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RE: Grundlagen der Rohfütterung

#16 von silvern , 07.02.2011 17:01

Organe:

Im Prinzip habe ich zu dem Thema das Meiste schon gesagt.

Leber und Nieren leiden in der Regel durch den Dauerbeschuss mit pflanzlichen Proteinen, da sie ständig Volllast laufen müssen und im schlimmsten Fall überfordert sind. Im letzteren Fall kommt es gern zu einem Versagen der Organe, z. B. zu einer Niereninsuffizienz, zu Steinen und was weiß ich noch alles für hässliche Sachen.

Die Bauchspeicheldrüse ist in vielen Fällen durch den Dauerbeschuss mit Kohlehydraten, die in der natürlichen Ernährung von Caniden nur eine untergeordnete Rolle spielen, völlig überfordert und stellt im schlimmsten Fall ihre Tätigkeit ein. Die Folge ist Diabetis.

Hat die BSD komplett ihren Dienst versagt, ist in dieser Hinsicht meist nicht mehr viel zu machen. Man kommt um die Gabe von Insulin nicht herum. Man kann allenfalls durch völligen Verzicht auf Kohlehydrate die Insulingaben reduzieren und bestenfalls auf Tabletten umsteigen.

Hat die BSD noch eine Restfunktion, kann man viel Glück haben, dass sie im Laufe der Zeit wieder besser funktioniert oder zumindest bei Kohlehydratverzicht noch ausreicht.

Zur Stärkung der BSD-Funktion hat Dr. Töllner eine Kräutermischung zusammengestellt, die er unter dem Namen „Pankrema“ unter seiner Firma www.pernaturam.eu anbietet.

Auch Herz und Lungen können unter Fehlernährung Schäden nehmen.

Der Herzmuskel, der seine Energie ausschließlich aus Fett gewinnen kann, degeneriert unter falscher Ernährung, was eine Überforderung insbesondere bei Hochleistungshunden zur Folge hat, die in Herzschäden enden. Auch Wasser in der Lunge ist häufig die Folge eines geschwächten Herzens. Als weitere Folge bei TroFu-Fütterung wäre noch Herzverfettung zu nennen.

Häufig haben wir erlebt, dass bei der Entgiftung und Umstellung sich Herz und Lungen automatisch regenerieren, ohne dass man sie speziell anspricht.
Ihr alle kennt die Fußreflexzonen an unseren Füßen. Hunde haben vergleichbare Zonen auf dem Rücken. Bei der Abtastung reagieren meistens die Punkte für Nieren und Leber zuerst. Herz und Lunge sind aber oft beteiligt. Nach der Entgiftung bleibt die Reaktion der Herz- und Lungepunkte meist von allein weg. Ist dies nicht der Fall, weil bereits eine Vorschädigung eingetreten ist, kann man mit bestimmten Kräutermischungen von cdVet Herz und Lunge gezielt ansprechen und stärken. Das Erstaunliche daran ist immer wieder, dass diese Reflexpunkte schon reagieren, lange bevor im Blut etwas zu sehen ist. Bis das Blutbild sich verändert, können gut und gerne 2 Jahre vergehen, aber so weit muss man es ja nicht erst kommen lassen. Wenn Frank diese Punkte testet, ist die Reaktion auch oft vom Laien zu erkennen.

Diese 5 Organe sind bei dieser ganzen Sache die wichtigsten, der Rest ergibt sich meist von allein oder ist Sache des Arztes.

Magendrehung

Die Magendrehung ist wohl eine der gefürchtetsten Erkrankungen der Hundehalter. Was steckt dahinter?

Der Magen des Hundes hängt an Magenbändern, die ihn in seiner Position halten.

Trockenfutter ist die Ursache allen Übels bei dieser Erkrankung.

Frischfleisch enthält 80 % Wasser, Trockenfutter meist nur 10 % oder weniger. Kommt Trockenfutter mit Wasser oder Magensäure in Berührung, quillt es enorm auf. Jeder kann das testen, indem er ein Stück TroFu in ein Glas Wasser wirft und vielleicht sogar etwas Essig hinzu gibt. Wer dann noch Lust hat und ein Stück cdVet Fit-Crock in ein zweites Glas wirft, der wird staunen. Fit-Crock ist das einzige mir bekannte TroFu auf dem Markt, das nicht quillt, sondern zerfällt.

Der Hund frisst nun das TroFu bis er satt ist. Dies geschieht sehr schnell, weil Hunde Schlingfresser sind. Oft ist der Napf schon nach 2 -3 Minuten leer. Erst dann beginnt das TroFu zu quellen. Die Folge ist, dass sich der Magen weit über seine natürliche Größe hinaus ausdehnen muss und viel schwerer wird, als es bei Fleisch der Fall ist. Die Magenbänder werden ebenfalls überdehnt, weil sie mehr Gewicht halten müssen. Die Folge ist, dass die magenbänder ausleiern und den Magen nicht mehr in seiner Position halten und stabilisieren können. Wälzt sich nun der Hund nach dem Fressen auf dem Boden rum, bekommt der Magen eine Art Unwucht und dreht sich. Dabei werden Magenein- und Ausgang verschlossen, der Hund beginnt erfolglos zu würgen und er stirbt, wenn nicht sehr schnell Hilfe zugegen ist.

Der sicherste Schutz vor Magendrehung ist, den Hund bereits als Welpen sofort nach dem Absäugen mit Fleisch zu ernähren. In diesem Fall ist eine Magendrehung am unwahrscheinlichsten. Hat ein Hund bereits Jahre lang TroFu bekommen, sind die Magenbänder oft irreparabel geschädigt. Fleischfütterung kann das Risiko mindern, verhindern kann man es allerdings nicht mehr, nur indem man den Hund streng darauf trainiert, sich nach dem Fressen für eine Weile zur Ruhe zu begeben und nicht zu toben oder zu wälzen. Daher empfiehlt sich bei solchen Hunden auch immer eine 2-malige Fütterung am Tag, wobei die Größere Mahlzeit abends vor dem Schlafen gegeben werden muss.


Unfruchtbarkeit

Nun werde ihr sicherlich fragen, was Unfruchtbarkeit mit Ernährung zu tun hat. Sehr viel!

Man hat festgestellt, dass bei Hunden, bei denen z. B. die Nieren durch hohe Belastung mit pflanzlichen Proteinen und dem dadurch bedingten Volllast-Laufen, nicht mehr in der Lage sind, genügend Geschlechtshormone zu bilden (Nebennieren), so dass es häufig die Ausreifung von Eizellen und Spermien nicht gewährleistet ist.

Außerdem hat man festgestellt, dass das Scheiden-Milieu der Hündinnen einen falschen pH-Wert bekommt, so dass die Spermien bereits abgetötet werden, bevor sie die Eizelle erreichen.

Viele vergebliche Deckversuche wären unnötig, wenn der Zusammenhang zwischen Ernährung und Fruchtbarkeit besser bekannt wäre.

So, und nun gehe ich ans Eingemachte: Krebs

Krebs wird von Vielen als Schicksalsschlag empfunden, dem man machtlos gegenüber steht, insbesondere, wenn es Menschen trifft, aber auch bei seinem Hund trifft einen diese Diagnose wie ein Pfeil.

Aber Krebs verliert seinen Schrecken, wenn man ein Wenig über ihn weiß.

Grundsätzlich muss man wissen, was Krebs eigentlich ist.

Krebszellen sind Zellen, die aus dem spezialisierten Zellverband ausbrechen, weil sie „keinen Bock“ mehr haben. Dieses Spiel passiert jeden Tag im Körper eines Vielzelligen Lebewesens und ist ein ganz normaler Vorgang.

In einem gesunden Körper, der vollständig mit allen Nähr- und Vitalstoffen versorgt ist, erledigt das Immunsystem die Arbeit und tötet die Krebszelle, ohne dass wir etwas davon mitbekommen.

Ist das Immunsystem jedoch geschwächt, z. B. infolge einer Erkrankung, infolge Mangelernährung oder Stress, kann es den Krebszellen gelingen, sich zu „verstecken“ und sich später ungehemmt zu vermehren.

Das Gemeine an dieser Sache ist, dass sich Krebszellen autark machen, d. h. sie schalten ihre Energieversorgung um von Atmung auf Gärung und sind so vom umliegenden Gewebe unabhängig. Gärung verbraucht aber im Vergleich zur Atmung das 4-Fache an Zucker, so dass eine Krebszelle ihrer Umgebung alles „wegfrisst“ was ankommt.

Bekommt der Hund viele Kohlehydrate, schafft man somit dem Krebs ideale Lebensgrundlagen. Stellt man die Fütterung von Kohlehydraten jedoch gänzlich ein, hungert man den Krebs förmlich aus. Wie ihr seht, ist auch hier die unnatürliche Ernährung Hauptursache für Krebserkrankungen bei Hunden.

Vor einigen Jahren wurde ein asiatisches Kraut aus der Familie der Kürbisgewächse entdeckt, das seine Wirkung als krebstötend wissenschaftlich beweisen konnte. Dieses Kraut kann man seinem Hund ständig mit ins Futter geben bzw. bei Krebserkrankung in hohen Dosen verabreichen. Zwar ersetzt dies nicht die medizinische Behandlung, wirkt aber unterstützend <-- (Satz für das deutsche Recht).

Das Kraut heißt in China Xiancao und botanisch Gynostemma pentaphyllum. In Deutschland ist es bekannt als Jiaogulan. Fragt einfach mal Tante Google!

Erbechen und Durchfall

Oft wird unter natürlicher Fütterung von Erbrechen berichtet. Viele geraten dann schnell in Panik und interpretieren das als „nicht vertragen“. Das ist aber etwas völlig anderes.

Ein Canide macht oft nur 1-mal in der Woche Beute und muss sich dann die Beute mit dem Rudel teilen. Die Folge ist, dass sehr schnell große Mengen herunter geschlungen werden, um diese sicher zu stellen. In der Höhle wird dann das Futter wieder hervor gewürgt und noch einmal langsam gefressen. Hunde zeigen diesen „Rückfall“ in ihre natürlichen Verhaltensweisen oft am Anfang des Barfens besonders stark, weil sie die Chance bekommen, ihren Heißhunger zu stillen und dies auch intensiv wahrnehmen. Später, wenn der Hund seinen Heißhunger verliert und merkt, er bekommt immer was er braucht und muss es auch nicht vor Artgenossen in Sicherheit bringen, nimmt das Verhalten ab oder hört ganz auf. Ein Erbrechen im Krankheitssinn oder wegen Nicht-Vertragens ist dies nicht. Erst wenn es immer wieder auftritt und andere Krankheitszeichen hinzu kommen, ist Obacht geboten.

Man sollte den Hund auch machen lassen und ihn das hervor Gewürgte wieder fressen lassen. Es kostet zwar am Anfang etwas Überwindung, aber es lohnt sich.

Zum Thema „Durchfall“ verweise euch euch einfach mal auf unseren Text:

http://www.sammys-futterschuessel.de/durchfall.html

So, nun müsste ich mit den wichtigsten Erkrankungen durch sein. Sollte ich noch was vergessen haben, dann habt ihr jetzt die Gelegenheit zum Fragen. Danach gehe ich zum Thema „Nahrungsergänzungen


liebe Grüße, heidrun

 
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RE: Grundlagen der Rohfütterung

#17 von silvern , 07.02.2011 17:02

Da erst mal keine Fragen zum Thema Krankheiten mehr gestellt wurden, mache ich mit dem Thema „Nahrungsergänzungen“ weiter.

Immer wieder kommt die Frage auf, ob man den Nahrungsergänzungen bei einer biologisch-artgerechten Rohfütterung brauche, und diese Frage ist auch berechtigt. Viele haben auch Angst vor dem Barfen, weil sie meinen, man müsse sich massenhaft mit Pülverchen eindecken und -zig dieser Pülverchen verarbeiten, weil man sonst dem Hund nicht genügend Nährstoffe zuführe. Dies ist auch ein beliebtes Werbeargument der Futterindustrie, denn im Fertigfutter sei schließlich alles drin, zusammengestellt nach wissenschaftlichen Erkenntnissen, genau auf den Bedarf des Hundes zugeschnitten. Dies gibt dem Hundehalter Sicherheit, aber leider eine trügerische.

Niemand kann auch heute in unseren modernen Zeiten genau sagen, was der Hund für einen Bedarf hat, weil dies von zu vielen Faktoren abhängt, die kaum überschaubar sind. Hinzu kommt, dass viele Vitalstoffe überhaupt noch nicht bekannt sind, und noch viel weniger ihre Wirkung auf den Organismus, so dass es also ziemlich müßig ist zu behaupten, im Futter „sei alles drin“. Diese Aussage hat lediglich eine beruhigende Wirkung auf den Käufer und erleichtet ihm die Fehlentscheidung. Parallel dazu wird mit der Angst geworben, man könne bei der Futterzusammenstellung in Eigenregie als Laie seinem Hund nicht bieten, was er benötigt und man solle sich lieber auf die „Experten“ verlassen.

Wie diese Experten aussehen, kann man gut im Buch „Katzen würden Mäuse kaufen“ nachlesen.

Die einzige wirkliche Chance, die ein Hundehalter hat, seinen Hund gesund und artgerecht zu ernähren, ist sich am Vorbild der Natur zu orientieren, so wie es die Menschen tausende von Jahren lang getan haben.

Die größte Angst wird mit der angeblichen Gefahr verbreitet, das Hantieren mit rohem Futter mache uns Menschen krank. Aber: die Zubereitung von Rohfutter beinhaltet kein größeres Risiko als die Vorbereitung von Grillsteaks oder das Essen eines Gehacktesbrötchens. Bei mir steht das rohe Futter in geruchsdicht schließenden Dosen neben den Lebensmitteln und von uns war bisher noch niemand krank. Im Gegenteil stärkt der moderate Kontakt mit Erregern am Fleisch unser Immunsystem, was ja ohnehin immer etwas schwächelt, wegen unserer nicht artgerechten Ernährung.

Die Grundaussage, die ich zu diesem Thema treffen kann, lautet:

Wer seinen Hund biologisch-artgerecht ernährt, braucht keine Nahrungsergänzungsmittel.

Die Frage ist aber: können wir das?

Antwort: In der Regel nicht.

Warum muss ich das so sagen?

Prinzipiell gibt es Unterschiede zwischen Hunden in der Stadt und denen im ländlichen Bereich. Hunde, die im ländlichen Bereich leben, haben eher die Möglichkeit, in der Stadt ist das schon etwas schwieriger. Meine Aussagen beziehen sich daher auch mehr auf Stadthunde.

Selbst wenn wir uns noch so bemühen, alles zu bekommen was geht, werden wir nicht in der Lage sein, die Ernährung eines Haushundes mit der eines wild lebenden Caniden vergleichbar zu organisieren, da uns nicht die richtigen Futtertiere zur Verfügung stehen. Wer seinem Hund täglich Hase, Fasan, Reh, etc. geben kann, der ist fein raus, aber wer kann das schon? Und selbst wenn, wird es bei Fell, Haut, Horn etc. schon sehr schwierig werden, denn auch daraus ziehen die Hunde wichtige Nähr- und Vitalstoffe.

Unsere Futtertiere sind in der Regel Rinder, Kaninchen, Hühner, Puten etc., die für den menschlichen Verzehr gezüchtet wurden. Knochen, Muskeln, der Fleisch- und der Fettanteil sind anders als bei Wildtieren, außerdem ernähren sich Wildtiere völlig anders, bekommen keine industrielles Kraftfutter mit allerlei Müll drin, Konservierungsstoffen und Medikamenten. Aus dieser Sicht stellt Fleisch aus der Lebensmittelproduktion keinen vollwertigen Ersatz dar.

Das Ganze ist aber nicht weiter tragisch, wenn man dieses Problem kennt und ihm zu be-gegnen weiß.

Nahrungsergänzungen für Hunde gibt es viele, und bei meinen Beispielen werde ich die Produkte der Firma cdVet nennen, weil ich diese am besten kenne. Sicherlich gibt es noch eine ganze Reihe Hersteller vergleichbarer Produkte, aber Franks Suche nach dem richtigen Partner vor einigen Jahren brachte an den Tag, dass keiner der anderen Hersteller Produkte von dieser Qualität anbietet und hat sich deshalb für cdVet entschieden. Ein großer Unterschied besteht fast immer darin, dass Nahrungsergänzungen anderer Hersteller oft mit künstlichen Zusatzstoffen arbeiten, was genau so blödsinnig ist wie die Zusätze im Fertigfut-ter, weil sie kaum bioverfügbar sind. cdVet hingegen verwendet ausschließlich organische Stoffe und verzichtet vollständig auf Chemie. Dadurch sind die Produkte vollständig biover-fügbar.

Schaut man nun bei cdVet ins Regal, findet man eine Fülle von Nahrungsergänzungsmitteln und erschrickt. Die meisten davon sind aber gar keine.

Der größte Teil der Produkte von cdVet dient der „therapeutischen“ Unterstützung, sind zu gut deutsch nichts anderes als natürliche Medikamente. Das darf man in Deutschland aber nicht auf die Verpackung schreiben. Tut man das, werden diese Produkte apothekenpflichtig und niemand könnte sie mehr bezahlen und sie dürften außerdem nicht mehr im Tierhandel verkauft werden. Im Übrigen haben viele dieser Mischungen in Deutschland die Apothekenzulassung (!), was aber keine Pflicht begründet.

Ein Beispiel hierfür ist cdVet ContraWurm. Würde auf der Verpackung „Wurmkur“ stehen, müsste das Zeug in die Apotheke. Also steht was anderes drauf, nämlich „Nahrungsergänzung bei Wurmbefall“.

„Echte“ Nahrungsergänzer gibt es nur wenige. Und von diesen Wenigen ist nur ein „Pflicht“, der Rest hängt von den Bedingungen ab, unter denen ein Hund lebt.

„Pflicht“ ist cdVet MicroMineral. Diese Mischung aus Algenkalk und anderen organischen Minerallieferanten kompensiert die Probleme, die sich aus unseren denaturierten Futtertieren ergeben und verhindern diverse Probleme, die sich aus Mineralmangel ergeben. Bei mir ist MicroMineral immer mit im Fleisch, nur nicht an Tagen, an denen es Knochen gibt.

Einen ausführlichen Text hierzu findet ihr hier: http://www.sammys-futterschuessel.de/cd ... neral.html

Andere „echte“ Ergänzer sind die Öle von cdVet, die man zugeben kann, wenn einem kein ölhaltiger Fisch o. ä. zur Verfügung steht. Das Leinöl der Firma Allkraft zählt ebenfalls dazu, und da es den Muskelaufbau fördert, ist es grad Schlittenhunden besonders zu empfehlen. Ein „Muss“ besteht hier aber in keinem Fall.

Weiterhin wären zu nennen das cdVet Fit-Barf. Hierbei handelt es sich um getrocknete Kräuter und Gemüse/Obst als Zugabe zum Fleisch für diejenigen, die nicht an ungereinigten Pansen und Blättermagen heran kommen und die auch dem Gemüse aus dem Supermarkt nicht trauen. Es ist also keine Pflicht, sondern nur als Unterstützung gedacht. (Aus Fit-Barf Gemüse und Fit-Barf Kräuter kann man auch tolle Suppen kochen).

Alle anderen Nahrungsergänzungen dienen der Unterstützung von Therapien bei erkrankten Hunden und werden auch nur als Kur eingesetzt. Bei einem gebarften Hund sind sie so gut wie nicht nötig. Den häufigsten Einsatz haben sie in der Umstellung und Entgiftung bei vorgeschädigten Hunden.

Ich will mal beispielhaft einige Präparate nennen. Aus dem Namen könnt ihr gut den Verwendungszweck ablesen:

- ContraWurm
- Agili-Dog
- ArthroGreen
- Gelenkfit-HD
- Herz-Agil
- Harnwege-Mix
- Darm-Aktiv (Pflicht bei Barfern, die nur gefroren füttern oder nur Fit-Crock)
- Darm-Vital
- Toxisan
- Dog-Fit (der kleine Bruder vom Toxisan)
- Bronchial-Vital
- Turbo-Bronchial
- Calma (ein pflanzliches Beruhigungsmittel)
- Fell- und Haut-Vital
- Geburtshilfe-Mischung

Alle weiteren Präparate sind Pflegemittel wie z. B. Shampoo, oder auch das Abwehrkonzentrat, Milben-Ex, Augenpflege, Intimpflege, Durchblutungsgel, Juck-Ex, Wund-Ex, Ohrenpflege, Pfotenpflege, Repairspray (bei Sonnenbrand - völlig illegal auch für Menschen). Ich möchte die Anwendungsmöglichkeiten hier nicht detalliert darlegen, weil das viel zu lange dauern würde, aber ihr könnt mir gern einzelne Fragen stellen.

Ihr seht also, dass das Programm der Firma cdVet recht groß ist, es praktisch für jede Lebenslage einen Helfer gibt, aber wirklich täglich erforderliche Nahrungsergänzungen sind mit Ausnahme des MicroMineral nicht wirklich dabei. Niemand muss ich also Gedanken machen, dass er täglich -zig Pülverchen mixen muss, wenn er sich bei der Ernährung bereits an der Natur orientiert.

Im nächsten und letzten Kapitel werde ich dann einige praktische Barf-„Regeln“ und -Tipps geben.


liebe Grüße, heidrun

 
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RE: Grundlagen der Rohfütterung

#18 von silvern , 07.02.2011 17:05

Besonders möchte ich noch auf unsere BARF-FAQ hinweisen:

http://www.sammys-futterschuessel.de/fr ... orten.html


liebe Grüße, heidrun

 
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RE: Grundlagen der Rohfütterung

#19 von silvern , 07.02.2011 17:06

Re: Grundlagen des Barfens

Beitragvon Henry Wollentin am 15.Sep.10 14:18
Hallo ihr Lieben,

nach den Schilderungen von ........ habe ich mir überlegt, dass ich, bevor ich zum Thema „Praktische Fütterungstipps“ komme, noch etwas zur den „Nebenwirkungen“ sage, die bei der Umstellung und Entgiftung auftreten können.

Zum Verfahren an sich lest bitte unseren Text:

http://www.sammys-futterschuessel.de/da ... llung.html

Grundsätzlich kann man sagen, dass die Notwendigkeit einer die Umstellung auf Rohfütterung begleitenden Entgiftung und Darmsanierung mit zunehmendem Alter des Hundes ebenfalls zunimmt.

Der Idealfall liegt vor, wenn der Hund bereits in der Phase des Absäugens, also wenn die milch nicht mehr reicht, bereits gewolftes Fleisch dazu bekommt und von Anfang an gänzlich auf industrielles Futter verzichtet wird. So wird gewährleistet, dass nicht bereits in der wich-tigsten Wachstums- und Entwicklungsphase des Hundes Schäden entstehen. Besonders die BSD des Welpen wird somit nicht schon von Anfang an mit Kohlehydraten bombardiert.

Außerdem sind auch zu schnelles Wachstum, besonders bei großen Rassen und damit schon Gelenkvorschäden, Hirnentwicklungsschäden und andere hässliche Dinge weitestgehend ausgeschlossen. In dieser Phase ist eine Rumum-Versorgung am wichtigsten, bedenkt man, dass sich der gesamte Organismus im Wachstum befindet und einige Dinge noch in der Entwicklung. Wer sich noch an das Liebigsche Minimumprinzip erinnern kann, der kann dies gut nachvollziehen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Minimumgesetz

Noch einmal gesondert erläutert haben wir dies in folgendem Text:

http://www.sammys-futterschuessel.de/cd ... neral.html

In der Regel ist eine Entgiftung bei einem Hund bis zu 6 Monaten nicht erforderlich, es sei denn, er weist bereits massive Vorschädigungen auf. Gerry, den ich im Alter von 6 1/2 Monaten holte, brauchte keine Entgiftung, nur die Umstellung und die Darmsanierung, die aber unproblematisch war, da ich nur in den ersten Wochen DarmAktiv zum Fleisch zu geben brauchte.

Manche Hunde sind auch mit 1 Jahr noch unproblematisch, ich habe aber vor Kurzem erst einen 8 Monate alten Schweizer Sennenhund gesehen, der war schon derart fertig auf den Gelenken, dass ich seinem Halter sagen musste, ich gebe dem Hund noch 2 Jahre bis zur ersten Lähmung, wenn er nicht schleunigst etwas tut.

Bei Hunden über einem Jahr, die ständig mit Tüte oder Dose ernährt wurden, empfiehlt sich aber immer eine Entgiftung. Inwieweit kann man nicht pauschal sagen, man kann dies aber anhand der Reaktionsstärke der Reflexpunkte auf dem Rücken erkennen.

Während der Entgiftung kommt es zu verschiedenen „Nebenwirkungen“, die aber alle gewollt oder zumindest nützlich sind. Es ist wie bei den NW von Medikamenten: sie können, müssen aber nicht. Einige treten häufig auf, andere nur sehr sehr selten.

Gaaaanz wichtig: während der Entgiftung kein Training, nur normale Spaziergänge!

Was fast immer der Fall ist und was auch Sinn der Sache ist, ist eine mehr oder weniger starke Gewichtsabnahme. Die Hunde gehen dabei oft recht weit ins Untergewicht. Das ist gewollt, damit der ganze Müll aus dem Körper kommt, besonders der Kohlehydrat-Speck. Danach bauen die Hunde meist sehr schnell wieder auf, aber Muskeln, kein Fett.

Die Hunde fangen oft an zu stinken, weil der ganze Unrat gelöst wird und die Haut mit der Ausleitung dient. Außerdem bilden oft die Ohren stärker Sekret, so dass man da ein bisschen hinsehen und reinigen muss.

Es kann zu verstärktem Kratzen und Lecken an den Pfoten und zur Bildung von Hot-Spots kommen, bei denen man mit cdVet Wund-Ex eine Entzündung verhindert.

Manche Hunde haaren in dieser Zeit auch stärker, weil sie unterernährtes Fell schnell durch neues ersetzen. In einem Fall haben wir es erlebt, dass der Hund innerhalb weniger Stunden sein komplettes Fell abgeworfen hat. Ein nackter Schäferhund muss lustig aussehen, leider habe ich ihn nicht selbst gesehen :lachm: .

Es kann während der Entgiftung auch zu Erbrechen oder vermehrtem Durchfall kommen. Der Durchfall ist während der Darmsanierung aber sehr nützlich. Da meist die Zwischenräume der Darmzotten völlig verschlackt sind, muss der Darm zur Reinigung auf Trab gebracht werden. Dies geschieht mit cdVet Darm-Vital, womit die Bewegung des Darms auf ca. 200% beschleunigt wird.

Die Leistung von Nieren und Leber wird übrigens auch durch das "Toxisan" kurzzeitig auf 200 % gebracht.

Da der gesamte Organismus des Hundes während dieser Phase auf Hochtouren läuft, darf er nicht durch Training hoch belastet werden. Im Gegenteil haben viele Hunde in dieser Zeit keine Lust und liegen in der Ecke rum. Man wird aber schon bald durch einen viel besser aussehenden, viel ausgeglicheneren und leistungsfähigeren Hund belohnt, der eine Tierarztpraxis nur noch von außen sieht.

Also, habt keine Angst vor dieser Phase, es lohnt sich auf jeden Fall.


liebe Grüße, heidrun

 
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RE: Grundlagen der Rohfütterung

#20 von silvern , 07.02.2011 17:07

Noch ein Thema, das ich fast vergessen hätte:

Zähne

Viele Hundehalter klagen über Zahnprobleme bei ihren Lieblingen, angefangen von Zahnstein, über Karies bis hin zu grässlichsten Zahnfleischproblemen und -entzündungen.

Erst vor Kurzem zeigte mir Kathlen (Franks Frau) im Hundesalon einen kleinen Terrier, der derart kaputte Zähne und ein solch stark entzündetes Zahnfleisch im gesamten Maul hatte, dass es stank wie die Pest. Dass sich dies langfristig auch auf das Herz auswirkt, muss ich wohl nicht extra erwähnen. Leider waren die Halter nicht bereit, auch nur das Geringste zu tun, und so schneidet Kathlen dem Kleinen alle paar Wochen das Fell, machtlos gegenüber dem Rest.

Die Industrie hat sich besonders gegen Zahnstein einiges einfallen lassen und wirbt in allen Medien mit „Denta-Sticks“ und so’nem Zeug.

Zahnprobleme werden bei Hunden hauptsächlich durch 2 Ursachen ausgelöst:

1. Karies wie bei uns durch Kohlehydrate
2. Zahnstein dadurch, dass die Zähne nicht benutzt werden.

Ernährt man seinen Hund naturnah, ist Punkt 1. überhaupt kein Thema mehr, denn er kommt nicht mehr mit Kohlehydraten in Berührung.

Zu Punkt 2. ist zu sagen, dass es einleuchtend ist, dass ein und, der nur kleine TroFo-Bröckchen schluckt, Zahnstein bekommen muss. Als Schlingfresser wird der Hund einen Teufel tun, diese Brocken zu kauen, passen sie doch locker durch seinen Schlund. Diese Denta-Sticks helfen da auch fast nur der Geldbörse des Verkäufers und bringen oft noch Zucker mit. Was aber schon öfter passiert ist, ist, dass die Hunde ein Stück von diesen Dingern abgebissen und geschluckt haben, und das dann in der Speiseröhre aufgequollen und stecken geblieben ist. Und wieder hat der TA einen Hunderter mehr in der Tasche.

Ein naturnah ernährter Hund muss, gibt man ihm größere Fleischstücken und Knochen, fast alle Zähne benutzen: die Schneidezähne zum abzupfen von Fleischstücken, die Reißzähne zum Zerreißen großer Fleischstücken und die Backenzähne zum Zerbeißen von Knochen.

Einziges Problem auch bei einem gebarften Hund sind die Eck- oder Fangzähne. Diese werden in der Regel auch von gebarften Hunden nicht benutzt, denn sie dienen zum Schlagen, Festhalten und Töten der Beute. Gibt man ab und zu ein ganzes Futtertier, z. B. ein kleines Kaninchen, löst sich das Problem schon zum Teil, aber nie ganz. Daher muss man auf den oberen/unteren Rand der Fangzähne auch beim gebarften Hund immer etwas Acht geben. Bei cdVet gibt es ein Zahnpflegemittel, womit man den Zahnstein einschmieren und dann abbürsten oder mit dem Fingernagel abkratzen kann.


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RE: Grundlagen der Rohfütterung

#21 von silvern , 07.02.2011 17:23

Bevor ich aber mit dem Thema „Barfen konkret“ weiter mache, möchte ich noch ein paar kleine Themen einschieben, die ich vergessen habe.

1. Pigmentstörungen

Oft sieht man Hunde, die auf der Nase helle bzw. rosa Flecken haben. Meistens macht man sich darüber keine großen Gedanken, sieht es als normal an, der Hund „ist eben so“, und “das macht ja nichts“.

Leider ist das eben meistens nicht normal, sondern hat ebenfalls einen Zusammenhang mit der Ernährung.

Kohlehydrate in der Nahrung zerstören durch mehrere Zwischenschritte, die ich hier nicht ausführlicher erläutern will, letztendlich das Melanin im Körper des Hundes, was maßgeblich an der Bildung von Pigmenten beteiligt ist. Letztendlich werden Pigmente zerstört und verschwinden, die Haut wird wie bei einem rothaarigen Menschen (mich z. B.) anfällig für Sonnenbrand. Auf der Nase eines Hundes, die ständig der Sonne ausgesetzt ist, eine fatale Sache.

2. Augen/Ohren

Ist der Körper eines Hundes mit Müll übersät, fungieren nicht nur die „normalen“ Entgiftungsorgane als Entsorger, sondern es werden letztendlich alle exokrinen Drüsen zur Mitarbeit abkommandiert. Dies bedeutet, dass besonders die Drüsen in den Ohren und die Tränen-drüsen der Augen zusätzliche Arbeit übernehmen müssen.

Das Problem ist, dass das Sekret dieser Drüsen dann faktisch kontaminiert ist und somit Bakterien einen idealen Siedlungsplatz bieten.

Zuerst zeigen sich Probleme in den Ohren, da das Ohrensekret nicht so schnell abfließt wie Tränen. Die führt dann zu häufigen Ohrenentzündungen und zu unangenehmem Geruch aus den Ohren. Nehmt mal den Kopf eures Hundes in beide Hände, schiebt die Daumen in die Ohren und lasst sie vorsichtig kreisen. Riechen eure Daumen dann wie Käsebrötchen, ist das ein Zeichen dafür, dass die Ohren schon als Entsorgungsorgan herhalten müssen.

Bei den Augen ist es nicht am Geruch zu erkennen, weil die Tränenflüssigkeit recht schnell abfließt. Sicheres Zeichen für eine Kontamination der Tränen sind häufige Bindehautentzündungen o. Ä. und, man sieht das viel bei weißen oder sehr hellen Hunden, dunkelbraune Tränenspuren von den inneren Augenwinkeln abwärts. Zwar ist das nicht immer ein Zeichen für belastete Tränenflüssigkeit, aber oft. Stark tränende Augen hat man häufig auch bei Hunden mit Glubschaugen, wie z. B. Kavalier King Charles Spanieln, aber häufig kommen beide Faktoren zusammen.

3. Antibiotika

Dies ist ein Reizthema, bei dem ich regelmäßig an die Decke gehen könnte.

Geht man heutzutage mit einem Hund zum Tierarzt, schlimmer noch in eine Tierklinik, dann wedeln die TÄ erst mal pauschal mit der AB-Spritze. Völlig egal, weswegen man da ist, erst mal rein das Ding. Ich schätze, dass 80 - 90 % der AB-Injektionen völlig überflüssig sind.

Antibiotika werden eingesetzt, wenn sich eine bakterielle Infektion derart ausbreitet, dass das eigene Immunsystem nicht mehr dagegen ankommt und der Tod des Organismus droht. Gegen Viren sind AB völlig wirkungslos. Alle unsere häufigen Erkrankungen wie Darminfekte, Schnupfen, Husten, sind Virus-Infekte und AB wirken hier nicht. Trotzdem werden AB häufig bei Virus-Infekten eingesetzt, weil sich Bakterien gern auf Viren „drauf setzen“. Für einen gesunden Organismus ist das jedoch kein Problem, das Immunsystem wird spielend damit fertig, nach ein paar tagen mit Krankheitssymptomen ist das Thema erledigt. Aber auch unsere Tierärzte ahnen zumindest, dass unsere TroFu und Büchsenhunde kein stabiles Immunsystem mehr haben. Zwar erkennen sie häufig den Zusammenhang zwischen Ernährung und Immunsystem nicht, weil sie es nicht lernen, aber die Tatsache, dass das Immunsytem oft schwächelt, dürfte selbst ihnen nicht entgehen.

Das Fatale an AB sind 2 Dinge:

a.) Zu häufige und sinnlose AB-Gaben führen zu Resistenzenbildungen, d. h. dass sich Bak-terienstämme bilden, die von AB nicht mehr beseitigt werden können. Erkrankt dann ein Hund an einer solchen Infektion, gibt es oft keine Rettung mehr. Gerade in der Aquaristik, meiner Heimat, wurde in den letzten 20 Jahren sehr viel mit AB rumgefummelt. Oft wurden sie in Zuchtanlagen sogar vorbeugend eingesetzt. Das Ergebnis ist, dass eine Reihe von Züchtern im Alter zwischen 40 und 50 Jahren wegen resistenter Bakterienstämme, mit denen sie sich im Aquarium infiziert haben, gestorben sind.

b.) AB beseitigen nicht nur die krank machenden Bakterien, sondern auch die „guten“, z. B. die Darmflora. Die ohnehin meist schwächelnde Darmflora wird durch AB dann völlig zerstört und die TÄ vergessen ganz gern mal, eine Darmsanierung nach AB-Behandlung zu machen. Die Folgen können sehr unangenehm sein. So habe ich bei Frank im Laden schon Hunde gesehen, die wären fast vor dem vollen Futternapf verhungert, weil sie zwar gefressen haben, aber nichts mehr verwerten konnten. Ein Jammerbild! Und die Halter sind dann in der Regel erst mal recht zickig, wenn man ihnen sagt, dass ihr Hund verhungert - verständlich - aber immer recht unangenehm.

Achtet also bitte darauf, dass die TÄ nicht wild mit AB um sich werfen, sondern kontrolliert im Interesse eurer Hunde und eurer eigenen Gesundheit, was der TA wann in euren Hund rein pumpt.

Eine Darmsanierung nach AB kann man auf 2 Wegen machen: entweder mit cdVet DarmAktiv oder ihr kauft ein Suppenhuhn, grabt es für eine Woche im Garten ein und gebt es dann eurem Hund.

4. Husten, Schnupfen, Darminfekt

Wie wir Menschen können auch Hunde an diesen Dingen erkranken.

Ein Durchfall ist aber nicht immer gleich ein Darminfekt und auch Erbrechen nicht. Erbrechen kann mehrere Ursachen haben, z. B. das schon erwähnte Hervorwürgen der Hundemutter, das Erbrechen und Wiederfressen nach der schnellen Aufnahme von Nahrung oder großer Nahrungsmengen, das Stresskotzerchen oder aber bei Rüden nach dem Auflecken einer „heißen Spur“.

Zum Durchfall hier ein Text: http://www.sammys-futterschuessel.de/durchfall.html

Bei Durchfall werden oft AB gegeben, aber das ist nun völliger Blödsinn, weil dadurch die Darmflora erst recht auf die Nase bekommt. Echten Durchfall sollte man auch nicht medikamentös unterbinden, weil der Körper mit dem Durchfall etwas schnell entsorgen will, woran wir ihn mit einem medikamentösen Stoppen hindern würden.

Schnupfen ist unproblematisch, wie bei uns.

Bei Husten wird schon viel mehr Aufhebens gemacht. Besonders interessant finde ich die Wortschöpfung „Zwingerhusten“ - hört sich wichtig an und man kann gut Geld damit verdienen.

„Zwingerhusten“ ist einfach Husten, ein Virusinfekt wie bei uns auch, und wird von vielen unterschiedlichen Viren hervor gerufen, die auch regelmäßig mutieren, wie bei unserer In-fluenza. Ein gesundes Immunsystem wird spielend damit fertig. Die heute sehr modern ge-wordene Impfung gegen „Zwingerhusten“ ist in meinen Augen völlig überflüssig und auch nicht besonders wirksam, eben weil es sehr viele verschiedene Viren sind und diese auch mutieren. Sollte ein Hund, auch ein gebarfter Hund, doch mal einen Husten bekommen, gibt es von cdVet zwei Mischungen, die hoch wirksam sind (auch für Herrchen und Frauchen *grins*), nämlich "Bronchial-Vital" und "Turbobronchial", jeweils für schwächeren und stärkeren Husten. Turbobronchial wurde ursprünglich entwickelt für die ökologische Schweinehaltung, weil man sich in Schweineställen für die Lebensmittelproduktion keine ausbreitende Infektion der Atmungsorgane leisten kann und schnell etwas geschehen muss. Man kann es einfach mit ins Fleisch mischen oder mit einer kleinen Spritze ins Mäulchen spritzen. Gerry hatte kurz nach seinem Einzug bei uns einen kleinen Husten, weil es sich bei „Hummel“ angesteckt hatte, der Dalmatiner-Zuchthündin meiner Schwägerin (www.dalmatiner-sachsen-anhalt.de). Man muss wissen, dass meine Schwägerin Krankenschwester ist und sofort Panik verbreitete. Mit Bronchial-Vital war aber nach 3 Tagen alles Geschichte.


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RE: Grundlagen der Rohfütterung

#22 von silvern , 07.02.2011 17:24

Argumente gegen das Barfen?

Oft versuchen Futterhersteller und Verkäufer von Fertigfuttern das Rohfüttern mit scheinbar schlagkräftigen und logischen Argumenten als ungeeignet hinzustellen, seinen Hund gesund zu erhalten.

Ich habe mal einige dieser Argumente näher unter die Lupe genommen (ja, manchmal habe ich Langeweile :mrgreen: ):

http://www.sammys-futterschuessel.de/ar ... arfen.html


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RE: Grundlagen der Rohfütterung

#23 von Henry Wollentin , 07.02.2011 17:50

Danke an Heidrun, dass sie mir die Arbeit abgenommen hat!

Hinweis:

Die Texte unterliegen aufgrund ihres Umfangs dem Urheberrecht. Alle Rechte liegen bei mir.

Die Texte dürfen für private Zwecke kopiert werden.

Eine Verwendung für kommerzielle Zwecke, auch auszugsweise, bedarf meiner Zustimmung.


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RE: Grundlagen der Rohfütterung

#24 von Henry Wollentin , 07.02.2011 19:43

Noch einmal: Kohlenhydrate

von Henry Wollentin am 05.Okt.10 16:12

Eigentlich sollte ja der Vortragsteil beendet sein und nun nur noch Fragen gestellt werden, aber da Narvik das Thema aufgeworfen hat, möchte ich zur Vermeidung von Missverständnissen dieses Thema noch einmal aufgreifen.

Zuvor aber noch eine kleine Anekdote:

Wir waren mit 3 Familien und 3 Hunden am Sonntag in Berlin. Nach einem ausgiebigen Brunch im Alberts auf der Karl-Marx-Allee fuhren wir in den Tierpark, wo wir uns ca. 5 Stunden aufhielten und mit einige schöne Fotos gelungen sind. Einige Fotos werde ich in den nächsten Tagen mal zeigen.

Am interessantesten waren für uns natürlich die Gehege mit den Hundeartigen. Cody (Harzer Fuchs) und Sammy (Großpudel) waren sehr interessiert an diesen und natürlich auch an einer Menge anderer Tiere, nur Gerry hat sich einen feuchten Pups für die Tiere interessiert. Für ihn sind nur Menschen, vor allem Kinder, und andere Hunde und deren Spuren interessant. Am Gehege der Tüpfelhyänen stand Cody dann 3 riesigen Verwandten Nase an Nase am Gitter gegenüber. Alle 4 waren sehr aufgeregt und wir alle waren doch etwas froh über das Gitter, denn der Größenunterschied zwischen Cody und den Hyänen war doch größer als wir vermutet hatten.

Am spannendsten erwarteten wir das Wolfsgehege. Allerdings lagen die 4 Wölfe nur faul in der Gegend rum und boten mir nicht viele Fotomotive. Dann kam aber eine Pflegerin aus dem Innengehege und Tobias, Codys Herrchen, sprintete auf sie zu und fragte sie, was denn die Wölfe für Futter bekämen. Sie meinte, natürlich Rindfleisch. Auf Tobias‘ Frage, warum man denn hier nicht das gehaltvolle Trockenfutter für Hunde füttere, in dem doch alles Notwendige drin sei, schaute sie uns nur verwundert an und ging kopfschüttelnd in den Feierabend.

Gut, aber nun zu den Kohlenhydraten.

Kohlenhydrate sind einer der drei Grundbausteine des Lebens, die anderen beiden sind Fette und Proteine.

Ich hoffe, dass es bisher nicht so rüber gekommen ist, dass Hunde überhaupt keine Kohlenhydrate bekommen dürfen. Selbstverständlich benötigen auch Hunde Kohlenhydrate zur Aufrechterhaltung ihrer Körperfunktionen, jedoch in einer viel geringeren Menge als Pflanzenfresser und Menschen. Da Caniden in der Natur nur mit sehr geringen Mengen Kohlenhydraten in Berührung kommen, ist auch der Organismus anders gestrickt und die Bauch-speicheldrüse kann nur viel geringere Mengen an überschüssigen Kohlenhydraten abbauen als es bei uns der Fall ist.

Wer sich tiefgründiger mit Kohlenhydraten beschäftigen möchte, der kann das hier tun: http://de.wikipedia.org/wiki/Kohlenhydrate.

Kohlenhydrate sind immer Kombinationen aus Kohlenstoff-, Wasserstoff- und Sauerstoffmolekülen in unterschiedlicher Zusammensetzung. Die daraus entstehenden Kohlenhydrat-Moleküle kommen in der Natur in verschiedenen Größen/Längen vor, je nachdem wie viele Atome/Moleküle der Grundbausteine sich miteinander verbinden.

Kohlenhydrate werden auch als Saccharide bezeichnet.

„Die Monosaccharide (Einfachzucker, z. B. Traubenzucker, Fruchtzucker), Disaccharide (Zweifachzucker, z. B. Kristallzucker, Milchzucker, Malzzucker) und Oligosaccharide (Mehr-fachzucker, z. B. Raffinose) sind in der Regel wasserlöslich, haben einen süßen Geschmack und werden im engeren Sinne als Zucker bezeichnet. Die Polysaccharide (Vielfachzucker, z. B. Stärke, Cellulose, Chitin) sind hingegen oftmals schlecht oder gar nicht in Wasser löslich und geschmacksneutral.“ (Zitat: Wikipedia)

Jeder, der noch klassisch kocht, weiß, dass sich z. B. Traubenzucker sofort in Wasser löst, die Werbung nutzt dies aus mit Slogans wie „geht sofort ins Blut“ o. Ä. Man kann so viel Traubenzucker in eine Tasse Tee schütten, der Tee wird sich in seiner Konsistenz nicht verändern. Stärke z. B. löst sich gar nicht, daher kommt die tolle Bindungswirkung, die wir bei der Soße schätzen. Schüttet man zu viel Stärke in die Soße, hat man bald den besten Alleskleber, aber keine Soße mehr. Dies liegt an der Größe der Moleküle gegenüber denen von Traubenzucker.

Je größer die Moleküle sind, um so schlechter gelangen sie beim Hund vom Darm in die Blutbahn (Darm-Blut-Schranke). Stärke-Moleküle werden beim gesunden Hund überhaupt nicht resorbiert. Eine Aufspaltung der Stärke durch die Magensäure findet auch nicht statt, da dazu Wärmeeinwirkung erforderlich ist.

Beim handelsüblichen Trockenfuttern ist es nicht das Problem, dass Kohlenhydrate drin sind, sondern es macht die Menge und die chemische Zusammensetzung.

TroFu wird in der Regel extrudiert, wobei es zu Erhitzungen von bis zu 200°C kommt. Bei dieser Erhitzung werden die Stärke-Moleküle, egal ob es sich um Kartoffelstärke, Maisstärke oder sonst was handelt, sozusagen zerhackt - aus Polysacchariden werden Di- oder Monosaccharide (etwa ab 140°C aufwärts). Im Extrudatfutter liegt also letzten Endes gar keine Stärke mehr vor, sondern nur noch Zucker oder Traubenzucker. Das steht aber nicht auf der Verpackung, denn die Deklarationspflicht bezieht sich auf das, was man rein macht, und nicht auf das, was "zufällig" entsteht. Schreibt also jemand auf die Tüte, er habe Kartoffeln, Mais und Getreide drin, dann kann man davon ausgehen, dass es bei Extrudatfutter zwar rein gemacht wurde, aber nicht mehr in seiner ursprünglichen Form vorhanden ist. Der so aus der Stärke entstandene Zucker (Glukose) ist hoch bioverfügbar, weil er die Darm-Blut-Schranke ungehindert passieren kann und überschwemmt somit unkontrolliert den Organismus des Hundes und in der BSD ist Daueralarm.

Nicht extrudiertes, kalt gepresstes TroFu ist völlig anders. Dadurch dass der Extrudationsprozess fehlt, kommt es nicht zu einer Aufspaltung der Stärke. In diesem Fall bleibt der Organismus des Hundes davon verschont.

Wenn ich ein TroFu herstelle, muss ich die verschiedenen Bestandteile miteinander verbinden können, sonst habe ich nur Pulver in der Verpackung, daran kommt auch cdVet nicht vorbei. Will ich auf chemische Binder verzichten, was das Grundprinzip von cdVet ist, muss ein biologischer „Kleber“ gefunden werden. Dieser Kleber ist Stärke. Stärke ist am häufigsten in Kartoffeln und Mais enthalten und kommt somit in Fit-Crock als Kleber zum Einsatz. Im normalen Fit-Crock nimmt cdVet Maisstärke, im „Sensitve“ wird wegen Hunden, die sensibel auf Getreide reagieren, eben Kartoffelstärke verwendet.

Nun wird sicherlich bei dem Einen oder Anderen die Frage aufkommen, woran man als Laie erkennen kann, ob ein Futter extrudiert wurde oder kalt gepresst. Schließlich kann ja jeder behaupten, er presse sein Futter kalt, als Laie kann man das ja ohnehin nicht überprüfen.

Doch, kann man.

Nehmt 2 Gläser Wasser und werft in eins einen Brocken von einem beliebigen TroFu und in das andere einen Brocken Fit-Crock. Was wird passieren?

Das Extrudatfutter wird schwimmen, weil es bei der Extrudierung zu Lufteinschlüssen kommt. Fit-Crock geht sofort unter. Nach einer Weile werdet ihr feststellen, dass das Extrudatfutter quillt, Fit-Crock jedoch lediglich in seine Bestandteile zerfällt. Wenn ihr dann noch richtig Spaß haben wollt, dann schüttet in beide Gläser ein wenig Essig (simuliert die Magensäure). Das Extrudatfutter wird „Party feiern“, Fit-Crock aber wird das völlig unbeeindruckt lassen. Und dann stellt euch vor, das was ihr grad gesehen habt, geschieht nicht in einem Glas, sondern im Magen eures Hundes!

Zusammen fassend ist zu sagen, dass es einen gewaltigen Unterschied macht, ob „Kartoffel“ oder „Mais“ oder auch „Getreide“ auf einem Extrudatfutter oder auf einem kalt gepressten TroFu drauf steht. Alles entscheidet sich an der Bioverfügbarkeit, nicht an der Tatsache des Vorhandenseins an sich.

Und um noch einmal eine Lanze zu brechen für die User im Forum, die sich nicht mehr trauen zuzugeben, dass Sie TroFu füttern: es geht nicht darum, ob man TroFu füttert, sondern darum, welches man füttert. cdVet Fit-Crock wurde genau dafür entwickelt und die Kartoffel ist hier auch nicht billiger Füllstoff, sondern hat die wichtige Funktion des Binders. In Extrudatfutter ist es aber billiger Füllstoff, und zwar genau deshalb, weil die Stärke nach der Extrudierung und somit der Aufspaltung keine Bindewirkung mehr hat. Es wäre genau so als würdet ihr versuchen, eure Soße mit Traubenzucker abzubinden.

Dass bei Fit-Crock die Kartoffel in der Deklaration an erster Stelle steht, also den größten Anteil ausmacht, hängt mit den Deklarationsvorschriften zusammen. Der Hersteller muss die Anteile in der Form berechnen, wie sie im Futter enthalten sind, also in Trockenfutter eben als getrocknete Bestandteile. Trocknet man 100g Fleisch und 100 g Kartoffel, bleibt bei der Kartoffel viel mehr übrig als beim Fleisch, weil Pflanzen mehr Festmaterial besitzen als Fleisch. Rechnet man die Mengen auf Frischware um, dann kommt Fit-Crock auf einen Fleisch- und Fischanteil von 50 - 65 %. Hinzu kommt, dass es sich bei dem Baumaterial der Zellen - der Cellulose - ebenfalls um ein Polysaccharid handelt, was bei der Extrudierung vergleichbar reagiert.

Hersteller von Extrudatfuttern benutzen das deutsche Deklarationsrecht oft sehr geschickt. Stellt euch folgenden Sachverhalt vor:

Ich stelle ein Futter her mit verschiedenen Getreidesorten (15 % Mais, 15 % Weizen, 15 % Reis, 15 % Hafer) und 40 % Rindfleisch. Jetzt kann ich folgendermaßen deklarieren:

1. Getreide, Fleisch, ....
2. Fleisch, Mais, Weizen, Reis, Hafer, ...

Beide Deklarationsformen sind nach deutschen Recht korrekt. Was sagt aber der Eindruck des Verbrauchers?

Möglicherweise gibt es auf dem Markt noch andere nicht extrudierte Trockenfutter, aber es liegt weder in meinen zeitlichen Möglichkeiten noch in meinem Interesse jedes einzelne zu kennen. Frank hat sich nach langem Suchen für cdVet und damit für Fit-Crock entschieden, weil es unseren Vorstellungen entspricht und es macht für uns keinen Sinn noch weitere zu suchen. Mehr als 100 % zufrieden kann man nicht sein, alles andere wäre nur Ballast. Wenn ich eine andere Marke an nicht extrudiertem Futter empfehlen wollte, dann könnte ich es nur tun, wenn ich es getestet hätte und wenn ich den Hersteller persönlich kennen lernen könnte und in seine Produktion rein schauen könnte. Das kann niemand von mir erwarten. Bei cdVet ist dieser Prozess abgeschlossen. Da Frank wesentlich an der Produktentwicklung beteiligt ist und ich ihn seit 12 Jahren kenne und schätze, weiß ich, dass ich seinem Urteil blind vertrauen kann, so wie er mir blind vertraut, wenn es z. B. um Computertechnik oder
Werbemaßnahmen geht. Wer einmal erleben könnte, wenn Frank, Clemens, Anita (Ärztin) und ich zusammen sitzen und wir uns über Produktzusammensetzungen unterhalten, der könnte nachvollziehen, woher mein Vertrauen kommt.

Als wir im Frühjahr in einer Hundeschule ein Ernährungsseminar gehalten haben, habe ich vor den Augen der Teilnehmer einen Brocken Fit-Crock gegessen und ich mache es auch gern vor euren Augen, wenn wir uns mal treffen sollten. Mit einem anderen TroFu würde ich es nicht tun.

So, ich hoffe, ich konnte noch ein bisschen Ordnung in das Gedanken-Chaos rund um die Kohlenhydrate bringen und in die Frage, warum die gleichen Bestandteile im TroFu noch lange nicht das Gleiche sein müssen.


Liebe Grüße von Henry

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RE: Grundlagen der Rohfütterung

#25 von Henry Wollentin , 07.02.2011 19:43

Noch einmal: Darmflora
von Henry Wollentin am 07.Okt.10 15:57

Wenn ich alles, was ich bisher geschrieben habe, noch einmal überblicke, dann stelle ich fest, dass ich wohl die Darmflora und deren Funktionen beim Hund noch nicht so erläutert habe, dass sie allgemein verständlich geworden sind. Ich gebe auch zu, dass das ein recht komplexes Thema ist und auch von der Wissenschaft noch lange nicht vollumfänglich erfasst ist. Ich will daher hier noch einmal versuchen, ähnlich wie bei den Kohlenhydraten, das Thema besser verständlich darzustellen. Bitte seht es mir nach, wenn mir einiges noch nicht so ganz gelungen ist, denn auch für mich ist das erste Mal, dass ich das Thema in dieser Form und dieser Komplexität „am Stück“ behandele.

Die Darmflora (DF) des Hundes besteht im Wesentlichen aus 2 Teilen und hat im Wesentlichen 2 Funktionen.

Der eine Teil der DF entwickelt sehr früh beim Welpen, möglicherweise schon im Mutterleib (ich habe dazu keine gesicherten Quellen), und ist eine Bakterienschicht auf der Darminnenwand, eine Art schleimige Schicht, die beim gesunden Hund lückenlos ist und die so genannte Darm-Blut-Schranke bildet. Diese Darm-Blut-Schranke (DBS) dienst dem Hund so-zusagen als Wächter an der Tür zum Blut. Sie soll zum Einen Lebewesen (Bakterien, Viren, Pilze) etc. aufhalten und somit Krankheiten verhindern. Zum Anderen ist sie dafür verantwortlich, langkettige Moleküle aufzuhalten, wie die schon öfter erwähnten pflanzlichen Moleküle, die zu Unverträglichkeits- und allergischen Reaktionen sowie einer Überbelastung der Entgiftungsorgane führen können, und ebenso langkettige und somit unverwertbare Kohlenhydratmoleküle, die Polysaccharide. Kurze Kohlenhydrat-Moleküle (Glukose) lässt sie passieren, denn diese wird ja in geringen Mengen im hundlichen Organismus benötigt. Diese
Durchlässigkeit für Glukose ist es auch, die den Hund überbelastet, wenn das Futter mit Glu-kose vollgestopft ist (hocherhitzte und somit aufgespaltene Stärke und auch Fruktose). Fruktose ist für den Hund kein Problem, für eine Katze aber schon. Aus diesem Grund bestimmt man bei Hunden wegen Diabetes auch den Glukosewert im Blut, bei Katzen ist aber der Fruktosaminwert von Bedeutung.

Die als DBS fungierende DF verwächst praktisch mit den Darmzotten und bleibt dort ein Leben lang. Allerdings müssen diese Bakterien ständig ernährt werden, was bei natürlicher Fütterung des Hundes automatisch geschieht. Denaturiertes Futter kann die DF nicht ausreichend ernähren, Bakterien sterben ab und es entstehen Lücken in der DBS. Diese Lücken lassen zum Einen alles durch, was eigentlich nicht in den Hund gehört - Pflanzenproteine, Stärke - und zum Anderen siedeln sich oft in diesen Lücken Pilze an, die dort schmarotzen. Im Darm eines Fleischfressers sind Pilze das absolut nicht Gewollte. Pilze führen u. A. zu Gärung, Gärung zu Pupsen. Außerdem lässt die DBS dann auch Viren und Bakterien durch, so dass es zu einer erhöhten Infektionsanfälligkeit kommt.

Der andere Teil der DF ist zuständig für die „Verdauung“ pflanzlicher Nahrungsbestandteile. Die Bakterien „fressen“ sozusagen das Pflanzliche und scheiden Vitamine und Vitalstoffe aus, die dann für die Versorgung des Hundes durch die DBS hindurch gelassen werden. Man geht davon aus, dass die pflanzlichen Vitamine und Vitalstoffe in ihrem Originalzustand vom Hund nicht aufgenommen werden können. Da das hundliche Verdauungssystem keine Organe zur Aufspaltung pflanzlicher Zellen hat, müssen die pflanzlichen Nahrungsbestandteile bereits aufgespalten sein, sonst kann auch die DF damit nichts anfangen. Diese Aufspaltung geschieht im Magen der Beutetiere oder im Pürierer. Auch durch Kochen kommt es zu diese Aufspaltung, aber dies ist die schlechte Alternative, da das Erhitzen Vitamine und Vitalstoffe zerstört und diese somit der DF nicht mehr zur Verfügung stehen.

Dieser Teil der Darmflora wird aufgrund der Fressgewohnheiten der Caniden (nur selten, dafür viel fressen) nur benötigt, wenn Beute gemacht wurde und die DF wirklich Arbeit be-kommt. In den Fresspausen ist dieser Teil der DF überflüssig, sogar eine Belastung, weil sie sinnlos Energie verbrauchen würde und absterbende Bakterien den Organismus belasten. Aus diesem Grund stoßen Hunde diesen Teil der Darmflora ca. alle 7 Tage aus. Machen sie Beute, fressen sie zuerst den Darm, um somit die Darmflora kurzfristig wieder aufzubauen. Aber nicht nur Bakterien aus dem Darm der Beutetiere dienen dazu, sondern auch Bakterien am Aas sind hierfür erforderlich, daher ist es gut, wenn man das Frischfleisch mal ein paar Tage gammeln lässt oder sogar im Garten eingräbt. Caniden graben oft ihre Beute selbst ein und fressen sie erst nach einigen Tagen.

Bei Welpen entwickelt sich der 2. Teil der DF erst im Laufe der Zeit, daher macht das Füttern von Pflanzlichem bei Welpen überhaupt keinen Sinn sondern wirkt eher belastend. Dies ist auch eine Anpassung an das natürliche Leben, da in der Natur die Mutter entweder ein Stück der Beute bringt oder in der frühen Welpenzeit das selbst Gefressene hervor würgt. Eine Wolfsmutter bringt nicht mal eben schnell ein Maul voll Kräuter oder Waldbeeren vorbei, und auch nicht den Darm der Beutetiere, denn der wird von den erwachsenen Tieren nach dem Schlagen der Beute sofort selbst gefressen. Ein Rumtragen des Darms über viele Kilometer bis zur Höhle mit den Welpen macht keinen Sinn, weil die Bakterien absterben würden. Außerdem benötigen die jagenden Tiere diesen Teil der Beute selbst. In den ersten Wochen nach dem Absäugen bzw. schon während der Übergangsphase sollte man als barfender Züchter daher ausschließlich tierisch füttern und die Welpen später langsam an die pflanzlichen Bestandteile gewöhnen. Die Trocken-Fütterer sollten auch gut darauf achten, wieviel "Grünes" in ihrer "Junior-Tüte" drin ist.

Auch bei Menschen gibt es eine ähnliche Erscheinung: Kindern fehlen Fett verdauende Enzyme im Verdauungssystem. Diese entwickeln sich erst später. Dies ist auch der Grund, warum fast alle Kinder kein Fett in der Nahrung mögen (von getarntem Fett in Pommes u. Ä. mal abgesehen). Es ist also keine Unerzogenheit, wenn ein Kind kein fettes Fleisch essen will, sondern eine biologische Richtigkeit.

So, ich hoffe, dass ich damit das Thema noch etwas besser verständlich machen konnte.


Liebe Grüße von Henry

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RE: Grundlagen der Rohfütterung

#26 von Henry Wollentin , 07.02.2011 19:45

Noch einmal: Muskelfleisch

Huhu,

Heidrun hat mich gebeten, noch einmal genauer auf das Thema „Muskelfleisch“ einzugehen, was ich hiermit gern tun will.
Warum ist das Thema so wichtig?

Viele „Barfer“ meinen, wenn sie ihrem Hund täglich ein schönes rotes Stück Rindfleisch geben, dann sind sie eben Barfer. Nein, sind sie nicht!
Grundsätzlich gilt: ein Hund ist kein Fleischfresser, sondern ein Tierfresser.

Der Anteil an Muskelfleisch in seiner Nahrung beträgt also niemals 100 %, sondern wesentlich weniger. Außerdem frisst er zuerst Darm und Innereien, dann erst den Rest des Tieres.

Hinzu kommt, dass unsere Rinder für die Lebensmittelproduktion gezüchtet sind. Der Anteil an Muskelfleisch ist künstlich erhöht und der Proteingehalt des Muskelfleischs ist ebenfalls höher. Vergleicht einfach im Geist mal ein Reh oder einen Hasen mit einer Schlacht-Kuh!
Ich hatte mal gesagt, dass ein Hund seine Energie hauptsächlich aus Fett zieht, aus Kohlenhydraten könne er nur eine Art Notenergie ziehen. Das trifft auch auf Proteine zu.

Fette, Kohlenhydrate und Proteine sind die drei Grundbausteine des Lebens. Jeder dieser Bausteine kann von Organismus in jeden umgebaut werden, auf molekularer Ebene. Der Unterschied besteht darin, dass unterschiedliche Organismen aber auch unterschiedlich für diesen Umbau spezialisiert sind. Wir Menschen beziehen unsere Energie (für die Muskulatur) am leichtesten aus Kohlenhydraten, speziell Glukose (Monosaccharide). Manche Organe wie das Herz sind aber auf Fett spezialisiert, weil es sonst bei Unterzuckerung einfach stehen bleiben würde.

Hunde sind komplett auf Fett spezialisiert, weil dieses in der Nahrung am meisten vorkommt. Im Notfall können sie aber auch aus Proteinen Energie gewinnen, dieser Prozess ist aber sehr aufwändig und kostet vor allem auch wieder Energie, er wird also nur dann angewandt, wenn absolute Not herrscht. Dies ist auch der Grund, warum unter Missachtung des Tierschutzgesetzes vegetarisch ernährte Hunde nicht tot umfallen, sondern als Klappergestelle überleben.

Aber! Zuviel zugeführte Proteine müssen natürlich wieder entsorgt werden. Dies geschieht, sofern keine Reserven als Unterhautfett angelegt werden, über Leber und Nieren. Die Folgen wären auch hier Überbelastungen dieser Organe. Dies ist auch der Grund, warum bei Muskelfleisch-Barfern Probleme auftreten.

Schlittenhunde spielen eine besondere Rolle in dieser Geschichte.

Auf Grund der Umstände bei der Rasseentstehung sind sie Verwertungskünstler. Früher im Eis mussten sie mit sehr wenig Nahrung auskommen und haben so „gelernt“, auch aus dem letzten Staubkorn noch Energie zu synthetisieren und vor allem sind sie Meister in der Reservenbildung. Diese „Gewohnheit“ legen sie natürlich nicht uns zuliebe ab. Nicht arbeitende Schlittenhunde können daher auch bei magerer Fütterung mal übergewichtig werden.

Einem Schlittenhund muss man also auch bei der Rohfütterung besondere Aufmerksamkeit widmen, nicht nur bei der Erziehung *grins*.
Der Anteil an Rinder-Muskelfleisch sollte nicht mehr als 15, maximal 20 % betragen. Den Hauptteil sollten mit 70 – 75 % Pansen und Blättermagen bilden. Der Rest kann sich auf Geflügel, Innereien und Fisch verteilen. Auch komplette Fischmahlzeiten sind möglich, da hier der Proteinanteil anders ist. Ebenso habe ich bei ganzen Hühnern, Kaninchen, Rehkeulen etc. keine Bedenken, nur eben unsere Lebensmittelkühe spielen hier eine gesonderte Rolle.

Wer die Möglichkeit hat, ganze Pansen zu bekommen und diese im Garten oder im Winter in einem frostfreien Schuppen aufzuhängen, der sollte diese Möglichkeit nutzen. Davon kann man für den Hund täglich ein halbes Kilostück abschneiden und in den Garten werfen. Etwas Besseres könnt ihr eurem Wölfchen nicht antun, zumal er damit lange beschäftigt ist. Der vollständige Verzicht auf Rinder-Muskelfleisch ist das Sicherste, was ihr machen könnt.

Für Leistungshunde ist ein besonderer Geheimtipp: Euter.

Achja, und übrigens kommen auch Bullen-Hoden sehr gut.


Liebe Grüße von Henry

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RE: Grundlagen der Rohfütterung

#27 von Crazy , 07.02.2011 19:53

Nachdem ich heute leider wenig/keine Zeit hatte um euch unter die Arme zu greifen - Menschenskinder Henry und Heidrun seid ihr fleißig - habe ich mir gedacht, dieses hier könnte vielleicht auch noch passend sein:

Welpen:

Fragen wir uns mal rein biologisch/zoologisch: schlägt eine Wolfsmutter für ihre Welpen andere Beutetiere als sie selbst frisst? Oder müssen alle Wölfe, wenn sie 7 Jahre alt werden, in einen anderen Wald umziehen, weil es dort anstatt Adult-Rehe nun Senior-Rehe gibt?

Du kannst einen Welpen sofort nach dem Absäugen, auch schon während der Phase, in der sie nur noch einen Teil der Nahrung über die Muttermilch bekommen, komplett mit Rohfleisch ernähren. Es gibt lediglich 3 Dinge, die du beachten musst:

1. in den ersten Monaten keine pflanzlichen Anteile,
2. keine Knochen, sondern MicroMineral, weil die Magensäure der Welpen Knochen noch nicht bewältigt (die Mutter würgt sie aufgelöst aus),
3. Das Fleisch feiner wolfen als bei erwachsenen Tieren.

Sowie die Welpen alle Zähne haben, kannst du ihnen ein Stück Pansen hinwerfen. Sie lieben es, diesen zu zerpflücken. Wenn man einen ganzen Wurf hat, dann kann man bei dieser "Arbeit" (es muss ein großes Stück Pansen sein) genau die Temperamenttypen und Charaktere der Welpen beobachten und einstufen.

Wenn man die Welpen noch etwas unterstützen will, dann kann man mit Darm-Aktiv dem Aufbau der Darmflora etwas auf die Sprünge helfen und man kann verstärkt Euter füttern, was sehr viele Enzyme enthält.

Pflicht sind aber nur die 3 genannten Punkte.

Und hier noch Franks Text zu dem Thema:

http://sammys-futterschuessel.de/welpen-barfen.html


So. Mehr hab ich jetzt auch nicht mehr gefunden, ich glaube es müßte allen komplett sein.


Liebe Grüße - Bianca und die Rasselbande

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