Hallo,
Fehlbildungen von Knochen und Gelenken sind eine reichlich komplizierte Angelegenheit, da sehr verschiedene Faktoren mit im Einzelfall ganz unterschiedlichen Anteilen beteiligt sind. Genetische Disposition und Ernährung haben sicher die größten Einflüsse auf das Entstehen bzw. den Grad der Ausprägung (ich weiß, das ist jetzt sehr allgemein und nix neues aber irgendwie muss ich ja einleiten, worauf ich hinaus will).
Ein Aspekt, den ich aus eigener Erfahrung kenne, wird vielleicht nicht so häufig mitbedacht, ist aber unbedingt auch wichtig.
Als ich Michel, meinen Schäferhund-Mali-Mix (Größe Schäferhund, Temperament Turbomali) mit 1,5 übernommen habe, ist der seit drei Monaten permanent in einer großen Hundegruppe gelaufen und vorher von seinen Besitzern fleißig mit dem Ball abgedreht worden. Man könnte meinen, der Hund hätte eine gute Muskulatur gehabt. Dem war aber ganz und gar nicht so. Die Hinterbeine schlackerten beim Laufen eingeknickt und x-förmig übereinander, dass man dachte au weia, die Hüften, der kann ja gar nicht gesund sein.
Der Hund war unbedingt hyperaktiv, jede Bewegung sorgte für sofortiges Aufspringen und Losrennen.
Per Zufall kam dann folgende Beobachtung zustande: Am Tag nachdem ich den Hund abgeholt habe hat mich eine schwere Grippe daniedergerafft. Das Wanken an die Tür um die Hunde in den Garten zu lassen, war schonSchwerstarbeit, danach war ich schweissgebadet und völlig erschöpft. So kam eine Zwangsruhe für die Hunde, natürlich auch für ihn zustande, wenig Bewegung und viel Ruhe im Haus, da meine Schwarzen sich meiner Aktivität anpassen. Bin ich still, sind sie es auch.
Nach diesen drei Wochen mit so gut wie keiner Bewegung (für seine Verhältnisse) hatte sich seine Beinstellung erheblich verbessert!
Er ist im Übrigen jetzt fast 8 und hat keinerlei Beschwerden.
Worauf ich hinaus will ist, zu einem Muskelwachstum gehört zwingend auch die nötige Ruhe. Hunde, die zur Hyperaktivität neigen oder in Gesellschaft sind, die sie nicht zur Ruhe kommen lassen, werden u.U. mit einer deutlich schlechteren Muskelausbildung reagieren. Solide Muskulatur ist aber für eine gesunde Entwicklung von Knochen und Gelenken unbedingt wichtig, Wenn die Hunde durch ihr Temperament oder hormonelle Prozesse übererregbar sind, zeigen sie das auch nicht unbedingt durch Laufunwiligkeit an. Im Zweifel ist es da wichtig, Methoden oder Abläufe von Zwangsruhe einzuführen. Schäfer beim Leistungshüten speziell in England sperren ihre BorderCollies zwischendurch in enge, dunkle Kennel, um sie durch Bewegungs- und Reizmangel ruhen lassen zu können. Border gehören eben auch zu den übererregbaren Hunden, die durch stetige Wiederholung leicht in hormonelle Prozesse einsteigen.
Bei den typischerweise hoch erregbaren Rassen fallen mir zwar die Malamutes nicht gerade weit vorne ein, aber im Einzelfall, wer weiß?
Ist als mögliche Anregung therapiebegleitend gedacht, falls du das Symptome wiedererkennst. Bei "Raketenbüffel" dachte ich, hm, könnte auch eine Rolle mitspielen.
Liebe Grüße
Antje