne, sind alle vollgepfropft mit Kohlehydraten. Was daraus entsteht, habe ich bereits ausführlich erläutert. Fett und Proteine aus tierischer Fütterung werden deinen Hunden auch noch Energie geben, wenn sie 100 km bei - 20°C gelaufen sind. Andernfalls droht die Übersäuerung der Muskeln und deren Abbau. Wenn du mal die Muskelentwicklung eines umgestellten Hundes gegenüber vorher gesehen hättest, würden dir die Augen aus dem Kopf fallen.


liebe Grüße, heidrun

 
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