Nix Weltbewegendes, aber irgendwie doch berichtenswert:
Gestern waren wir (alle vier Hunde und ich) mit dem Trainingswagen in der Dämmerung unterwegs. Als wir über unsere - an den Ort grenzenden - waldigen Höhenrücken fuhren, brach die Nacht ganz herein, sodass die Stirnlampe bald das einzig Helle außer den angestrahlten Hunderücken vor mir und den reflektierenden Baumstämmen am Rand des Trails war. Gemütlich rollten wir durch den Wald bis wir am Gipfel des Stettner Bergs auf eine Lichtung kamen. Dort hielt ich an, kontrollierte Ronjas Booties (sie hat sich beim Rennen in Ottenschlag ein wenig die Pfoten aufgerissen, was zwar bereits verheilt, aber doch noch empfindlich ist). Als ich aufstand, drehte ich mich um und blickte dabei in westliche Richtung. Unter mir lag das Wiener Becken, hell erleuchtet, geschäftig, bis nach Klosterneuburg, ja bis Wien selbst hinein gut überschaubar, so klar war die Sicht durch den stetigen, leichten Wind, der nicht nur das Fell der Hunde zerzauste, sondern auch die üblichen Dunstschleier aufgelöst hatte. Um die Aussicht noch besser genießen zu können, schaltete ich die Lampe aus und setzte mich einige Augenblicke auf die Ladefläche des Trainingswagens. So saß ich also am Waldrand in traumhafter Stille, umschwirrt von jagenden Fledermäusen, und ließ das Glitzern der Millionenstadt unter mir auf mich wirken. Ich weiß nicht, wie lange ich dort pausierte, aber auch bei der Weiterfahrt, während der ich noch etwa drei Kilometer über - diesmal unbewaldete - Höhenrücken fuhr, blieb die Stirnlampe außerhalb des Ortsgebietes ausgeschaltet und ich genoss einfach die Aussicht.
Obwohl ich diesen Ausblick natürlich nicht zum ersten Mal gesehen hatte (auch heute war die Sicht während unserer Dämmerungs-Laufrunde ähnlich gut), wurde mir gestern doch wieder einmal so richtig bewusst, wie privilegiert man ist, wenn man die Möglichkeit hat, buchstäblich über den Dingen zu stehen. 